# taz.de -- Trump entlässt FBI-Chef: Richard Nixon lässt grüßen
       
       > Schon einmal versuchte ein US-Präsident, sich des Manns zu entledigen,
       > der gegen ihn ermittelte. Doch das ging schief.
       
 (IMG) Bild: Richard Nixon erklärt seinen Rücktritt
       
       Berlin taz | Selbst Parteifreunde Donald Trumps waren von der Entlassung
       des FBI-Chefs James Comey überrascht. Einen Präsidenten, der die Person
       feuert, die gegen ihn ermittelt, gab es zuletzt mit Richard Nixon.
       
       Im Mai 1973 war es, da wurde Archibald Cox zum Sonderermittler in der
       Watergate-Affäre ernannt, die elf Monate zuvor mit einem Einbruch im
       Wahlkampfquartier der Demokraten im Watergate-Hotel begonnen hatte. Der
       Jurist sollte untersuchen, ob es Straftaten durch Präsident Nixon oder
       seine Mitarbeiter gegeben hatte. Nixon schrieb später über ihn: „Man hätte
       niemanden finden können, dem ich weniger vertraute.“
       
       Im Mai war bekannt geworden, dass der Einbruch von engen Mitarbeitern
       Nixons angestiftet worden war und dass externe Wahlkampfhelfer der
       Republikaner mit schmutzigen Tricks gegen Demokraten vorgegangen waren,
       finanziert aus geheimen Spendentöpfen. Im Juli sagte ein Mitarbeiter des
       Weißen Hauses vor dem Senat aus, es gebe da Tonbandmitschnitte Nixons von
       allen Gesprächen im Oval Office.
       
       Cox vermutete, durch die Bänder beweisen zu können, dass Nixon und seine
       Leute sich über strafbare Handlungen verständigt hatten. Nixon aber
       verweigerte die Herausgabe mit der Begründung, als Präsident genieße er
       eine privilegierte Position gegenüber der Justiz. Mehrere Gerichtsinstanzen
       teilten diese Auffassung nicht. Der Präsident stehe nicht über dem Gesetz.
       Nixons Leute verhandelten wochenlang mit Cox und boten nur immer neue
       Kompromisse an.
       
       ## Nixon unterlag im Supreme Court
       
       Am 20. Oktober berief Cox eine Pressekonferenz ein, um über die fruchtlosen
       Verhandlungen mit dem Weißen Haus zu berichten. Nixon ordnete noch am
       selben Abend beim Justizministerium an, Cox zu feuern. Justizminister
       Elliot Richardson weigerte sich und erklärte stattdessen seinen eigenen
       Rücktritt. Sein Stellvertreter William Ruckelshaus tat es ihm gleich. Erst
       die Nummer drei im Ministerium, Robert Bork, war bereit, das
       Entlassungsschreiben zu unterzeichnen.
       
       Dieses „Saturday Night Massacre“ provozierte einen Sturm des Protests. Im
       Weißen Haus und im Kongress ging eine halbe Million Protesttelegramme ein.
       Im Juli 1974 unterlag Nixon im Supreme Court mit 8:0 Stimmen: Die Macht des
       Präsidenten sei begrenzt. Er musste die Bänder herausgeben. 15 Tage später
       kündigte Nixon seinen Rücktritt an.
       
       10 May 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Schaaf
       
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