# taz.de -- Politische Krise in Südkorea: Spaltpilz befällt Regierungspartei
       
       > Nach dem Skandal um Präsidentin Park Geun Hye spaltet sich die
       > konservative Partei. Die Splitterpartei hofft auf den
       > Noch-UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.
       
 (IMG) Bild: 29 Abgeordnete der konservativen Regierungspartei Saenuri verlassen das sinkende Schiff
       
       Seoul taz | Der Zwist in Südkoreas konservativem Lager spiegelt sich nun
       auch in der Parteienlandschaft wieder: Am Dienstag spalteten sich 29
       Abgeordnete von der Regierungspartei Saenuri (Neue Welt) ab und gründeten
       ein eigenes politisches Bündnis. Das tauften sie zunächst Neue Konservative
       Partei.
       
       Saenuri bleiben damit nur noch 99 Sitze in der 300 Mitglieder großen
       Nationalversammlung. In den nächsten Wochen werden noch weitere Überläufer
       erwartet.
       
       Zum Spaltpilz wurde die inzwischen wegen eines der größten innenpolitischen
       Skandale suspendierte Staatspräsidentin Park Geun Hye. Das
       Verfassungsgericht entscheidet in den nächsten Monaten über die
       Rechtmäßigkeit ihrer vom Parlament bereits beschlossenen Amtsenthebung.
       
       Park wird unter anderem vorgeworfen, einer langjährigen Freundin dabei
       geholfen zu haben, vermeintliche Spendengelder in Höhe von rund 70
       Millionen Dollar von koreanischen Großkonzernen erpresst zu haben. Das Geld
       soll unter anderem in Briefkastenfirmen nach Deutschland geflossen sein.
       
       ## Abspaltung als Distanzierung
       
       Die jetzige Abspaltung ist der Versuch der parteiinternen
       Anti-Park-Fraktion, sich im Vorfeld erwarteter Neuwahlen glaubhaft von der
       Präsidentin zu distanzieren. Schließlich liegen Parks Umfragewerte seit
       Wochen konstant bei nur noch vier Prozent – einem historischen Tiefstwert.
       
       Die Strategie der Splitterpartei verkündete die Abgeordnete Yoo Seong Min
       nur wenige Stunden nach der Abspaltung in einem Interview: „Wir hoffen,
       dass [UN-]Generalsekretär Ban Ki Moon der Neuen Konservativen Partei
       beitreten wird. Bei uns kann er sich sicher sein, in einer fairen Vorwahl
       anzutreten.“
       
       In der Tat deutet vieles darauf, dass der zum Jahreswechsel aus dem Amt
       scheidende UN-Generalsekretär bei seiner baldigen Rückkehr nach Südkorea
       offiziell seine Präsidentschaftskandidatur verkünden wird.
       
       Das Angebot der Saenuri-Abtrünnigen befreit den 72-Jährigen von einem
       Dilemma: Die Neue Konservative Partei ermöglicht ihm, seiner konservative
       Heimat treu zu bleiben, aber zugleich nicht mit der als korrupt
       wahrgenommenen Saenuri in Verbindung gebracht zu werden.
       
       Laut einer Umfrage vom Montag liegt Ban bei der Bevölkerung knapp vor dem
       vielversprechendsten Kandidaten der linksliberalen Minjoo-Partei.
       
       27 Dec 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Fabian Kretschmer
       
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