# taz.de -- Berlins Grünen-Chef zur Wahl: „Das werden vier krasse Jahre“
       
       > Grünen-Landeschef Werner Graf empfiehlt seiner Partei Demut angesichts
       > einer möglichen Regierungsbeteiligung und sieht die Grünen im Bundestag
       > als Gegenpol zur AfD.
       
 (IMG) Bild: Werner Graf, seit 2016 Vorsitzender der Berliner Grünen
       
       taz: Herr Graf, die Grünen legen gegenüber der letzten Bundestagswahl zu.
       Die Regierungsbeteiligung in einer Jamaika-Koalition mit CDU und FDP steht
       an, nachdem die SPD keine Große Koalition mehr will. Sind Sie zufrieden? 
       
       Werner Graf: Natürlich freuen wir uns darüber, dass wir zugelegt haben –
       dafür haben wir auch gekämpft mit einer weltoffenen Politik als Gegenpol
       zur AfD.
       
       Opposition oder Jamaika, das ist die Wahl zwischen Pest und Cholera, hieß
       es nach ersten Hochrechnungen von den Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg.
       Was ziehen Sie vor: Pest oder Cholera? 
       
       So würde ich das nicht sehen. Wir ziehen als zweitkleinste Partei in den
       Bundestag ein, da gehört auch bisschen Demut dazu. Wenn die CDU uns zu
       Sondierungsgesprächen einlädt, dann muss man da hingehen, und dann muss man
       ausloten, was geht. Bei Themen wie der Flüchtlingspolitik und der
       Bekämpfung von Fluchtursachen, Waffenlieferungen oder Bekämpfung des
       Klimawandels weiß ich allerdings nicht, wie man da mit der FDP
       zusammenkommen soll. Das ist jedenfalls kein Selbstläufer.
       
       Jamaika im Bund, Rot-Rot-Grün in Berlin – spaltet sich der Berliner
       Landesverband demnächst von der Bundespartei ab? 
       
       Nein. Wir werden gemeinsam weiterkämpfen.
       
       Die AfD ist drittstärkste Partei – welche Konsequenzen hat das für die
       Grünen? 
       
       Das werden vier krasse Jahre mit einem Bundestag werden, in den nun auch
       Nazis einziehen. Es ist die Aufgabe von uns Grünen, da den Gegenpol zu
       machen mit einer Politik, die Menschenwürde und Menschenrechte in den
       Mittelpunkt stellt.
       
       Und das geht mit Jamaika? 
       
       Wir wissen ja noch nicht, ob es Jamaika tatsächlich geben wird.
       
       24 Sep 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Alke Wierth
       
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