# taz.de -- Proteste in Marokko: Es brodelt in der Berberregion
       
       > Demonstranten fordern Freiheit und Gerechtigkeit: Es gibt neue Proteste
       > nach dem Tod eines marokkanischen Fischverkäufers in Al-Hoceima.
       
 (IMG) Bild: Die Proteste in Al-Hoceima gehen weiter
       
       Rabat afp | Drei Wochen nach dem grausamen Tod eines Fischverkäufers in
       einem Müllwagen in Marokko haben im Norden des Landes erneut hunderte
       Menschen gegen soziale Ungerechtigkeit protestiert. Die Demonstranten in
       der Stadt Al-Hoceima forderten am Samstag in Sprechchören „Freiheit“ und
       „Gerechtigkeit“.
       
       Sie riefen außerdem „Lang lebe das Volk“ und warfen dem Königshaus vor, die
       Menschen zu „demütigen“. An der Protestkundgebung beteiligten sich nach
       Angaben der Veranstalter 3.000 Menschen, die Stadtverwaltung sprach von 800
       Teilnehmern.
       
       Der 31-jährige Fischverkäufer Mouhcine Fikri war am 28. Oktober in
       Al-Hoceima in der nördlichen Berber-Region zu Tode gekommen, als er
       versuchte, die Beschlagnahmung und Zerstörung seiner Ware durch
       Behördenmitarbeiter zu verhindern und dabei in die Presse eines Müllwagens
       geriet. Sein Tod hatte in ganz Marokko Proteste ausgelöst.
       
       Die Polizei nahm in der vergangenen Woche elf Verdächtige fest, darunter
       mehrere Behörden- und Ministeriumsmitarbeiter. Sie sitzen unter anderem
       wegen fahrlässiger Tötung in Untersuchungshaft. Es ist aber immer noch
       unklar, wer die Müllpresse in Gang setzte.
       
       Al-Hoceima war eine der Hochburgen der Massenproteste, die es im Zuge des
       „Arabischen Frühlings“ auch in Marokko gegeben hatte. Einer der Auslöser
       der damaligen Bewegung war die Selbstverbrennung eines Straßenverkäufers in
       Tunesien, dessen Ware beschlagnahmt worden war.
       
       20 Nov 2016
       
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