# taz.de -- Newsübersicht der Tage vor dem G-20-Gipfel in Hamburg: Gerangel um Parks und Straßen
       
       > In den Tage vor dem G20-Treffen in Hamburg stritten sich Polizei und
       > Gipfelgegner vor allem um die Camps. Die News von Sonntag bis Dienstag
       > vor dem G20-Treffen.
       
 (IMG) Bild: Na denn Prost: Klassisches Corner am Dienstagabend am Grünen Jäger in Hamburg
       
       Dies ist eine Übersicht der vergangenen Ereignisse vom Anfang der Woche vor
       dem Gipfel. 
       
       Den aktuellen taz-Liveblog finden Sie unter [1][taz.de/g20blog]. 
       
       Alle Texte zum G20-Gipfel finden Sie unter [2][taz.de/G20] 
       
       Morgen mehr, gute Nacht! 
       
       Dienstag, 4.7.,23.00 Uhr, Hamburg: Die Lage rund um den Neuen Pferdemarkt
       in Hamburg hat sich wieder etwas beruhigt. Nach der Räumung einiger
       Protestzelte im Gähler-Park in Altona waren Hunderter Demonstranten spontan
       zum Pferdemarkt gezogen. Dort fuhr die Polizei massiv mit Räumpanzern und
       Wasserwerfern auf und drängte die Menschen von der Straße. Zur Stunde sind
       weiterhin Polizeihundertschaften im Viertel präsent, und die frisch
       geräumten Straßen füllen sich auch wieder mit Menschen.
       
       Wir beenden für Dienstag an dieser Stelle. Ab Mittwoch finden Sie alle News
       [3][im taz-Liveblog]. (taz) 
       
       Straße frei 
       
       22.42 Uhr, Hamburg: Mittlerweile hat die Polizei die Menschen von der
       Straße geräumt. taz-Beobachter sprechen von einem absurden Einsatz der
       Polizei, die mit auf allen Seiten aufgefahrenen Wasserwerfern Menschen, die
       sich friedlich verhalten hätten, abgedrängt hat. (taz)
       
       Verkehrsbeeinträchtigungen und Musik 
       
       22.34 Uhr, Pferdemarkt: Während die Polizei die Leute von der Fahrbahn
       drängt, läuft nebenan im Arivati-Park weiterhin Musik. Insgesamt ist die
       Situation angespannt aber bislang noch friedlich. Die Polizei warnt
       Autofahrer derweil [4][per Twitter] vor Verkehrsbeeinträchtigungen auf St.
       Pauli, der Schanze und in Altona. Grund: „Es befinden sich Personen auf der
       Fahrbahn“. (taz)
       
       Polizei startet Räumung am Pferdemarkt 
       
       22.26 Uhr, Hamburg: Erst zwei dann zehn: Leute machen eine Sitzblockade am
       Pferdemarkt vor den behelmten Polizisten, hinter denen Wasserwerfer und
       Räumpanzer stehen. Die Polizei fordert erneut zum Verlassen der Fahrbahn
       auf. Dann rückt sie vor und räumt die Straße Richtung Feldstraße. Die
       Wasserwerfer werden erstmal nicht eingesetzt. (taz)
       
       Polizei ermittelt: viel los 
       
       22.15 Uhr, Hamburg: „Es ist überall im Moment ein bisschen was los“, sagte
       eine Polizeisprecherin um kurz vor 22.00 Uhr der Nachrichtenagentur dpa.
       Sie müssten alles koordinieren und schauen, „dass es ruhig bleibt“. Es
       seien immer wieder größere Gruppen „von A nach B“ gelaufen. (dpa)
       
       Mehr Polizei, mehr Leute 
       
       22.13 Uhr, Hamburg: Die Polizei zieht am Pferdemarkt Kräfte zusammen.
       Einzelne Leute stehen mittlerweile auf der Fahrbahn. insgesamt stehen rund
       um den Platz am Pferdemarkt mehrere Hundert Leute, vielleicht sogar weit
       über 1.000. Die Polizei wertete die Situation bis vor ein paar Minuten noch
       nicht als Versammlung, sondern als zahllose Einzelpersonen. Nun aber
       kündigt sie an, die Fahrbahn zu räumen. Nach der ersten Durchsage der
       Polizei sind noch einmal deutlich mehr Menschen auf die Fahrbahn am
       Pferdemarkt gegangen. Über allem schnarrt der Hubschrauber. (taz)
       
       Polizei legt nach: vier Wasserwerfer 
       
       22.05 Uhr, Hamburg: Mindestens vier Wasserwerfer und ein Räumpanzer stehen
       mittlerweile in der Stresemannstrasse, direkt vor der taz-Redaktion. Wir
       von der taz meinen: das ist eindeutig zuviel der Ehre. (taz)
       
       Linke kritisiert Polizeieinsatz 
       
       21.50 Uhr, Hamburg: Christiane Schneider, Abgeordnete der Linkspartei in
       der hamburgischen Bürgerschaft sagte der taz zur Räumung des Gählerspark:
       „Die polizei ist in eine friedliche Situation völlig unverhältnismäßig
       reingegangen. Das ist erbärmlich.“ (taz)
       
       Polizei postiert sich massiv am Pferdemarkt 
       
       21.45 Uhr, Hamburg: Die Polizei ist massiv an der Stresemannstraße und am
       Grünen Jäger aufgefahren. Mehrere Wasserwerfer und Räumpanzer sind in
       Sichtweite. Pressevertreter werden rüde zurückgewiesen. (taz)
       
       Spontanspaziergang von Park zu Park 
       
       21.30 Uhr, Hamburg-Altona: Nach dem Zeltabbau im Gähler-Park [5][ziehen
       hunderte Menschen] Richtung Pferdemarkt. Das Viertel ist auch dicht mit
       Polizeieinheiten. Am Pferdemarkt wird die Stimmung bereits unruhiger. Ein
       Polizeisprecher sagte der taz, dort würden die Menschen aber noch nicht als
       „geschlossene Versammlung“ angesehen. (taz)
       
       „Disco, Disco, Partisani“ 
       
       21.10 Uhr, Hamburg-Karolinenviertel: „Disco, Disco, Partisani“ ruft eine
       freundliche Tanzkapelle am Marktweg im Hamburger Karolinenviertel immer
       wieder mal in die Luft. Hier ist nachbarschaftliches Chill-Out-Cornern
       angesagt. (taz)
       
       Das Camp im Gähler-Park wird gerade geräumt 
       
       21.05 Uhr, Hamburg-Altona: Die Zelte an der Thadenstraße werden geräumt.
       [6][Laut Polizei] werden die Abbauverfügung jetzt „nach mehrfacher
       Aufforderung“ durchgesetzt. Laut einem Polizeisprecher werde der Park nicht
       geräumt, sondern „illegales Campen beendet. (taz)
       
       Die Polizei meldet Flaschenwürfe 
       
       20.55 Uhr, Hamburg: Die Polizei [7][twittert], dass es bei der
       Veranstaltung „TechNOG20“ in Ottensen Flaschenwürfe und eine Festnahme
       gegeben habe. (taz)
       
       ## Keine Schlafplätze im Schauspielhaus
       
       20:50 Uhr, Kirchenallee: Auf Twitter kursieren Meldungen, nach denen das
       Schauspielhaus am Hauptbahnhof je nach Lesart entweder besetzt wurde oder
       aber die Theaterleute ihre Türen für die Nacht öffnen würden. 1500
       Schlafplätze werden versprochen. „Allein die Zahl ist völliger Wahnsinn, wo
       sollen die alle hin?“, heißt es aus dem Schauspielhaus. Weder sei das
       Theater besetzt noch könnten dort in der Nacht Leute schlafen. Dennoch
       würden vor der Tür etwa 30 Aktivisten auf Einlass warten. (taz)
       
       Schrap, Schrap, Schrap (2)
       
       20.45 Uhr, Hamburg: Über dem Schanzenviertel und St. Pauli kreisen seit
       längerem zwei Polizeihubschrauber. (taz)
       
       Cornern – was ist das? 
       
       20.40 Uhr, Hamburg: Die Initiative „Allen Alles“ hat für heute abend zum
       Hard Cornern aufgerufen. „Im Grunde bedeutet das, sich auf der Straße zu
       treffen und Raum einzunehmen“, [8][sagt der Dramaturg Miko Hucko im
       taz-Interview] und erklärt da auch, was das mit G20 zu tun hat. (taz)
       
       ## Neues Camp in Altona
       
       20.20 Uhr, Hamburg-Altona: Die Aktivisten lassen ihren Ankündigungen Taten
       folgen und machen sich in der Stadt breit. Im Gählerpark an der
       Stadtteilgrenze zwischen St. Pauli und Altona stehen 12 Zelte, aus einer
       Anlage kommt Musik und eine mobile Küche verteilt Essen. Unser
       Korrespondent berichtet von etwa 200 Menschen im Camp: „Es kommen immer
       mehr!“
       
       ## Antikapitalisten haben keinen Bock mehr
       
       20.10 Uhr, Entenwerder: „Uns reicht es langsam“, sagt die Sprecherin des
       antikapitalistischen Protestcamps auf Entenwerder. Sie beklagt „eine
       Schikane nach der anderen“ durch die Polizei im Laufe des heutigen Tages:
       „Wir sitzen hier in unserem kleinen Freiluft-Knast.“ Deswegen habe man sich
       entschieden, das Camp wieder abzubauen – bis auf ein Zelt, dass als Info-
       und Anlaufpunkt erhalten bleiben soll. Und jetzt? „Wir werden unseren
       Protest direkt in die Stadt verlegen.“ (taz)
       
       ## Medienzentrum im Fußballstadion
       
       19.30 Uhr, Millerntorstadion: Vor dem fast schon romantischen Panorama des
       in die Abendsonne getauchten FC-St.-Pauli-Stadions haben Aktivisten am
       frühen Abend das alternative Medienzentrum FCMC mit einer Pressekonferenz
       eröffnet. Sie wollen Raum für einen alternativen Blick auf den Gipfel
       schaffen. Für Journalisten und Medienaktivisten stehen Arbeitsplätze und
       sogar TV-Studios bereit. Die Pressekonferenzen der kommenden Tage können
       auch [9][im Livestream betrachtet werden]. (taz)
       
       ## Warten aufs Gericht
       
       19.20 Uhr, Hamburg-Lurup: Der endlose Streit um die Schlafzelte in Hamburgs
       Protestcamps zieht sich weiter. Inzwischen stehen bei der Kundgebung gegen
       die Zeltverbote von Ole Plogstedt schon 37 Zelte, berichtet unser
       Korrespondent von vor Ort. Die Polizei hatte am Nachmittag lediglich den
       Aufbau von zwei Zelten erlaubt, hält sich aber bislang zurück. Gegen die
       Polizeiauflagen gehen die Veranstalter beim Verwaltungsgericht vor. „Die
       zuständige Kammer sitzt dran“, sagte Gerichtssprecherin Anne Groß zur taz.
       Ob es heute Abend noch eine Entscheidung geben werde, sei unklar. Die
       Stimmung vor Ort ist entspannt, schildert unser Korrespondent: „Alle liegen
       in der Sonne auf der Wiese.“ Es sei ein „großes, gemütliches Warten“. (taz)
       
       ## Anders kämpfen als Autonome
       
       17.50 Uhr, Hamburg: Unsere Kolumnistin Leyla Yenirce will zwar auch gegen
       den G-20-Gipfel protestieren, doch sie ist anders als die anderen. [10][In
       ihrer Kolumne schreibt sie]: „während sich Autonome mit Bullen kloppen,
       schaue ich zu und hoffe, dass es bei der Offensive auf Raqqa noch ein paar
       êzidische Frauen und Kinder mehr aus der Gefangenschaft geschafft haben.“
       (taz)
       
       ## Auch Obdachlose sind von der Polizei genervt
       
       17.45 Uhr, Hamburg St. Pauli: Die Polizei macht auf ihrer Suche nach
       möglichen Protestcampern auch nicht vor Obdachlosen halt. Das
       Straßenmagazin Hinz&Kunzt [11][berichtet von einer Kontrolle im Stadtteil
       St. Pauli], bei der ein Polizist zur Begründung angab: „Es wird jetzt jeder
       kontrolliert, der mit einer Isomatte rumläuft.“ Von ganz oben käme diese
       Order aber nicht, das hätten die Beamten ganz alleine entschieden. Einig
       ist sich die obdachlose Anna mit vielen anderen Hamburgern:
       „Polizeikontrollen nerven immer, na klar!“ (taz)
       
       Hamburg zeigt Flagge 
       
       17.10 Uhr, Hamburg: Kurz vor dem Gipfel ist klar: In Hamburg lässt das
       Treffen der Staats- und Regierungschefs mitten in der Stadt kaum jemanden
       kalt. Je näher man dem Tagungsort in den Messehallen kommt, umso mehr
       Häuser, Läden und Restaurants zeigen klar und deutlich mit Transparenten
       und Plakaten, was sie von dem bevorstehenden Großereignis halten: nichts.
       Die taz präsentiert ein kleinen Auswahl auf dem Titel der G20-Sonderseiten
       am Mittwoch. (taz)
       
       Brasiliens Präsident kommt doch 
       
       17.00 Uhr, Brasilia: Nachdem Brasiliens Präsident Michel Temer seine
       Gipfelteilnahme zunächst abgesagt hatte, wird er nun doch zum Treffen mit
       den G20-Kollegen nach Hamburg reisen. Das bestätigte am Dienstag das
       Außenministerium in Brasilia. Temer reise vom 6. bis 8. Juni nach Hamburg –
       es ist seine erste Reise nach Deutschland als Präsident.
       
       Er war vergangene Woche von Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot wegen
       Korruptionsverdacht als erster Präsident während der Amtszeit angeklagt
       worden. Der drohende Amtsverlust war als Grund für seinen zunächst
       erklärten Verzicht auf die G20-Reise angeführt worden. Er muss fürchten,
       dass sich bei einer längeren Abwesenheit bisherige Verbündete gegen ihn
       verschwören. (dpa)
       
       ## Zelte in Lurup – sogar zum Schlafen! Doch die Polizei…
       
       16.45 Uhr, Hamburg-Lurup: Die ersten Schlafzelte im Camp am Altonaer
       Volkspark stehen! 15 Stück an der Zahl, berichtet unsere Korrespondentin,
       weitere würden noch aufgebaut. Die Globalisierungskritiker von Attac hatten
       gemeinsam mit „Fernseh-Koch“ Ole Plogstedt zum Sleep-In aufgerufen, um
       gegen die von der Polizei ausgesprochenen Schlaf- und Kochverbote in den
       Protestcamps zu demonstrieren. „Ich finde es absurd, dass die Polizei den
       Menschen so etwas grundsätzliches wie Schlafen und Essen verweigert“, sagte
       Plogstedt. Kurz darauf kam dann auch die Polizei und tat, was ihr
       vorgeworfen wurde: Nur zwei Zelte seien für diese Kundgebung erlaubt
       worden. Der Veranstalter löste die Kundgebung daraufhin auf, doch die Zelte
       blieben erstmal stehen… (taz)
       
       Innensenator kann nicht trennen 
       
       16.15 Uhr, Hamburg: Der Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD) hat erneut
       das Verbot von Camps mit Übernachtungsmöglichkeiten zum G20-Gipfel
       verteidigt. „Es gibt viele, die auch friedlich campen wollen“, sagte Grote
       in Hamburg. „Aber wir können sie nicht von dem Gewaltpotential trennen.“
       Die Camps spielten eine zentrale Rolle in extremistischen Strukturen und
       das Risiko sei zu hoch. (dpa)
       
       Musik vor dem Einschlafen 
       
       16.05 Uhr, Hamburg-Lurup: Im Camp am Altonaer Volkspark wird es langsam
       voller. Musik schallt über die Wiese, die G20-Gegner beraten sich in
       kleinen Grüppchen, von einer Anhöhe beobachtet ein Polizist das Geschehen.
       Trotz der Kontrollen haben es auch bereits einige Zelte auf das Gelände
       geschafft. Gleich soll hier das Sleep-In gegen Schlafverbote stattfinden –
       dann wird sich zeigen, ob die Polizei den Aufbau von Übernachtungszelten
       erneut zu verhindern versuchen wird. (taz)
       
       ## Die Polizei mag keine linken Anwälte
       
       16.00 Uhr, Hamburg: Die Polizei wirft Juristen, die gegen die
       Demoverbotszone klagen, die Mitgliedschaft in linken Anwaltsvereinen vor.
       Damit verletze sie das „zentrale rechtsstaatliche Prinzip“ der freien
       Anwaltswahl, beklagt der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein.
       Sie unterteile Rechtsanwälte in „genehme“ und „gefährliche“. [12][Warum das
       auch für Olaf Scholz problematisch ist], haben Katharina Schipkowski und
       Erik Peter recherchiert. (taz)
       
       ## Staatsbürgerschaft zum Selbstausdrucken
       
       15.50 Uhr, Arrivati Park am Grünen Jäger: Endlich Hamburger*in! An zwei
       Ausgabestellen erhalten Interessierte die „Hamburg Urban Citizenship Card“
       – eine Karte für alle, die in Hamburg leben. Die Idee dahinter stammt von
       der US-amerikanischen „Solidarity City“-Bewegung. In Großstädten leben auch
       heute schon lange keine homogenen Gesellschaften mehr – so somit entspreche
       die Verknüpfung bürgerlicher Rechte mit nationaler Zugehörigkeit schon
       lange nicht mehr der Lebensrealität, argumentieren die Aktivist*innen.
       
       In einigen amerikanischen Metropolen ist die Urban Citizenship Card bereits
       im Alltag der Menschen angekommen: so können Karteninhaber in New York ein
       Bankkonto eröffnen, dürfen bei Ausweiskontrollen durch die Polizei nicht in
       Gewahrsam genommen werden, erhalten günstigere Medikamente oder können an
       Bildungsprogrammen teilnehmen. Anders als in den USA berechtige die Hamburg
       Urban Citizenship Card leider noch zu nichts, sagt Niels Boeing vom Verein
       „Wohl oder Übel“, der als Teil des „Recht auf Stadt“-Netzwerks für die
       Hamburger Stadtbewohner*innen-Karte wirbt. „Die Menschen sollen sie ihren
       Freunden oder mal beim Amt vorzeigen“, sagt Boeing. Nur so könne eine
       öffentliche Debatte angestoßen werden – die dann vielleicht zur Einführung
       einer echten Karte führe. „Natürlich wissen wir, dass der Prozess ewig
       dauern kann“, sagt Boeing. Aber auch die Mietpreisbremse sei mal als
       utopisches Vorhaben abgestempelt worden – „und die kam auch.“ (taz)
       
       Neues Protestcamp vor der Johanniskirche 
       
       15.00 Uhr, Hamburg: Neben der Johanniskriche im Hamburger Stadtteil Altona
       ist unweit des Schanzenviertels mittlerweile ein weiteres Protestcamp
       errichtet worden. Vor Ort sind ungefähr 20 Leute, die ein großes und zwei
       kleine Zelte aufgebaut haben. Weitere sollen folgen. Die Polizei war nach
       Angeben einer Camp-Sprecherin vor Ort, sei aber nach einem kurzem Gespräch
       wieder abgezogen. [13][Über Twitter] wird zur weiteren Beteiligung
       aufgerufen. (taz)
       
       Plenum vor dem Sleep-in in Altona 
       
       14.55 Uhr, Hamburg: Im Camp ist Altonaer Volkspark ist es im Moment sehr
       ruhig. In einem der Zelte tagt gerade das Plenum. Die Polizei kontrolliert
       mittlerweile alle Zugänge zum Camp. Sie hat sich auch an den Waldwegen
       postiert. Leute mit Schlafutensilien werden nicht durchgelassen. Um 16 Uhr
       soll dort das bereits angekündigte Sleep-in gegen Schlafverbote gestartet
       werden. (taz) 
       
       Pfarrer lädt zum Verhandlungstisch 
       
       14.25 Uhr, Hamburg: Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen haben
       am Dienstag in einer öffentlichen Pressekonferenz auf dem Jungfernstieg den
       Senat der Stadt aufgefordert, demokratische Grundrechte wie das
       Versammlungsrecht zu garantieren. „Es geht nicht an, dass in Hamburg ein
       Klima der Angst geschürt wird“, sagte Jeanine Weigel von der DGB-Jugend
       Nord.
       
       Hintergrund war die gewaltsame Räumung von Schlafzelten im genehmigten Camp
       auf der Elbinsel Entenwerder am Sonntag. Übernachtungen sind weiterhin
       weder dort noch im Camp in Lurup beim Volkspark erlaubt. 17 Sprecher von
       Jugend- und Umweltverbänden, Religionsvertreter und Juristen wandten sich
       in Sichtweite des Rathauses mit einminütigen Statements an die
       Öffentlichkeit. Der evangelische Pastor der St. Pauli-Kirche, Sieghard
       Wilm, lud Camp-Anmelder und Versammlungsbehörde ein: „Ich biete einen Tisch
       zum Verhandeln an.“
       
       Schauspieler und ver.di-Mitglied Rolf Becker forderte von den
       Gewerkschaften, Stellung zu beziehen gegen G20. „Nehmt an den
       Demonstrationen teil“, rief der 82-Jährige. Er ermunterte alle Hamburger,
       angereiste Protestierende in ihren Wohnungen aufzunehmen. „Je mehr
       Demonstranten wir dadurch in die Innenstadt holen, desto schwerer machen
       wir es der Polizei.“ (epd)
       
       Putin will mit Trump reden 
       
       14.05 Uhr, Moskau: US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin
       wollen sich während des G20-Gipfels in Hamburg zu einem vollwertigen,
       separaten Gespräch treffen. Das bestätigte Putins Sprecher Dmitri Peskow.
       Über Zeit und Ort der mit Spannung erwarteten ersten Begegnung hatte es in
       den vergangenen Monaten Gerüchte gegeben. (dpa)
       
       Schrab, schrab, schrab 
       
       13.50 Uhr, Hamburg: Die Polizei hat am Dienstag demonstriert, wie
       langweilig ihre Arbeit größtenteils ist. Auf Facebook übertrug sie in einem
       Videolivestream eine Hubschrauberübung an der Alster, bei der zusammen mit
       US-Superduperfliegern eine mögliche Evakuierung der G20-Staatsgäste geprobt
       wurde. In den ersten 30 Minuten des Videos sah man allerdings nichts als
       ein paar Enten. Anfangs war aus dem Off wenigstens ein Mann zu hören, der
       sagte, dass er nicht so laut reden könne, weil der Ton ja schon laufe. Nach
       33 Minuten landet dann so ein toller Sikorsky-Hubschrauber mit zwei
       Propellern, den alle kleinen Jungs aus ihrem Hubschauberquartett kennen,
       auf einer grünen Wiese und fliegt nach 30 Sekunden wieder weg. Irre
       spannend. Dann hört man einen Mann sagen, „ja, hier ist Volker“. Später
       kommt noch ein Hubschrauber. Wahnsinn! Und das tollste: Man kann [14][das
       Video in kompletter Länge noch anschauen]. Unterhaltsamer ist aber
       weiterhin [15][das hier]. (taz)
       
       Blockade-Treffpunkte veröffentlicht 
       
       13.45 Uhr, Hamburg: Das Aktionsbündnis „BlockG20“ will am Freitagmorgen
       Straßen und Kreuzungen in der Innenstadt blockieren, um die Anreise der
       G20-Gäste zu stören. Jetzt ist [16][öffentlich], dass sich die Blockierer
       dafür am Berliner Tor im Osten der Innenstadt sowie an den Landungsbrücken
       im Südwesten treffen wollen. Beide Orte liegen innerhalb der Zone, in der
       Demonstrationen eigentlich verboten sind. Wer dennoch mitmachen will, muss
       auch noch früh aufstehen: Getroffen wird sich bereits um 7 Uhr. Am
       Nachmittag soll es um 15 Uhr einen weiteren Treffpunkt am Millerntorplatz
       geben für alle, die später dazu stoßen wollen. (taz)
       
       Provokantes Video mit Tyrannenmord 
       
       13.30 Uhr, Hamburg: Das für seine jede Geschmacksgrenze herausfordernde
       „Zentrum für politische Schönheit“ hat in einem Video zum G20-Gipfel
       indirekt zum Tyrannenmord aufgefordert. In dem Film sind unter anderem
       Transparente mit der Aufschrift „Tötet Erdogan“ zu sehen. [17][Martin Kaul
       berichtet über die jüngste Provokation] der Künstlergruppe. (taz)
       
       Riesenminidemo im Wunderland 
       
       13.25 Uhr, Hamburg: Im Hamburger „Miniatur Wunderland“, der lau
       Eigenwerbung weltgrößten Modelleisenbahnanlage, ist die Innenstadt zur
       Demonstrations-Gebot-Zone“ erklärt worden. Die kleinen Figuren auf der
       Anlage hielten mittlerweile schon 5.000 Botschaften und Wünsche per
       Sprechblase in den Himmel, teilte Wunderland-Mitbegründer Frederik Braun
       mit. Fotos der Anlage zeigen zwar jede Menge Protestplakate, aber kaum
       Menschen die sie halten. Angesichts der weitreichenden
       Demonstrationsverbote ist nach Einschätzung der taz eine sehr realistische
       Darstellung. (taz)
       
       Kirchen fordern Rettung der Welt 
       
       13.10 Uhr, Bonn/Hannover: Die großen deutschen Kirchen haben vom G20-Gipfel
       „mutige und weitreichende Maßnahmen zur Lösung der Weltprobleme“ verlangt.
       Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx,
       und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland,
       Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, erklärten am Dienstag gemeinsam, sie
       erwarteten, dass in Hamburg „die Orientierung am Wohl der einen
       Menschheitsfamilie in den Vordergrund gestellt“ werde.
       
       Die Pröpste des evangelischen Hamburger Kirchenkreises Hamburg-Ost haben
       derweil die Übernachtungsverbote in den G20-Protestcamps durch die Polizei
       kritisiert. Die Verweigerung von Übernachtungscamps sei geeignet, dass die
       ohnehin angespannte Situation zusätzlich eskaliere, heißt es einem am
       Dienstag veröffentlichten Schreiben. (afp, epd)
       
       Stiftungen fordern mehr Klimaschutz 
       
       13.00 Uhr, Hamburg: Internationale Stiftungen haben an die G20-Staaten
       appelliert, größere Anstrengungen für den Klimaschutz zu unternehmen.
       Nachhaltige Energie sei mittlerweile preislich konkurrenzfähig, sagte der
       Unternehmer Michael Otto, Vorsitzender der Stiftung für Umweltschutz, am
       Dienstag in Hamburg. Vor allem die Wirtschafts- und Entwicklungspolitik
       müsse sich am Klimaschutz ausrichten. Die internationale Stiftungsplattform
       F20 ist ein Bündnis von 45 Stiftungen aus Deutschland, den USA, China,
       Indien und Russland, darunter Deutsche Bundesstiftung Umwelt,
       Zeit-Stiftung, World Future Council und WWF. Sie repräsentieren nach
       eigenen Angaben ein Gesamtkapital in zweistelliger Milliardenhöhe
       (US-Dollar). (epd)
       
       Ein harter Hund führt die Polizei 
       
       12.45 Uhr, Hamburg: Polizeiführer Hartmut Dudde prägte mit seiner
       Einsatz-Philosophie bundesweit den Begriff der „Hamburger Linie“. Jetzt
       leitet er den Gipfeleinsatz – und geht schon wieder bis an der Rand der
       Gesetzmäßigkeit. Wer ist der harte Hund? Ein [18][Portrait auf taz.de].
       (taz)
       
       Welt hat wieder Luft 
       
       12.35 Uhr, Hamburg: Mit einer friedlichen Aktion hat das
       globalisierungskritische Netzwerk Attac am Dienstag in Hamburg versucht,
       seine Kritik am bevorstehenden G20-Gipfel sichtbar zu machen. An den
       Landungsbrücken drückte eine Gruppe maskierter, schwarz gekleideter
       Aktivisten einer großen Weltkugel die Luft raus. Bunt gekleidete
       Globalisierungsgegner „retteten“ die Welt in letzter Minute und pumpten die
       etwa zwei Meter große Gummikugel wieder auf. Die Aktion war zuvor
       angemeldet worden und fand nahe der Brücke 1 in Sichtweite der
       Elbphilharmonie statt. Etwa 30 Aktivisten und Zuschauer waren dabei. Der
       Verkehr wurde nicht behindert. (epd)
       
       Polizei staut sich rund um die Messe 
       
       12.30 Uhr, Hamburg: DemonstrantInnen sind auch rund um die Messehallen, in
       denen der G20-Gipfel stattfinden soll, nicht zu sehen – aber den Verkehr
       lahmzulegen schafft die Polizei hier auch ganz alleine. Auf ganzen
       Straßenzügen stauen sich die anreisenden Polizeifahrzeuge, auch die Geh-
       und Radwege sind durch parkende Polizeiautos, marschierend Beamte sowie
       Polizeihunde und -pferde kaum benutzbar. (taz)
       
       Ein Zelt! Ein Zelt! 
       
       12.20 Uhr, Hamburg: Zwei Stunden nach Ablauf des Ultimatums der Campfans
       ist von den angekündigten massenhaften Parkbesetzungen in der Stadt noch
       nichts zu sehen. Immerhin steht vor dem linken Kulturzentrum Rote Flora im
       Schanzenviertel ein einsames Zelt. Es ist leer. (taz)
       
       EU und Japan planen Freihandelsabkommen 
       
       12.15 Uhr, Brüssel: Kurz vor dem G-20-Gipfel in Hamburg wollen die EU und
       Japan am Donnerstag eine Grundsatzvereinbarung für ein Freihandelsabkommen
       schließen. Der EU-Rat bestätigte am Dienstag einen Gipfel beider Seiten in
       Brüssel. Daran nehmen Japans Regierungschef Shinzo Abe sowie
       EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionschef Jean-Claude Juncker teil.
       Das Abkommen gilt als Signal gegen die „America First“-Politik von
       US-Präsident Donald Trump, die auf wirtschaftliche Abschottung setzt.
       
       „Ehrgeizige Vereinbarung für freien und fairen Handel in der Mache“,
       [19][schrieb Tusk in der Nacht im Kurznachrichtendienst Twitter]. Laut
       EU-Rat wird erwartet, dass die EU und Japan bei dem Gipfel „eine politische
       Vereinbarung“ für ein Freihandelsabkommen verkünden. Eine endgültige
       Einigung über [20][das umstittene Jefta-Abkomemn] wird erst bis Spätherbst
       erwartet. (afp)
       
       Ultimatum abgelaufen 
       
       11:30, Hamburg: Nach wie vor dürfen die G20-Gegner in Hamburg keine Camps
       errichten. Das autonome Welcome-to-Hell-Bündnis hatte deswegen ein
       Ultimatum gestellt, das heute morgen um 10 Uhr abgelaufen ist – sollte es
       weiterhin keine Camperlaubnis geben, werde man massenhaft Plätze besetzen,
       heißt es dort. Diesen Aufruf haben die „Wütende Gruppen des Widerstands
       gegen G20“ nun [21][bekräftigt]. Heute Abend findet das [22][Hedonistische
       Massencornern gegen G20] statt – gut möglich, dass es im Anschluss
       Besetzungsversuche geben wird. Im Moment verstärkt die Polizei ihre Präsenz
       am Altonaer Volkspark, wo es heute um 16 Uhr ein [23][Sleep-In gegen
       Schlafverbote] geben soll. (taz)
       
       Hamburger Polizei lässt es knallen 
       
       11.10 Uhr, Hamburg: Die Hamburger Polizei hat Zwillen, Böller und
       Feuerlöscher, die nach eigenen Angaben bei Hausdurchsuchungen am Wochenende
       „bei polizeibekannten Linksextremisten“ in Hamburg und Rostock gefunden
       wurden, auf ihr Verletzungspotenzial getestet. Ein Video der Test wurde
       [24][bei Facebook veröffentlicht]. Damit wolle man „begreifbar machen und
       demonstrieren, für welche Art von Gewalttaten sie eingesetzt werden
       können“, erklärte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Sie seien geeignet
       schwerste Verletzungen hervorzurufen. „Diese Art der Militanz lässt mich
       fassungslos zurück.“ (taz)
       
       Schlafen gegen Schlafverbote 
       
       10.30 Uhr, Hamburg: Das globalisierungskritische Netzwerk attac hat für
       heute Nachmittag, 16 Uhr [25][eine Aktion mit dem Titel „Sleep-In gegen
       Schlafverbote“] im Volkspark Altona angekündigt. Anmelder der Mahnwache, zu
       der Schlafsäcke und Zelte mitgebracht werden sollen, sei der Hamburger
       Fernsehkoch Ole Plogstedt, der sagt: „Gerade die Versorgung der
       Demonstrantinnen und Demonstranten ist mir als Koch ein Anliegen. Wer nicht
       schläft, wer nicht isst, der kann auch nicht protestieren.“ (taz)
       
       Hubschraubereinsatz! Hubschraubereinsatz! 
       
       10.10 Uhr, Hamburg: Für Dienstagmittag hat die Polizei eine „kurze
       Hubschrauberübung“ am Himmel über Hamburg [26][angekündigt]. „Es werden
       verschiedene Szenarien, u.a. Evakuierungsübungen, stattfinden.“ Dabei werde
       es zu kurzfristigen Straßensperrungen kommen. (taz)
       
       Die taz singt mit Max Goldt und Foyer des Arts schon mal den Song zur
       Übung:
       
       Und noch ein Demoverbot 
       
       9.45 Uhr, Hamburg: Die geplante Demonstration gegen den G20-Gipfel im
       Hamburger Gängeviertel bleibt verboten. Das Hamburgische
       Oberverwaltungsgericht wies die Beschwerde des Anmelders der
       Dauerkundgebung „Solidarische Oase Gängeviertel – Für grenzenlose
       Bewegungsfreiheit“ zurück (4 Bs 142/17), wie das Gericht am Dienstag
       mitteilte. In der Begründung sei das Oberverwaltungsgericht weitgehend dem
       vorangegangenen Beschluss des Verwaltungsgerichts vom 27. Juni gefolgt.
       
       Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit der bestehenden
       Allgemeinverfügung der Versammlungsbehörde, welche Demonstrationen und
       Versammlungen in einem 38 Quadratkilometer großen Bereich der Innenstadt
       während des Treffen der Staats- und Regierungschefs untersagt.
       
       Die Allgemeinverfügung sei rechtmäßig, betonte das Gericht, da mit hoher
       Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass ohne ein zeitlich und
       räumlich begrenztes Versammlungsverbot zu einem Schaden für die körperliche
       Unversehrtheit der G20-Teilnehmer und der Versammlungsteilnehmer kommen
       würde. (dpa)
       
       Gruner + Jahr zeigt Flagge für Pressefreiheit 
       
       9.40 Uhr, Hamburg: Zum G20-Gipfel hat der Hamburger Verlag Gruner + Jahr
       eine Kampagne für Presse- und Meinungsfreiheit gestartet. Unter dem Motto
       „#FightForOurWrite“ hängen seit Dienstag am Verlagsgebäude am Bauwall
       mehrere große Plakate, auf denen sich G+J-Chefredakteure quasi hinter
       Gittern zeigen – auch aus Solidarität mit inhaftierten Journalisten
       weltweit, darunter in der Türkei der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel.
       (dpa)
       
       ## Geschlafen wird nur heimlich
       
       09.30 Uhr, Entenwerder/Lurup: In den beiden Camps, die keine Camps sein
       dürfen, blieb es über Nacht ruhig, offiziell ist Übernachten hier aber
       weiterhin nicht erlaubt. In einer halben Stunde läuft das Ultimatum der
       G20-Gegner ab, die Besetzungen angekündigt hatten, sollte es weiterhin
       keine Camps geben. Lesen Sie [27][hier unseren Bericht aus der letzten
       Nacht]. (taz)
       
       ## Hamburg macht die Schotten dicht
       
       8.55 Uhr, Hamburg: In der Stadt schließen Arztpraxen, Schulen,
       Schwimmbäder, Kindergärten und Banken über die Gipfeltage. Es droht ein
       Verkehrskollaps. Wie sich die HamburgerInnen für die Chaostage rüsten,
       [28][lesen Sie hier.] (taz)
       
       ## Grote von Ultimatum unbeeindruckt
       
       Dienstag, 4.7., 8.25 Uhr, Hamburg: Hamburgs Innensenator Andy Grote beharrt
       auf dem [29][Verbot von Übernachtungen in Protestcamps] anlässlich des
       G20-Gipfels. „Es kann Protestcamps als Versammlungscamps geben, aber keine
       Übernachtungscamps“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag im
       ZDF-“Morgenmagazin.“ Man wisse, dass dahinter „die militante, autonome
       Szene“ stehe. Er erteilte auch einem Ultimatum von Aktivisten, ein
       zentrales Übernachtungscamp zu schaffen, eine Absage.
       
       Das Demonstrationsbündnis „Welcome to Hell“ hatte am Montag [30][in einer
       Presseerklärung] zu massenhaften Besetzungen aufgerufen, sollte es bis
       Dienstagmorgen um 10 Uhr keine klare Zusage für ein Protestcamp geben.
       
       Grote zufolge wird „der allergrößte Teil der Proteste sehr bunt, sehr
       vielfältig, aber friedlich sein.“ Es werde jedoch auch ein paar
       gewaltbereite Aktionen geben. „Wir können auch einen terroristischen
       Anschlag nicht völlig ausschließen, dazu haben wir aber keine konkreten
       Hinweise.“
       
       Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will sich heute mit Grote in
       Hamburg treffen und sich über das Einsatzkonzept der Sicherheitsbehörden
       für das G20-Treffen informieren. (dpa/taz)
       
       ***
       
       Wir berichten von den Vorbereitungen und Protestaktionen gegen den
       G20-Gipfel in Hamburg. 
       
       Am Dienstag für uns auf der Straße sind die taz-ReporterInnen Malene
       Gürgen, Malte Kreutzfeldt, Katharina Schipkowski, Nadine Fischer, Paul
       Welch und Fabian Grieger. In der Hamburger Zentrale kümmern sich Muriel
       Kalisch, Benjamin Laufer, Gereon Asmuth, Belinda Grasnick und Jean-Philipp
       Baeck um den Newsblog.
       
       ## Rappen im Regen
       
       Montag, 3.7., 21.50 Uhr, Hamburg: In der Stadt nieselt es mal wieder. Auf
       der zum [31][“Arrivati-Park“] umbenannten Grünfläche am Grünen Jäger wird
       solidarisch für Flüchtlinge gerappt. Und die [32][Titanic macht Witze] über
       Hamburgs Polizei. Über deren Einsatzkonzept will sich am Dienstag
       Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor Ort erkundigen. Der Rest
       der Bundesregierung übt schon mal den Umgang mit Besuchern wie Recep Tayyip
       Erdogan, wie man [33][bei Tobias Schulze nachlesen kann].
       
       Der taz-Liveblog aber macht für Montag Feierabend. Und wer jetzt noch einen
       Schlafplatz sucht, findet vielleicht einen über den Twitteraccount
       [34][@schlaflos_hh]. (taz) 
       
       Steinmeier demonstriert gegen Trump 
       
       20.30 Uhr, Stuttgart: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht kurz vor
       dem G20-Gipfel in Hamburg hart ins Gericht mit US-Präsident Donald Trump.
       „Wenn jeder nur nach dem besten Deal sucht, dann werden wir am Ende alle
       verlieren“, sagte Steinmeier der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter
       Nachrichten“. Er warnte vor den Folgen, die die außenpolitische Strategie
       Trumps haben könnte. „Ich bin sehr besorgt über diese Veränderungen und wir
       können nicht davon ausgehen, dass es sich schnell zurechtbiegt“. (dpa)
       
       Heiliggeistfeld bleibt demofrei 
       
       19.30 Uhr, Hamburg: Die Schlusskundgebung der Demonstration „G20 – not
       welcome“ darf am 8. Juli weiter nicht auf dem Heiligengeistfeld abgehalten
       werden, sondern muss auf den Millerntorplatz ausweichen. Der
       Oberverwaltungsgericht (OVG) bestätigte am Montag eine entsprechende
       Entscheidung des Verwaltungsgerichts und wies eine Beschwerde der
       Veranstalter dagegen zurück (Az. 4 Bs 141/17). Die Allgemeinverfügung der
       Versammlungsbehörde sei rechtmäßig. Es bestünden hinreichende
       Anhaltspunkte, dass aus der Versammlung Gewaltstraftaten begangen würden,
       welche die körperliche Unversehrtheit oder das Leben von Polizisten,
       Unbeteiligten und friedlichen Demonstrationsteilnehmern gefährden könnten.
       Auf dem Heiligengeistfeld gebe es die Gefahr einer Massenpanik bei den
       angekündigten 50.000 bis 100.000 Teilnehmern, während der Millerntorplatz
       in mehrere Richtungen verlassen werden könne, heißt es in der Mitteilung.
       Angesichts der Gefahren für Leib und Leben müsse hingenommen werden, dass
       eventuell nicht alle Teilnehmer die Abschlusskundgebung verfolgen könnten.
       Zudem liege der Millerntorplatz noch in der Nähe des Tagungsortes.
       
       Auch eine Veranstaltung der globalisierungskritischen Organisation Attac
       zum G20-Gipfel bleibt verboten. So darf die Versammlung „Neoliberalismus
       ins Museum“ am Freitag (7. Juli) um 13 Uhr nicht in der Hamburger City
       zwischen Hauptbahnhof und Deichtorhallen stattfinden (Az. (5 E 6475/17).
       Das teilt das Verwaltunsggericht am Montag mit. Die Versammlung falle unter
       das Demo-Verbot in der Innenstadt. Außerdem sei es den Veranstaltern
       zumutbar, die Versammlung außerhalb der Verbotszone abzuhalten. (dpa, epd,
       taz)
       
       Grüne kritisieret Polizeieinsatz 
       
       18.20 Uhr, Hamburg: Im Streit um den Polizeieinsatz bei einem Protest-Camp
       von Gipfelgegnern hat Hamburgs Grünen-Chefin Anna Gallina Kritik geübt.
       „Der Eindruck, dass die Polizei sowohl den Aufbau des Camps als auch das
       Beschreiten des Rechtswegs verzögert hat, drängt sich förmlich auf.
       Diesbezüglich ist der Start in die G20-Woche am Sonntag an dieser Stelle
       gründlich misslungen“, erklärte Gallina am Montag. Das
       Bundesverfassungsgericht habe in seinem Beschluss Übernachtungen nicht per
       se ausgeschlossen. „Es ist auch nicht gut, allen G20-Kritikern, die nach
       Hamburg reisen und hier übernachten wollen, unlautere Motive zu
       unterstellen.“ (dpa)
       
       Schlaflos in Hamburg 
       
       17.45 Uhr, Hamburg: Ob es Protestcamps geben wird, ist weiter ungewiss.
       G20-Gegner rufen nun dazu auf, unter dem Hashtag [35][#schlaflosinhh]
       Schlafplätze für die anreisenden Protestierenden anzubieten. Unter der
       Nummer 0163 9273427 ist außerdem ein Infotelefon für Schlafplatzsuchende
       geschaltet. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund hat das Campverbot [36][in
       einer Stellungnahme] kritisiert. (taz)
       
       In eigener Sache 
       
       17.25 Uhr, Hamburg: Wir schieben mal schnell einen Werbeblock ein: Zum
       G20-Gipfel berichtet die taz täglich mit acht Sonderseiten – in der
       morgigen Ausgabe erfahren Sie unter anderem, welche Einschränkungen die
       Hamburger während des Gipfels hinnehmen müssen, wie die deutsche
       Bundesregierung mit den Ausfällen des US-Präsidenten Donald Trump umgehen
       will und welche Einstellungen die G20-Staaten zum Thema Freihandel
       mitbringen. (taz)
       
       Demonstriert wird auch in Ostdeutschland 
       
       17.10 Uhr, Leipzig: Gegen das Vorgehen der Hamburger Polizei wird auch
       anderswo protestiert: Um 18 Uhr soll heute [37][eine Demonstration im
       Leipziger Herderpark] beginnen, die sich insbesondere gegen die Campverbote
       richtet. (taz)
       
       Journalistenverband kritisiert Polizei 
       
       15.55 Uhr, Hamburg: Die Polizei ist am Sonntagabend in Entenwerder offenbar
       nicht nur mit den G20-Gegnern ruppig umgegangen: Ein Journalist berichtet
       auf Twitter, die Beamten hätten ihm den Presseausweis abgenommen, ihn in
       den Bauch geschlagen und Pfefferspray eingesetzt. Hendrik Zörner, Sprecher
       des Deutschen Journalistenverbands (DJV) kritisiert dieses Vorgehen in
       einer [38][Stellungnahme]. „Generell scheint bei dem ersten gewaltsamen
       Vorgehen der Sicherheitskräfte im Rahmen des G 20-Gipfels zu gelten: Wenn
       Journalisten im Weg stehen, werden sie weggeräumt“, heißt es dort. Der
       Journalist hat seine Vorwürfe mittlerweile [39][in einem Interview]
       bekräftigt. (taz)
       
       Obdachlose sollen unsichtbar werden 
       
       15.20 Uhr, Kennedybrücke: Obdachlose unter der Kennedybrücke sollen während
       des G20-Gipfels ihre Platte räumen. Gegen 14 Uhr gingen zwei Polizeibeamte
       zu der elf-köpfigen Gruppe, die dort in Zelten lebt. Sie vereinbarten mit
       ihnen, sie am Mittwoch um 14 Uhr abzuholen und bis Sonntag in einer festen
       Unterkunft unterzubringen. Nach dem Gipfel dürften Bewohner und Zelte
       zurückkehren. Zunächst hatte es geheißen, die Obdachlosen würden bereits
       heute geräumt.
       
       Rafael, einer von ihnen, zeigte sich mit der Lösung durchaus zufrieden: „So
       lange sie uns nicht einsperren, ist es doch in Ordnung.“
       
       Innensenator Andy Grote (SPD) hatte [40][im Mai in der Hamburgischen
       Bürgerschaft dazu erklärt], beim G20-Treffen werde es so wenig
       Einschränkungen wie möglich in der Stadt geben – auch für Obdachlose.
       [41][Laut NDR sagte Grote], eine Ausnahme bestehe nur, sofern ein
       Schlafplatz direkt vor dem Hotel einer Gipfel-Delegation liege, dann gäbe
       es ein Ausweichquartier.
       
       Die Kennedy-Brücke trennt in Hamburg die Binnen- von der Außenalster. Die
       nächsten Hotels mit Gipfelgästen sind das Hotel Vier Jahreszeiten mit der
       saudischen Delegation, sowie das Atlantic Hotel Kempinski, in dem sowohl
       Bundeskanzlerin Angela Merkel, Kanadas Premier Justin Trudeau und Indiens
       Premierminister Narendra Modi übernachten sollen. Beide Hotels sind über
       500 Meter von der Kennedy-Brücke entfernt.
       
       Der Leiter des Bezirks Hamburg-Mitte, Falko Droßmann (SPD), hatte
       Obdachlosen [42][Ende April in der Straßenzeitschrift Hinz & Kunzt
       geraten], während des Gipfels Schlafplätze in der Nähe von Messe und Hotels
       zu meiden oder gleich ganz die Stadt zu verlassen. (taz)
       
       Olivia Jones erteilt Hausverbot für Trump, Putin und Erdogan 
       
       14.32 Uhr, Hamburg: Hamburgs Vorzeige-Drag-Queen Olivia Jones und ihre
       Freunde haben zum G20-Gipfel in ihren Kiez-Lokalitäten vorsorglich ein
       Hausverbot gegen „Populisten und Despoten“ verhängt. „Wir müssen leider
       draußen bleiben“, heißt es dreisprachig auf einem Aufkleber mit den
       durchgestrichenen Konterfeis der Staatschefs Trump, Erdogan und Putin, der
       im Vorfeld des Gipfels auf vielen Türen von Kiez-Clubs und
       St.-Pauli-Treffpunkten zu sehen ist.
       
       Die 47-jährige Drag-Queen durfte im Februar auf Einladung der Grünen in der
       Bundesversammlung den Bundespräsidenten mitwählen. Im Berliner Bundestag
       stach sie mit großer Perücke in Orange und knalligem blau-orangenem Kostüm
       aus der Menge der Anzugträger deutlich heraus. Fotos, die sie neben der
       Bundeskanzlerin ziegten, warne um die Welt gegangen. (dpa/taz)
       
       Kirchenbesetzer laden zum Campen ein 
       
       14.25 Uhr, Hamburg: Die Besetzer einer Kirche in Hamburg-Rahlstedt haben
       gegen den G20-Gipfel protestierenden Menschen Schlafplätze auf ihrem
       Gelände angeboten. Es bestehe „die unmittelbare Notwendigkeit, den Protest
       strukturell zu unterstützen und möglich zu machen, heißt es in eine [43][im
       Internet verbreiteten Erklärung.] „Wir kritisieren die Stadt scharf für
       ihre Politik, im Zuge derer sie Aktivist*innen ihr Recht auf Protest (…)
       verweigert.“ Die [44][seit Juni besetzte Kirche] liegt im Osten Hamburgs,
       weit von der Innestadt entfernt – oder wie Ortskundige sagen: „am Arsch der
       Heide.“ (taz)
       
       Polizei räumt Himmel über Hamburg 
       
       14.00 Uhr, Hamburg: Für die Zeit des G20-Gipfels gilt im Umkreis von 30
       nautischen Meilen einen Flugbeschränkungszone. Das hat [45][die Hamburger
       Polizei am Montag mitgeteilt]. Demnach dürfen in dem Bereich vom 6. Juli
       2017, 6 Uhr bis zum 9. Juli 2017, 22 Uhr, nur genehmigte Flüge stattfinden.
       Andere Luftfahrzeuge, Flugmodelle, Heißluftballons und auch Drohnen dürfen
       nicht in diesem Gebiet starten. Rettungsflüge und der Polizei-Flugverkehr
       seien „natürlich davon ausgenommen.“ (taz)
       
       Obdachlose sollen weg 
       
       13.55 Uhr, Hamburg: Die unter der Kennedybrücke campierenden Obdachlosen
       sollen nun doch geräumt werden. Nach Informationen der taz soll die Platte
       der Brücke über die Alster ab 14 Uhr von der Polizei geräumt werden. (taz)
       
       Merkel plant Vorgespräch mit Trump 
       
       13.45 Uhr, Berlin/Washington: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich
       vor Beginn des G20-Gipfels in Hamburg mit US-Präsident Donald Trump
       treffen. Die Kanzlerin habe eine Begegnung „ins Auge gefasst,
       höchstwahrscheinlich am Donnerstagabend“, sagte Regierungssprecher Steffen
       Seibert am Montag in Berlin. Die Kanzlerin führe als Gastgeberin vorab eine
       ganze Reihe von Gesprächen. „Das ist also etwas völlig normales“, fügte er
       hinzu. [46][Trump twitterte], dass er noch am Montag „mit Deutschland und
       Frankreich sprechen“ werde. Offiziell beginnt der zweitägige Gipfel der
       wichtigsten Wirtschaftsmächte am Freitag. (dpa, taz)
       
       Polizeisprecher begründet Campverbot 
       
       13.25 Uhr, Hamburg: Der Hamburger Polizeisprecher Timo Zill hat das Verbot
       von Übernachtungen in Protestcamps mit Erfahrungen bei zurückliegenden
       Gipfeln beispielsweise in Heiligendamm 2008 begründet. „Immer wenn wir
       solche Camps hatten, ist es zu schweren Ausschreitunge gekommen“, sagte
       Zill [47][in einem von der Polizei verbreiteten Video]. „Man kann von der
       Polizei nicht erwarten, dass wir diesen militanten Linksextremisten eine
       Rückzugfläche, eine Mobilisierungsfläche zur Verfügung stellen“. (taz)
       
       Demoverbot für Erdogan bekräftigt 
       
       13.15 Uhr , Berlin: Die Bundesregierung würde einen Überraschungsauftritt
       des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in einem Konsulat
       hierzulande nicht akzeptieren. „Ich höre oder lese von Gerüchten über
       mögliche Auftritte an Generalkonsulaten, vielleicht per Videoschalte“,
       sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. „Für die
       Bundesregierung kann ich nur noch einmal bekräftigen, dass Auftritte dieser
       Natur mit einer hinreichend langen Vorlauffrist bei der Bundesregierung per
       Verbalnote, an das Auswärtige Amt gerichtet, zu beantragen wären.“ Alles
       andere wäre ein Verstoß gegen den von der deutschen Regierung vorgebrachten
       Willen. (dpa)
       
       Hilfsorganisationen besorgt über weltweite Repressionswelle 
       
       13.05 Uhr, Hamburg: In einem allgemeinen Appell an die G20 rufen „Brot für
       die Welt“, die Heinrich-Böll-Stiftung, Misereor und medico international
       dazu auf, die Menschenrechte und den Schutz von Aktivisten auf die Agenda
       des Treffens zu setzen. Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der
       Heinrich-Böll-Stiftung, berichtete von einer „Repressionswelle“. „Auch in
       den meisten G20-Mitgliedsländern werden fundamentale Menschenrechte wie die
       Versammlungs- Meinungs- und Vereinigungsfreiheit nicht mehr garantiert“.
       Das allgemeine Lippenbekenntnis der Bundesregierung zur demokratischen
       Teilhabe reiche nicht mehr aus. (epd/taz)
       
       Hamburg tankt auf 
       
       Linke fordern Rücktritt des Innensenators 
       
       12.35 Uhr, Hamburg: Hamburgs Linksfraktion fordert nach dem aus ihrer Sicht
       rechtswidrigen Polizeieinsatz bei einem G20-Protestcamp auf der
       Elbhalbinsel Entenwerder den Rücktritt von Innensenator Andy Grote (SPD).
       (dpa)
       
       Überraschung: Polizeigewerkschaft total zufrieden 
       
       12.25 Uhr, Hamburg: Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat Strategie
       und Auftreten der Polizei rund um den G20-Gipfel in Hamburg ausdrücklich
       gelobt. „Die bisherige polizeiliche Linie ist voll aufgegangen. Das Konzept
       „Deeskalation durch Stärke“ verhindert Straftaten schon im
       Entstehungsprozess und ermöglicht gleichzeitig den friedlichen Protest“,
       erklärte DPolG-Bundeschef Rainer Wendt. (dpa)
       
       Aufforderung zur Besetzung aus der Hölle 
       
       12.00 Uhr, Hamburg: Das Demonstrationsbündnis „Welcome to Hell“ hat [48][in
       einer Presseerklärung] der Polizei vorgeworfen, „mit haltlosen
       Unterstellungen gerechtfertigten Protest zu kriminalisieren.“ Das werde man
       nicht tatenlos hinnehmen und „ab sofort Plätze und Flächen sondieren und
       uns nehmen. Wir werden alles dafür tun, um das Camp durchzusetzen!“ Sollte
       es bis Dienstagmorgen um 10 Uhr keine klare Zusage für ein Protestcamp
       geben, werde zu massenhaften Besetzung aufgerufen. Die Erklärung listet
       anschließend 17 Parks als „mögliche Campflächen“ auf. „Welcome to hell“ ist
       das Motto der Anti-G20-Demonstration am Donnerstag, die von allen als
       potenziell militant eingeschätzt wird. (taz)
       
       Attac attackiert Polizei 
       
       11.45 Uhr, Hamburg: Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die
       Teilräumung eines G20-Camps im Hamburger Stadtteil Entenwerder scharf
       kritisiert. „Wir fordern die Hamburger Polizei und den Senat auf, sofort
       auf den Boden des Grundgesetzes zurückzukehren“, erklärte Judith Amler vom
       Attac-Rat am Montag. Was sich derzeit in der Hansestadt abspiele, „ist so
       weit entfernt von dem versprochenen Festival der Demokratie wie die Türkei
       von Pressefreiheit entfernt ist“. (dpa)
       
       Saudischer König hat andere Sorgen 
       
       11.40 Uhr, Riad/Hamburg: Saudi-Arabiens König Salman wird nicht zum
       G20-Gipfel nach Hamburg fahren. Aktuelle Entwicklungen in der Katar-Krise
       würden den 81-Jährigen dazu zwingen, Finanzminister Mohammed al-Dschadan
       als Vertretung in die Hansestadt zu schicken, berichteten diplomatische
       Kreise der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere arabische Staaten haben Katar
       unter Führung Saudi-Arabiens vor vier Wochen isoliert und eine Reihe von
       Forderungen an das Golfemirat gestellt. Wegen des schlechten
       Gesundheitszustands von König Salman war schon zuvor spekuliert worden, ob
       er die Reise antreten würde. (dpa)
       
       ## Beging die Hamburger Polizei Rechtsbruch?
       
       11.15 Uhr, Hamburg: Das Hin und Her rund um das Camp in Entenwerder sorgt
       weiterhin für Verwirrung. In der Nacht zu Sonntag hatte das Hamburger
       Verwaltungsgericht das Protestcamp genehmigt und die Auflagen der Polizei
       als rechtswidrig bezeichnet. Dennoch hatte die Polizei die G20-Gegner am
       Sonntag am Aufbau des Camps gehindert – aus Sicht der Camp-Organisatoren
       ein Rechtsbruch. Am Nachmittag hatte die Versammlungsbehörde – also die
       Polizei – dann eine neue Verfügung gegen das Protestcamp erlassen, die den
       Aufbau nur unter Auflagen erlaubt und unter anderem das Übernachten
       verbietet. Nach Darstellung der Polizei war diese Verfügung die Grundlage
       dafür, um 22:30 Uhr die Wiese zu stürmen und die Zelte zu entfernen, um das
       Übernachtungsverbot durchzusetzen.
       
       Gegen die neue Verfügung stellten die Camp-Organisatoren erneut einen
       Eilantrag beim Verwaltungsgericht. In der Nacht zu Montag wurde dieser
       Eilantrag allerdings abgelehnt und die Auflagen der Polizei bestätigt: Das
       Übernachtungsverbot sei zulässig, weil das Übernachten als solches „nicht
       Ausdruck einer Meinungskundgabe“ sei. Insofern sei es zulässig, die
       „Unversehrtheit des Parks“ gegen das „Grundrecht der Versammlungsfreiheit
       abzuwägen“, schreibt das Gericht – und diese Abwägung fiel gegen die
       Übernachtungszelte aus.
       
       Zwei verschiedene Kammern des Verwaltungsgerichts haben also in zwei
       aufeinander folgenden Nächten unterschiedlich über die Rechtswidrigkeit der
       polizeilichen Auflagen entschieden. Möglich ist das, weil das
       vorausgegangene Urteil des Bundesverfassungsgericht die Frage, ob
       Übernachten Teil der politischen Meinungskundgabe ist und deswegen erlaubt
       werden muss, nicht grundsätzlich geklärt hat, sondern der
       Einzelfallentscheidung überlässt. Gegen den letzten Beschluss des
       Verwaltungsgerichts aus der vergangenen Nacht wollen die Camp-Organisatoren
       nun aber Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen, wie der Anwalt
       der Camp-Anmelder, Martin Klingner, gegenüber der taz bestätigte. Falls
       notwendig, werde auch erneut das Bundesverfassungsgericht angerufen – es
       ist also möglich, dass doch noch eine grundsätzliche Entscheidung über die
       Übernachtungsfrage gefällt wird. (taz)
       
       ## Beschluss des Hamburger Verwaltungsgericht nachlesen
       
       10.15 Uhr, Hamburg: [49][Lesen Sie hier die Entscheidung des
       Verwaltungsgerichts Hamburg] gegen den Eilantrag der Organisatoren des
       Protestcamps auf der Elbhalbinsel Entenwerder. (taz)
       
       ## Camp-Organisatoren wollen weiter klagen
       
       9.57 Uhr, Hamburg: Der Anwalt des Protestcamps, Martin Klingner, erklärte
       der taz, dass die G20-Gegner die Entscheidung des Hamburger
       Verwaltungsgericht von der Nacht anfechten werden. Der Fall gehe nun vor
       das Oberverwaltungsgericht und gegebenenfalls vor das
       Bundesverfassungsgericht, erklärte Klingner. (taz)
       
       ## Polizei will weiterhin keine Übernachtungen dulden
       
       Montag, 9 Uhr, Entenwerder: Das Hamburger Verwaltungsgericht hat sich in
       der Nacht zu Montag mit einem Eilantrag von G20-Gegner gegen die Auflagen
       für ein Protestcamp auf der Elbhalbinsel Entenwerder befasst. Nach
       Polizeiangaben bestätigte es die Auflagen gegen das Protestcamp im Südosten
       Hamburgs. „Das VG hat den Eilantrag gegen unsere Auflagen zum Camp
       #Entenwerder abgelehnt“, twitterte die Polizei am Montagmorgen. „Es werden
       weiterhin keine Übernachtungen geduldet.“
       
       In der Nacht hatte es [50][Tumulte im Camp auf der Elbinsel Entenwerder
       gegeben], als die Polizei elf Zelte wegen eines von ihr verhängten
       Übernachtungsverbots entfernte. Die Demonstranten leisteten nach Angaben
       der Polizei Widerstand, ein Mensch wurde festgenommen. Die Polizei setzte
       Pfefferspray ein. (dpa)
       
       ***
       
       Wir berichten von den Vorbereitungen und den ersten Protestaktionen gegen
       den G20-Gipfel in Hamburg. 
       
       Am Montag für uns auf der Straße sind die taz-Reporter Paul Welch Guerra
       und Fabian Grieger. In der Hamburger Zentrale kümmern sich Gereon Asmuth,
       Jean-Philipp Baeck und Malene Gürgen um den Newsblog.
       
       Immer noch kein Camp in Entenwerder 
       
       Sonntag, 2. Juli, 20 Uhr, Entenwerder: Nur eine Handvoll Zelte steht bisher
       im Elbpark Entenwerder, wo G20-Gegner heute eigentlich ihr Camp aufbauen
       wollten. Fahrzeuge werden nicht auf das Gelände gelassen, Verpflegung wird
       gerade mit Handkarren herangebracht. In diesen Minuten tagt das Plenum im
       Versammlungszelt, die Aktivisten beraten, wie sie mit der Situation umgehen
       wollen. Eigentlich hatte das Verwaltungsgericht den Aufbau des Camps an
       diesem Ort fernab der Innenstadt in der Nacht zu Sonntag genehmigt. Bisher
       verhindert die Polizei aber eigenmächtig, dass dieser Beschluss umgesetzt
       werden kann.
       
       Ein Polizeisprecher vor Ort hat dieses Vorgehen gegenüber unseren
       Korrespondenten damit begründet, dass die Polizei ihre Sicht der Dinge
       gegenüber dem Gericht erst heute im Laufe des Tages habe schildern können.
       Nun warte man auf eine Nachbesserung des Gerichtsentscheids, diese könne
       noch in dieser Nacht eintreffen. Einen Aufbau des Camps erlaube man bislang
       nicht, weil dieses sonst wieder abgebaut werden müsse, sollte das Gericht
       doch anders entscheiden.
       
       An dem Verhalten der Polizei gibt es vielfältige Kritik. Die Hamburger
       Linksfraktion wirft der Polizei Rechtsbruch vor, auch bei den Grünen stößt
       das Verhalten laut einer Sprecherin auf „großes Unverständnis“. (taz)
       
       Polizei verhindert weiterhin Camp-Aufbau 
       
       19.25 Uhr, Entenwerder: In Entenwerder, wo G20-Gegner nach der
       richterlichen Erlaubnis heute eigentlich ihr Camp aufbauen wollen, bleibt
       die Stimmung angespannt. Wie unsere Korrespondenten vor Ort berichten,
       verhindert die Polizei weiterhin, dass mit dem Aufbau der
       Camp-Infrastruktur beginnen werden kann, indem sie den Zugang zum Elbpark
       Entenwerder absperrt. Nicht nur unter den Aktivisten, auch bei vielen der
       anwesenden Journalisten gebe es für dieses Vorgehen kein Verständnis. Das
       Hamburger Verwaltungsgericht hatte den Aufbau des Camps in einer
       Eilentscheidung in der Nacht zu Sonntag erlaubt, die Polizei setzt diesen
       Beschluss aber offenbar bisher nicht um. Der anwaltliche Notdienst übt in
       einer eben veröffentlichten Pressemitteilung scharfe Kritik an diesem
       Vorgehen: Es handele sich hier zum ein „vorsätzliches Unterlaufen
       rechtsstaatlicher Garantien“. Der geplante Standort im Elbpark Entenwerder
       ist ohnehin schon ein Kompromiss, er befindet sich im Südosten der Stadt,
       weitab vom Zentrum des Gipfelgeschehens. Die [51][Gemengelage rund um die
       G20-Camps] bleibt damit weiter unübersichtlich. (taz)
       
       Rathausmarkt-Besetzer werden abgeführt 
       
       18.25 Uhr, Rathausmarkt: Die Polizei hat eine Sitzblockade auf dem
       Rathausmarkt geräumt, 22 Aktivisten sollen nun laut Angaben der Polizei
       einen Platzverweis bekommen. Bei der Räumung ging es teilweise brutal zu,
       berichten unsere Korrespondenten vor Ort, laute Schmerzensschreie waren zu
       hören. Aus Protest gegen die anhaltende Verhinderung der Camps der
       G20-Gegner durch die Polizei hatten Aktivisten nach Ende der
       Abschlusskundgebung der „Protestwelle“ versucht, den Rathausmarkt zu
       besetzten. (taz)
       
       Funde bei Hausdurchsuchung in Rostock 
       
       18.15 Uhr, Hamburg: Laut einer Mitteilung der Hamburger Polizei hat diese
       bei Hausdurchsuchungen in Rostock am Samstagabend verbotene Pyrotechnik,
       Gasmasken, mit Farbe gefüllte Feuerlöscher, Zwillen, Baseballschläger,
       Wurfmesser, Schlagringe, ein Teleskopschlagstock und Flaschen mit
       „mutmaßlich brennbarer Flüssigkeit“ gefunden. In ihrer zugehörigen
       Mitteilung spricht die Polizei von einem „Waffenarsenal“. Durchsucht worden
       waren die Wohnungen und eine Garage eines 26-jährigen und eines 30-jährigen
       G20-Gegners aus Rostock. Der 26-Jährige war bereits am Samstagabend aus dem
       Gewahrsam entlassen worden, der 30-Jährige soll dort auf richterliche
       Anordnung bis nach dem Gipfel bleiben. Gegen ihn werde nun wegen des
       Verdachts auf Verstoß gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz ermittelt.
       (taz)
       
       Polizei räumt Aktivisten auf dem Rathausmarkt 
       
       18.05 Uhr, Rathausmarkt: Nach der Abschlusskundgebung der „Protestwelle“
       wollen nicht alle Teilnehmer den Rathausmarkt verlassen: Aus Protest gegen
       den Umgang der Polizei mit den Camps der G20-Gegner haben einige Aktivisten
       nun hier Zelte aufgebaut. In diesen Minuten beginnt die Polizei mit der
       Räumung. (taz)
       
       Protestwelle geht zu Ende 
       
       17.45 Uhr, Rathausmarkt: Am Ende gibt es noch mal Sonnenschein: Die
       Abschlusskundgebung der „Protestwelle“ auf dem Rathausmarkt geht zu Ende.
       Ein Bündnis aus Gewerkschaften und vielen NGOs, darunter Campact,
       Greenpeace, Oxfam oder der Nabu hatten zu den Protesten aufgerufen, auf
       denen vor allem entwicklungs-, umwelt- und sozialpolitische Themen eine
       Rolle spielten. Die Teilnehmerzahlen waren an diesem größtenteils
       verregneten Sonntag allerdings hinter den Erwartungen der Organisatoren
       zurückgeblieben: Auf rund 10.000 Teilnehmer hat unser Korrespondent die
       Menge geschätzt, erwartet worden waren „Zehntausende“.
       
       Anders als die meisten Organisatoren der für die kommende Woche geplanten
       Proteste sprechen die Veranstalter der Protestwelle nicht grundsätzlich die
       Legitimität ab: Die G20 seien aus seiner Sicht Teil des Problems, aber auch
       Teil der Lösung, hatte Campact-Sprecher Christoph Bautz im
       [52][taz-Streitgespräch] erklärt. Die „Protestwelle“ hatte sich schon früh
       von den restlichen G20-Protesten abgegrenzt – auch, weil die Veranstalter
       befürchteten, den Teilnehmern sonst keine randalefreie Demonstration
       garantieren zu können. Auch das habe dazu beigetragen, dass die
       „Protestwelle“ kleiner ausgefallen ist als erwartet, [53][kommentiert
       taz-Redakteur Martin Kaul]. (taz)
       
       Anwohner eröffnen Arrivati-Park 
       
       16.30 Uhr, St. Pauli: Die rund 80 Anwohner, die an dem Park am Grünen Jäger
       auf St. Pauli zum Picknick zusammengekommen sind, klatschen: Das Schild mit
       der Aufschrift „Arrivati-Park“ hängt und der Park mit dem neuen Namen ist
       damit eröffnet.Die Nachbarn verbringen den ganzen Nachmittag dort. Auf
       einer großen bunten Plane stehen Essen und Getränke. Daneben liegen
       Liederzettel mit einem Lied, das vom Innensenator Andy Grote und der
       Polizei handelt. „Schlaf, Andy, Schlaf“, lautet die erste Zeile. Die
       Stimmung ist gut und entspannt, es läuft laute Musik und auch das Wetter
       spielt mit. „Das ist unser Viertel und wir wollen uns hier aufhalten“, sagt
       eine Anwohnerin. Sie fände es schön, wenn der Park in den nächsten Tagen
       ein Treffpunkt bleibt.Die Polizei behält den Park bislang nicht im Auge.
       
       Zu der Aktion aufgerufen hatte die Initiative „Wohl oder Übel“, die in
       einer ehemaligen Gewerbeschule in der Nähe Sozialwohnungen einrichten will,
       auch für Geflüchtete. „Flucht und Migration sind ein Riesenthema“, sagt
       Niels Boeing von der Initiative. „Aber bei G20 werden sie nur als
       Sicherheitsproblem diskutiert.“ Geflüchtete gehörten aber in die Stadt und
       eben auch nach St. Pauli. „Arrivati“ ist ein Kollektiv von Leuten, die nach
       Deutschland gekommen sind und sich dafür einsetzen, nicht länger nur als
       Flüchtlinge angesehen zu werden. (taz)
       
       ## Protestwelle solidarisiert sich mit Campern
       
       16.00 Uhr, Rathausmarkt: Der Demonstrationszug der „Protestwelle“ ist
       inzwischen zur Abschlusskundgebung auf dem Rathausplatz angekommen.
       Teilnehmer und Redner solidarisieren sich dort mit den Aktivisten, die auf
       der Elbinsel Entenwerder ein antikapitalistisches Camp errichten wollen.
       Das globalisierungskritische Netzwerk Attac berichtete auf Twitter von
       Protestlern, die so lange auf dem Platz bleiben wollen, bis das Camp „nicht
       mehr von der Polizei verhindert wird“. (taz)
       
       ## Antikapitalisten wollen erneut klagen
       
       15.20 Uhr, Entenwerder: Drei Stunden lang hat die Polizei den Aufbau des
       antikapitalistischen Camps auf der Elbinsel Entenwerder unterbunden –
       obwohl in der Nacht zuvor das Verwaltungsgericht dieses Camp erlaubt hatte.
       Nun hat die Versammlungsbehörde einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Das
       Camp wird nach Angaben der Anmelder zwar erlaubt, aber nur unter strengen
       Auflagen: Kleinere Fläche, keine Schlafzelte, keine Küche, keine Toiletten.
       Dieses Angebot wollen die Antikapitalisten nicht annehmen und kündigen an,
       erneut vor Gericht zu ziehen. Zuvor hatte der Streit um das Camp sogar
       schon das Bundesverfassungsgericht beschäftigt. „Mal schauen, ob die
       Gerichte sich weiterhin auf der Nase rumtanzen lassen“, sagte ein
       Camp-Sprecher zur taz. Die Aktivisten wollen ihre Kundgebung vor der
       Elbinsel fortsetzen, bis sie „wie angemeldet“ ihr Camp aufbauen dürfen.
       (taz)
       
       ## Camp-Aufbau in Lurup läuft – trotz „Schikane“
       
       14.30 Uhr, Lurup: Während die Organisatoren des antikapitalistischen Camps
       im Elbpark Entenwerder noch immer von der Polizei am Campen gehindert
       werden, läuft der Aufbau des zweiten Protestcamps im Stadtteil Lurup
       bereits seit gestern. Inzwischen steht das große Zirkuszelt, in dem
       Konzerte stattfinden und die Protestler schlafen können, so wie ein
       Sanitätszelt. Davon abgesehen ist die Wiese am Rande des Altonaer
       Stadtparks noch frei. Vereinzelt laufen Männer und Frauen vom Hauptzelt zu
       den am Waldrand geparkten Wohnwagen. „Später gibt es Fleisch“, ruft ein
       junger Mann im vorbeigehen einer Gruppe zu. Gekocht werden darf eigentlich
       nicht, erzählt einer der Camper, der gerne Karlsson genannt werden möchte.
       „Gestern haben die Polizisten in unseren Kaffeetopf geschaut – sie dachten,
       wir kochen“, lacht er.
       
       Dass das Camp in Lurup überhaupt stattfinden darf, ist mit einer ganzen
       Reihe teils absurd anmutender Auflagen verbunden: so dürfen die Protestler
       zwar theoretisch auf dem Platz übernachten, Feldbetten dürfen sie aber
       nicht mitbringen. Die ständigen Kontrollen der Polizisten bezeichnet der
       Camper als reine Schikane: „Die lassen doch bloß ihre Muskeln spielen“.
       Zwischen 3.000 und 5.000 Camper haben sich angemeldet – die Ersten wollen
       am Sonntag anreisen. Hinter diesem Camp stehen diverse Organisationen wie
       Attac oder die DGB Jugend. (taz)
       
       ## Elbpark weiterhin abgesperrt
       
       13:45 Uhr, Elbpark Entenwerder: Die Polizei verhindert weiterhin, dass
       AktivistInnen im Elbpark Entenwerder ein antikapitalistisches Camp
       aufbauen. „Unser Anwalt spricht inzwischen von einem offenen Putsch der
       Polizei gegen die Justiz“, sagt Franco von der Vorbereitungsgruppe des
       Camps gegenüber der taz. Denn in der Nacht hatte das Verwaltungsgericht das
       Camp eigentlich erlaubt. Die Aktivisten haben nun auf der Straße am Eingang
       zwei große und mehrere kleine Zelte aufgeschlagen. Sie haben eine spontane
       Kundgebung gegen das Verbot angemeldet und die Musik läuft bereits, meldet
       unser Korrespondent. Bis auf ein paar kleinere Rangeleien bleibe es aber
       bisher ruhig. (taz)
       
       ## Land-Demo trifft Wasser-Demo
       
       13:25 Uhr, Ballindamm: Nachdem der Regen nachgelassen hat, ist die Zahl der
       Teilnehmer bei der „Protestwelle“ deutlich angestiegen. Auf mehr als 10.000
       Menschen schätzt unser Korrespondent die Menge – die Polizei spricht von
       7800 Menschen, die Organisatoren von 18.000. Bis zu 200 weitere
       protestieren auf laut Polizei 120 Booten in der Alster. Es sind vor allem
       viele Kanus und Kayaks dabei, aber auch Flöße und Gummiboote. Diese
       Teilnehmer hatten sich am Schwanenwik auf der Außenalster getroffen, einige
       waren von weiter her gekommen. Die Stimmung ist inzwischen ganz gut, meldet
       unsere Korrespondentin. Doch insgesamt werden die Erwartungen der
       Veranstalter längst nicht erfüllt: Angemeldet waren eigentlich 200 Boote.
       Der Start der Protestwelle ist komplett ins Wasser gefallen und auch jetzt
       regnet es immer mal wieder. Am Ballindamm haben sich beide Gruppen
       getroffen. (taz)
       
       ## Polizei verhindert Campaufbau – trotz Gerichtsurteil
       
       12:45 Uhr, Elbpark Entenwerder: In der Nacht zu Sonntag hat das Hamburger
       Verwaltungsgericht entschieden: Das antikapitalistische Camp darf nach
       langem Rechtsstreit mit der Stadt Hamburg nun doch aufgebaut werden.
       AktivistInnen mobilisierten daher für 12 Uhr zum Aufbau im Elbpark
       Entenwerder. Vor Ort werden die Leute jedoch trotz des Urteils nicht auf
       das Gelände gelassen, meldet unser Korrespondent. Die Polizei wolle eine
       Verbotsverfügung verhängen.
       
       Die Versammlungsbehörde prüfe aktuell, ob der Ort überhaupt für ein solches
       Camp geeignet sei, sagt die Polizeipressestelle auf taz-Nachfrage. Und wenn
       ja, unter welchen Auflagen. Solange kein Ergebnis vorliege, könne der
       Aufbau auch nicht beginnen. Ursprünglich sollte das Camp im Stadtpark
       aufgebaut werden, das hatte die Polizei allerdings untersagt. (taz)
       
       Greenpeace-Aktivisten demonstrieren für mehr Klimaschutz 
       
       Vormittags im Hafen: Vor einem Kohlefrachter im Hamburger Hafen haben heute
       Vormittag Greenpeace-Aktivisten demonstriert. Sie fordern saubere
       Energieversorgung ohne Kohle. „Ohne Deutschlands Kohleproblem anzugehen,
       bleibt die Kanzlerin in jeder Klimadiskussion unglaubwürdig“, sagt
       Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling.
       
       Nach Angaben der Umweltorganisation waren rund 100 AktivistInnen aus
       Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und anderen europäischen Ländern
       an der Aktion beteiligt. In zwei Meter großen Lettern schrieben sie „End
       Coal“ an die Bordwand eines Steinkohle-Schiffes. Außerdem hielten sie
       Banner mit der Aufschrift „Merkel’s Dirty Secret: Coal“ hoch. Am
       Anlegeplatz des Schiffs demonstrieren Schwimmer und Aktivisten in Kajaks.
       Von der Polizei heißt es, die Aktion sei friedlich verlaufen. (taz)
       
       ## Weniger Teilnehmer als erwartet bei der Protestwelle
       
       12.10 Uhr, Innenstadt: Unser Korrespondent meldet „mehrere Tausend“
       Teilnehmer, die sich bei Regen zur Protestwelle auf dem Hamburger
       Rathausmarkt versammelt haben. Erwartet worden waren Zehntausende.
       Entsprechend enttäuscht seien die Organisatoren, die aber auf weiteren
       Zulauf hofften. Die Stimmung vor der Bühne: kämpferisch! Als der
       SPD-Bundestagsabgeordnete Niels Annen in einer Rede das Freihandelsabkommen
       CETA verteidigte, buhte ihn das Publikum aus. Moderator Roman Huber vom
       Verein „Mehr Demokratie“ rief zu friedlichen Protesten auf: „Der Zweck
       heiligt nie die Mittel“, sagte er. (taz)
       
       ## Protestwelle beginnt gleich
       
       11.20 Uhr, Alster: Die Gegner der G20-Politik starten am Sonntag mit einer
       „Protestwelle“ in ihre erste große Demonstration zum Treffen der führenden
       Staats- und Regierungschefs in Hamburg. Der Marsch durch die Innenstadt
       beginne um 11.30 Uhr auf dem Rathausmarkt, wo um 15.00 Uhr auch die
       Abschlusskundgebung geplant sei. Parallel dazu seien rund 200 Kanus,
       Kajaks, Ruderboote und selbstgezimmerte Flöße auf der Binnenalster
       unterwegs, teilten die Veranstalter mit. Bei der Demonstration kämen zudem
       jene vor rund zwei Wochen in 44 Städten gemalten Schilder und Transparente
       mit Slogans und Botschaften in mehreren Sprachen zum Einsatz. Sie sollen
       zusammen „ein Meer aus Bannern“ ergeben. (dpa)
       
       ## Zehntausende Teilnehmer erwartet
       
       11.10 Uhr, Hamburg: Zu dem „familienfreundlichen Protesttag“ erwarten die
       Organisatoren nach eigenen Angaben Zehntausende Teilnehmer. Dem Bündnis der
       G20 Protestwelle gehören Umwelt-, Landwirtschafts- und
       Verbraucherschutzorganisationen, Gewerkschaften, Bürgerrechts- und
       kirchliche Organisationen an. Organisiert wird der Protest unter anderem
       von den Umweltorganisationen Greenpeace und BUND, von Campact, vom DGB Nord
       und vom Verein Mehr Demokratie. Ihnen gemein ist, dass sie nicht gegen das
       Treffen der G20 am 7. und 8. Juli an sich sind, wohl aber gegen deren
       Politik. Insgesamt sind bis zum Abschluss des Gipfels rund 30
       Demonstrationen angekündigt. (dpa)
       
       *** 
       
       Wir berichten heute von den Vorbereitungen und den ersten großen
       Protestaktionen gegen den G20-Gipfel in Hamburg. 
       
       Am Sonntag für uns auf der Straße sind die taz-ReporterInnen Kai von Appen,
       Patricia Hecht, Muriel Kalisch, Martin Kaul, Malte Kreutzfeldt und Milena
       Pieper. 
       
       In der Hamburger Zentrale kümmern sich Malene Gürgen und Benjamin Laufer um
       den Newsblog.
       
       4 Jul 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /taz-Liveblog-zum-G-20-Gipfel-in-Hamburg/!5425982/
 (DIR) [2] /G20
 (DIR) [3] /taz-Liveblog-zum-G-20-Gipfel-in-Hamburg/!5425982/
 (DIR) [4] https://twitter.com/PolizeiHamburg/status/882332221423616002
 (DIR) [5] https://twitter.com/retep_kire/status/882322741055168512
 (DIR) [6] https://twitter.com/PolizeiHamburg/status/882316772959014915
 (DIR) [7] https://twitter.com/PolizeiHamburg/status/882311341167562755
 (DIR) [8] /!5422766/
 (DIR) [9] https://streaming.media.ccc.de/fcmc/live
 (DIR) [10] /Kolumne-G-nervt/!5425557/
 (DIR) [11] https://www.hinzundkunzt.de/polizei-kontrolliert-obdachlose/
 (DIR) [12] /Klage-gegen-G20-Demoverbot/!5422913/
 (DIR) [13] https://twitter.com/Antikap_Camp/status/882210707584036864
 (DIR) [14] https://www.facebook.com/polizeihamburg/videos/vb.1390767804516943/1855365081390544/?type=2&theater
 (DIR) [15] https://youtu.be/2pAr1IMiP6A
 (DIR) [16] https://linksunten.indymedia.org/de/node/217266
 (DIR) [17] /Provo-Film-vor-G20-Gipfel/!5427367/
 (DIR) [18] /Einsatzleiter-beim-G20-Gipfel/!5422560/
 (DIR) [19] https://twitter.com/eucopresident/status/882026317407039490
 (DIR) [20] /Archiv-Suche/!5420548&s=jefta/
 (DIR) [21] https://linksunten.indymedia.org/de/node/217245
 (DIR) [22] https://linksunten.indymedia.org/de/node/216680
 (DIR) [23] http://g20hamburg.org/de/content/sleep-im-camp-altona-und-auf-die-plaetze-fertig-los
 (DIR) [24] https://www.facebook.com/polizeihamburg/videos/vb.1390767804516943/1855320468061672/?type=2&theater
 (DIR) [25] http://www.attac.de/kampagnen/g20-in-hamburg/aktuelle-infos/
 (DIR) [26] http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3675742
 (DIR) [27] /Campverbot-in-Hamburg/!5427340/
 (DIR) [28] /Stadtleben-vor-dem-G20-Gipfel/!5422755/
 (DIR) [29] /G20-Polizeieinsatz-in-Entenwerder/!5426086/
 (DIR) [30] https://www.redglobe.de/deutschland/bundeslaender/hamburg/9463-aufruf-anti-g20-camp-in-hamburg-durchsetzen
 (DIR) [31] https://www.facebook.com/arrivatipark/
 (DIR) [32] http://www.titanic-magazin.de/fileadmin/content/Postkarten/170703_Protestg20.jpg
 (DIR) [33] /Tuerkei-auf-dem-G-20-Gipfel/!5422558/
 (DIR) [34] https://twitter.com/Schlaflos_in_HH
 (DIR) [35] https://twitter.com/Schlaflos_in_HH
 (DIR) [36] http://hamburg.dgb.de/presse/++co++8654a272-5ffe-11e7-bfac-525400e5a74a
 (DIR) [37] https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2017/07/Nach-Dammbruechen-in-Hamburg-Leipziger-Aktivisten-kuendigen-Demo-am-Abend-an-183778
 (DIR) [38] https://www.djv.de/startseite/service/blogs-und-intranet/djv-blog/detail/article/ohne-mass.html
 (DIR) [39] http://www.jetzt.de/hamburg/interview-zu-g20-protesten-in-entenwerder
 (DIR) [40] /!5406101/
 (DIR) [41] http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/G20-Keine-Einschraenkung-fuer-Obdachlose,gipfeltreffen308.html
 (DIR) [42] https://www.hinzundkunzt.de/g20-gipfel-obdachlose/
 (DIR) [43] https://linksunten.indymedia.org/de/node/217094
 (DIR) [44] /!5412015/
 (DIR) [45] http://www.polizei.hamburg/04-03-juli-np/9086548/flugbeschraenkungszone/
 (DIR) [46] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/881830110114009089
 (DIR) [47] https://twitter.com/PolizeiHamburg/status/881833889806909440
 (DIR) [48] https://www.redglobe.de/deutschland/bundeslaender/hamburg/9463-aufruf-anti-g20-camp-in-hamburg-durchsetzen
 (DIR) [49] /fileadmin/static/pdf/DOC030717-001.pdf
 (DIR) [50] /G20-Protestcamp-in-Hamburg/!5426083/
 (DIR) [51] /Anti-G-20-Protest-in-Hamburg/!5422574/
 (DIR) [52] /!5422305/
 (DIR) [53] /Kommentar-Protestauftakt-gegen-G-20/!5422577/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Polizeikontrollen in Hamburg
 (DIR) Polizei
 (DIR) Schwerpunkt G20 in Hamburg 
 (DIR) Hamburg
 (DIR) G20-Gipfel
 (DIR) Schwerpunkt G20 in Hamburg 
 (DIR) Schwerpunkt G20 in Hamburg 
 (DIR) G20-Gipfel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) G20-Dokumentarfilm „Vor dem Knall“: Vom Dröhnen der Hubschrauber
       
       „Vor dem Knall“ zeigt die Stimmung in Hamburg vor der Ankunft der
       Staatschefs. Die Diskussion bei der Premiere dreht sich trotzdem nur um die
       Gewalt bei den Demos.
       
 (DIR) Autonome Demo frei von Auflagen: Böse Vorahnung
       
       Die Polizei hat die autonome Demo gegen den G20-Gipfel ohne Auflagen
       genehmigt. Das kommt vielen merkwürdig vor. Soll es vielleicht gar nicht
       erst losgehen?
       
 (DIR) Kommentar G20-Proteste in Hamburg: Professionelle Eskalation
       
       Im Vorfeld des G20-Gipfels gibt sich die Polizei alles andere als
       deeskalativ. Im Gegenteil: Willkürlich probt sie den Ausnahmezustand.