# taz.de -- Japan ratifiziert TPP-Handelsabkommen: Nur eine leere Geste?
> Der künftige US-Präsident hat kein Interesse mehr am TPP-Abkommen,
> dennoch hat Japan es ratifiziert. Die Welt solle wissen, Japan fördere
> den „freien Handel“.
(IMG) Bild: Eine Botschaft an die Welt? Japans Premier Shinzo Abe hört der Oberhaus-Debatte zu
Tokio afp | Donald Trump zum Trotz hat das japanische Parlament das
Transpazifische Freihandelsabkommen TPP ratifiziert. Eine Mehrheit der
Abgeordneten der Regierungskoalition von Ministerpräsident Shinzo Abe im
Oberhaus stimmte am Freitag dafür, die Opposition dagegen. Das Unterhaus
hatte bereits zugestimmt.
Regierungssprecher Yoshihide Suga sprach von einer „Botschaft an die Welt,
dass Japan den freien Handel fördert“. Tokio werde andere
Unterzeichnerstaaten zur raschen Ratifizierung drängen. Der designierte
US-Präsident Trump hat angekündigt, gleich am ersten Tag seiner Amtszeit
den Ausstieg der USA aus dem Freihandelsabkommen zu erklären. Das geplante
Zwölf-Länder-Abkommen ist seiner Meinung nach eine „potenzielle Katastrophe
für unser Land“.
Das Handelsabkommen zwischen zwölf Pazifik-Anrainerstaaten sollte nach
bisherigem Stand eigentlich noch vor Ende der Amtszeit von US-Präsident
Barack Obama im Januar vom Kongress in Washington ratifiziert werden. Neben
den Wirtschaftsmächten USA und Japan umfasst die geplante Freihandelszone
Australien, Brunei, Kanada, Chile, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru,
Singapur und Vietnam. Zusammen stehen diese Länder für rund 40 Prozent der
weltweiten Wirtschaftsleistung.
Nicht dabei ist China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt – das
Abkommen war auch als Gegengewicht zur Volksrepublik gedacht.
9 Dec 2016
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