# taz.de -- Krise in Venezuela: Dialog vereinbart
       
       > Regierung und Opposition vereinbaren einen längerfristigen Dialog. Das
       > Ziel ist, die politischen Konflikte zu entschärfen.
       
 (IMG) Bild: Ist bereit mit der Opposition zu sprechen: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro
       
       Caracas afp/epd | Angesichts der schweren politischen und wirtschaftlichen
       Krise in Venezuela haben Regierung und Opposition einen Dialog vereinbart.
       Beide Seiten hätten sich auf eine „Plenarversammlung des nationalen
       Dialogs“ verständigt, sagte Vatikan-Vertreter Claudio María Celli am frühen
       Montagmorgen in Caracas. Beide Seiten wollten sich am 11. November in
       Caracas treffen, danach solle es einen langfristigen Dialog geben. Die
       katholische Kirche vermittelt in dem seit Monaten andauernden Konflikt.
       
       In dem Dialog sollen vier Themenbereiche separat besprochen werden. Ein
       Gesprächsforum soll sich mit Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Souveränität
       befassen, wie aus einem Verhandlungspapier hervorgeht. Das zweite Forum
       befasst sich mit Gerechtigkeit, Menschenrechten, Opferentschädigung und
       Aussöhnung, das dritte Forum soll sich wirtschaftlichen und sozialen Fragen
       widmen. Im vierten Gremium wird über vertrauensbildende Maßnahmen und ein
       Zeitplan für Wahlen verhandelt.
       
       Regierung und Opposition verpflichteten sich, „den aggressiven Ton“ in der
       politischen Debatte abzumildern, hieß es in einer Erklärung, die
       Vatikan-Vertreter Celli verlas. Regierungsvertreter Jorge Rodríguez
       erklärte, mit dem Dialog solle Venezuela sich vom Weg der Gewalt abwenden.
       
       Teile des MUD-Bündnisses boykottierten allerdings das Treffen. Sie
       kritisieren die Initiative als Versuch der Regierung, Zeit zu gewinnen.
       Zugleich kündigte das Bündnis an, seine Protestaktionen fortzusetzen. Für
       Donnerstag war ein Marsch auf den Präsidentenpalast Miraflores geplant.
       
       Die Opposition in dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen
       südamerikanischen Land will die Amtsenthebung des unpopulären Präsidenten
       Nicolás Maduro erzwingen, wogegen dieser mit allen Mitteln kämpft. Maduros
       Gegner streben einen Volksentscheid über die Amtsenthebung an. Doch die
       Wahlbehörde stoppte die dafür nötige Unterschriftensammlung.
       
       Venezuela leidet seit dem Verfall des Ölpreises auf dem Weltmarkt unter
       einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen der Versorgungsengpässe gab es
       zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen, bei Protesten wurden mehrere
       Menschen getötet. Die Opposition macht Maduro und seine Regierung für die
       wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.
       
       31 Oct 2016
       
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