# taz.de -- Kommentar Bayer und Monsanto: Wartepause für den Kauf
       
       > Der Monsterdeal des Chemieriesen Bayer, der sich die US-Firma Monsanto
       > einverleiben will, muss warten. Kommen wird er aber, so oder so.
       
 (IMG) Bild: Bayer-Kreuz in Leverkusen. Es sieht düster aus, jedenfalls für die Natur
       
       Bayer muss sich gedulden. So schnell, wie der Vorstand den Kauf der
       US-Firma Monsanto über die Bühne bringen will, geht es nicht. Trotz der
       verschärften Prüfung, die die EU-Kommission am Dienstag eingeleitet hat,
       wird die Übernahme aber vermutlich irgendwann zustande kommen.
       
       Sein Geschäft mit einigen Produkten mehr als bisher geplant muss „Baysanto“
       dann wohl abstoßen. Die Marktmacht gegenüber Landwirten und Verbrauchern,
       sowie der Einfluss auf die Agrarpolitik fällt etwas geringer aus. An der
       grundsätzlichen Richtung der herrschenden Entwicklung ändert das aber
       nichts.
       
       Ein Beispiel: Die Kritiker befürchten, dass Hochleistungssaatgut in
       Kombination mit Pflanzenschutz und Dünger die Böden erschöpfen. Das schon
       zu beobachtende Insektensterben werde die Regenerationsfähigkeit der Natur
       insgesamt gefährden. Ob diese umfassenden Nachteile wirklich eintreten,
       weiß man heute nicht. Das Risiko gehen die Unternehmen allerdings ein. Ihr
       Argument, man könne die wachsende Weltbevölkerung auf diese Art effektiver
       ernähren, ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.
       
       Wer diese Art der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion nicht gutheißt,
       muss Nischenprodukte kaufen, die aus ökologischer oder regionaler
       Herstellung stammen. Das machen zwar immer mehr Menschen, doch die
       bäuerliche Landwirtschaft steht trotzdem unter großem Druck. Um dies zu
       ändern, wäre mehr politische Unterstützung nötig, beispielsweise die
       gesetzliche Einschränkung der industriellen Massentierhaltung. Indem unter
       anderem die Bundesregierung solche Maßnahmen verweigert, hilft sie auch
       Konzernen wie Bayer-Monsanto, die die Basisprodukte für diese
       Wirtschaftsweise liefern.
       
       23 Aug 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hannes Koch
       
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