# taz.de -- Sexuelle Übergriffe in Hamburg: Prozess endet mit Freisprüchen
       
       > Nach sexuellen Übergriffen auf Frauen in Hamburg ermittelten Polizei und
       > Staatsanwaltschaft. Dabei hätten Beamte Fehler gemacht, kritisiert nun
       > ein Gericht.
       
 (IMG) Bild: Nachtpatrouille der Polizei Anfang Januar auf der „Großen Freiheit“: In der Silvesternacht war es dort zu sexuellen Übergriffen gekommen
       
       Hamburg dpa | In einem Prozess um [1][sexuelle Übergriffe in der
       Silvesternacht] hat das Landgericht Hamburg am Dienstag drei Angeklagte
       freigesprochen. Die Vorsitzende der Strafkammer kritisierte nach Angaben
       eines Gerichtssprechers die Ermittlungsbehörden scharf. Bei der Vernehmung
       der geschädigten Frau seien schwere Fehler gemacht worden.
       
       Die 18-Jährige habe sich vor der ersten Vernehmung bei der Polizei Bilder
       eines Fotografen anschauen können, die die Geschehnisse an der Reeperbahn
       und der Großen Freiheit dokumentierten. Erst danach sei sie befragt worden.
       Dieses Vorgehen verfälsche die Wiedererkennungsleistung der Zeugin, stellte
       das Gericht fest.
       
       Die Angeklagten erhalten für ihre Zeit in Untersuchungshaft eine
       Entschädigung von 25 Euro pro Tag, insgesamt jeweils um 4.600 Euro.
       Richterin Anne Meier-Göring habe sich persönlich schockiert über die
       Ermittlungsfehler geäußert, sagte der Sprecher. Das Verfahren habe nach
       ihrer Ansicht gezeigt, wie leicht sich der Rechtsstaat unter dem Druck der
       öffentlichen Meinung, der Medien und der Politik erschüttern lasse.
       
       Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, die junge Frau
       auf St. Pauli sexuell bedrängt zu haben. Sie hätten sich in der
       Silvesternacht mit weiteren, bislang nicht identifizierten Männern zu
       sexuellen Übergriffen verabredet. Die Verwirrung der Frauen hätten sie zu
       Diebstählen ausnutzen wollen. Einer von ihnen sollte versucht haben, das
       Handy der 18-Jährigen zu entwenden. Zum Prozessauftakt hatten die
       Angeklagten die Vorwürfe zurückgewiesen.
       
       Insgesamt sollen in der Silvesternacht in Hamburg mehr als 400 Frauen
       belästigt worden sein. Bereits im Mai war ein erster Prozess um die
       Übergriffe mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Ende August hatte die
       Strafkammer von Meier-Göring einen jungen Afghanen wegen sexueller Nötigung
       und Körperverletzung am Neujahrsmorgen zu einer Jugendstrafe von zwei
       Jahren auf Bewährung verurteilt. Diese Tat war in der Nähe des S-Bahnhofs
       Stellingen verübt worden.
       
       2 Nov 2016
       
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