# taz.de -- Aussage des Ex-FBI-Chefs belastet Trump: Comey bekräftigt Vorwürfe
       
       > James Comey packt aus. Öffentlich belastet er den US-Präsidenten schwer.
       > Donald Trump fühlt sich trotzdem bestätigt.
       
 (IMG) Bild: Er wollte erhrlich sein, doch Trump verlangte Loyalität. Jetzt sagt James Comey gegen den Präsidenten aus
       
       Washington dpa/ap | Kurz vor der mit Spannung erwarteten [1][Aussage James
       Comeys] vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats am (heutigen)
       Donnerstag ist eine Stellungnahme des Ex-FBI-Direktors veröffentlicht
       worden, in der er seine Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump
       bekräftigt. Comey blieb bei seiner Darstellung, Trump habe ihn im Februar
       aufgefordert, die Untersuchungen gegen den ehemaligen Nationalen
       Sicherheitsberater Michael Flynn zu beenden.
       
       Trump hatte den Vorwurf der versuchten Einflussnahme auf die Ermittlungen
       [2][immer bestritten]. Eine solche Einmischung in ein laufendes Verfahren
       kann als Behinderung der Justiz gewertet werden.
       
       Der Präsident hatte Comey am 9. Mai fristlos entlassen. Die genauen Gründe
       sind bis heute nicht bekannt. Im Raum steht aber der Vorwurf, Comeys
       Russland-Ermittlungen seien der Auslöser und für Trump zu unbequem gewesen.
       
       Comeys Anhörung wird am Donnerstag mit großer Spannung erwartet. Er steht
       bei seiner Aussage unter Eid. Comeys Worte könnten erhebliche Auswirkungen
       auf Trumps Präsidentschaft haben.
       
       ## Eine Passage lässt Trump triumphieren
       
       Geheimdienste beschuldigen Russland, sich mit Hackerangriffen in den
       US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt zu haben, um Trump zu helfen
       und seiner Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden. FBI und Ausschüsse des
       Kongresses untersuchen, ob es Absprachen mit Mitgliedern aus Trumps
       Wahlkampfteam gab.
       
       Comey erklärte in der Stellungnahme, er habe Trump bei einem Treffen am 6.
       Januar gesagt, dass das FBI zu diesem Zeitpunkt nicht gegen ihn persönlich
       ermittle. Trump sah sich wegen dieser Passage bestätigt. Sein Anwalt Marc
       Kasowitz erklärte am Mittwochabend, der Präsident sei erfreut darüber, dass
       Comey endlich öffentlich gesagt habe, dass in der Russland-Untersuchung
       nicht gegen ihn ermittelt werde. „Der Präsident fühlt sich vollkommen
       bestätigt. Er ist entschlossen, seine Agenda voranzutreiben.“
       
       Mit seiner sieben Seiten langen Stellungnahme untermauerte Comey aber vor
       allem Vorwürfe gegen Trump, die bisher nur in Medienberichten erhoben
       worden waren. So berichtet er, schon im Januar habe ihn Trump bei einem
       Essen im Weißen Haus gefragt, ob er Direktor der US-Bundespolizei bleiben
       wolle. Er habe das bejaht und versichert, politisch stehe er auf niemandes
       Seite. Daraufhin habe Trump gesagt: „Ich brauche Loyalität. Ich erwarte
       Loyalität.“ Comey erklärte, er habe Trump Ehrlichkeit angeboten, woraufhin
       dieser „ehrliche Loyalität“ verlangt habe.
       
       Dann folgte nach Darstellung des Ex-FBI-Chefs das entscheidende Zitat
       Trumps: „Ich hoffe, Sie sehen einen Weg, das fallen zu lassen, von Flynn
       abzulassen.“ Er habe das nicht bestätigt, sagt Comey. Er habe über die
       Unterredung auch die FBI-Führung informiert und Sessions gesagt, dass er
       künftig nicht mehr mit Trump alleine sprechen wolle.
       
       ## Trump jammert über Wolken
       
       Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sagte, es sei ganz
       klar unangebracht für einen Präsidenten, den FBI-Direktor nach Loyalität zu
       fragen. FBI-Chefs müssten unabhängig sein, das sei entscheidend, sagte der
       Republikaner Ryan in einem Interview mit dem Fernsehsender MSNBC.
       
       Am 30. März dann habe Trump sich laut Comey am Telefon beklagt, dass die
       Russland-Ermittlung wie „eine Wolke“ über seiner Präsidentschaft schwebe
       und ihn am Regieren hindere. Der Präsident habe versichert, dass er nichts
       mit Russland zu tun habe, und gefragt, was man tun könne, damit sich „die
       Wolke“ lichte. Trump habe gesagt, sollte es „Satelliten“ unter seinen
       Mitarbeitern geben, die Dreck am Stecken hätten, wäre es gut, das
       herauszufinden – er selbst habe hingegen nichts Falsches getan und die
       Hoffnung, das FBI werde das öffentlich bestätigen.
       
       Trump hatte für Comeys Entlassung zunächst verschiedene Gründe angegeben.
       Später sagte er, er habe dabei auch an die Vorwürfe in Sachen Russland
       gedacht. Das Justizministerium setzte einen Sonderermittler ein, der die
       FBI-Untersuchungen leiten soll.
       
       8 Jun 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /!5411012/
 (DIR) [2] /!5410400/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) James Comey
 (DIR) Michael Flynn
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Russland
 (DIR) Donald Trump
 (DIR) FBI
 (DIR) Jeff Sessions
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) James Comey
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) James Comey
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Jared Kushner
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Jeff Sessions vor dem US-Senatsausschuss: Entrüstung und Erinnerungslücken
       
       Der US-Justizminister weist den Vorwurf zurück, in eine mögliche russische
       Beeinflussung der US-Wahl verwickelt zu sein. Ansonsten erinnert er sich an
       wenig.
       
 (DIR) Russland-Kontakte von Trumps Team: Session für Sessions
       
       US-Justizminister Sessions sagt am Dienstag vor dem
       Senats-Geheimdienstausschuss aus. Der Vertraute von Präsident Trump will
       sich zur Russland-Affäre äußern.
       
 (DIR) Anhörung von James Comey: Ex-FBI-Chef bezichtigt Trump der Lüge
       
       Der gefeuerte FBI-Chef erhebt schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten. Er
       wirft ihm unzulässige Einflussnahme vor.
       
 (DIR) Kommentar Aussage von James Comey: Hoffen auf mehr Stoff
       
       Sitzungen wurden verschoben, Public Viewings angesetzt. Weite Teile
       Amerikas hängen an Comeys Lippen. Er erfüllt die Erwartungen.
       
 (DIR) Nach Turbulenzen um Russland-Kontakte: Trump ernennt neuen FBI-Chef
       
       Der Kandidat Christopher Wray hatte früher eine wichtige Position im
       Justizministerium inne. Dort war er mit Anti-Terror-Maßnahmen nach 9/11
       betraut.
       
 (DIR) USA-Russland-Affäre vor Ausschüssen: Trumps Anwalt geladen
       
       Anwalt Michael Cohen war jahrelang für die Trump Organization tätig.
       Ebenfalls aussagen soll der Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn.
       
 (DIR) Jared Kushners Kontakte nach Russland: Ein nicht ganz idealer Schwiegersohn
       
       Er gilt als einer der engsten Berater des Präsidenten. Doch jetzt gerät der
       36-Jährige in arge Bedrängnis. Die Zahl seiner Feinde wächst.
       
 (DIR) Trump und Russlandkontakte: Ex-FBI-Chef Comey wird aussagen
       
       Eine Person aus Trumps innerem Zirkel soll im Visier der Ermittler stehen.
       Comey will öffentlich vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aussagen.
       
 (DIR) Russland-Affäre der US-Regierung: Trump bekommt Sonderermittlung
       
       Ein Sonderermittler soll untersuchen, ob das Trump-Wahlkampfteam Kontakte
       nach Russland hatte. Für den Posten ist Ex-FBI-Chef Robert Mueller
       vorgesehen.