# taz.de -- Kommentar Kürzung des UNO-Budgets: Von den USA erpresst
       
       > Trumps Kürzung des US-Beitrags zum UN-Budget erfüllt den Tatbestand der
       > Nötigung. Ein Vorschlag aus dem Jahr 1945 sollte nun wiederaufgegriffen
       > werden.
       
 (IMG) Bild: In den Augen von US-Präsident Trump ein ungehorsamer Haufen: die UN-Vollversammlung
       
       Kein Mitglied der UNO soll mehr als maximal 10 Prozent ihres Haushalts
       finanzieren, damit die neue Weltorganisation nicht in zu starke
       Abhängigkeit von nur einem Land gerät.“ Dieser in weiser Voraussicht
       gemachte Vorschlag des schwedischen Botschafters bei der Gründungskonferenz
       der UNO im Juni 1945 stieß damals leider nicht auf Zustimmung. Er ist
       weiterhin richtig und seine Umsetzung heute dringender denn je. Das zeigt
       die erfolgreiche Politik der finanziellen und politischen Erpressung und
       Nötigung der UNO, mit der die US-Administration unter Donald Trump
       drastische Kürzungen des regulären UN-Haushalts und des Budgets für
       Friedensmissionen durchsetzte.
       
       Natürlich hat Trump völlig recht mit der Forderung, die UNO solle mit den
       ihr zur Verfügung stehenden Finanzen so effizient wie möglich umgehen.
       Diese Forderung ist gegenüber der UNO genauso legitim wie gegenüber einer
       nationalen Regierung oder einer Stadtverwaltung.
       
       Wobei die Erfüllung dieser Forderung vergleichsweise schwierig ist in einer
       internationalen Institution, in der 193 Mitgliedstaaten oft höchst
       gegensätzliche Interessen verfolgen. Und deren weltweit knapp 50.000
       MitarbeiterInnen sowie 120.000 BlauhelmsoldatInnen aus höchst
       unterschiedlichen politischen Kulturen stammen. Dennoch ist die Effizienz
       einer UNO-Friedenmission nach einer Untersuchung des US-Kongresses achtmal
       so hoch wie die einer US-Militärmission und betragen die Einsatzkosten für
       einen UNO-Blauhelmsoldaten nur ein Zehntel der Kosten für einen GI.
       
       Doch Präsident Trump geht es nicht um eine effizientere Arbeit der UNO,
       sondern um politischen Druck auf Mitgliedstaaten, die seine Politik nicht
       unterstützen. Das macht die Verkündung der UN-Haushaltskürzungen durch
       Washingtons UNO-Botschafterin Niki Haley – statt durch Generalsekretär
       Antonio Guterres – deutlich. Haleys Auftritt erfolgte wenige Tage nach den
       Abstimmungsniederlagen der Trump-Administration in der Generalversammlung
       und im Sicherheitsrat in der Jerusalemfrage.
       
       Auch die von der Trump-Administration angekündigten Kürzungen freiwilliger
       Zahlungen der USA betreffen ausschließlich UNO-Sonderorganisationen und
       Programme, die Washington politisch missliebig sind. Die übrigen 192
       Mitgliedstaaten der UNO werden ihre Erpressbarkeit nur überwinden, wenn sie
       den Vorschlag des schwedischen Botschafters von 1945 umsetzen.
       
       28 Dec 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Zumach
       
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