# taz.de -- Menschenrechtsrat der UN: Russland verliert seinen Sitz
       
       > Russland verliert bei der Abstimmung gegen Kroatien und Ungarn. Nun darf
       > Russland nicht mehr an Beratungen über die humanitäre Lage in der Welt
       > teilnehmen.
       
 (IMG) Bild: Abgeordnete sitzen im UN-Menschenrechtsrat in Genf, 2013
       
       New York dpa | Russland hat überraschend seinen Sitz im Menschenrechtsrat
       der Vereinten Nationen verloren. Bei einer Wahl der UN-Vollversammlung am
       Freitagabend in New York gewannen Ungarn und Kroatien die für
       osteuropäische Länder reservierten Plätze. Kroatien lag dabei mit zwei
       Stimmen vor Russland, Ungarn sogar mit 32 Stimmen.
       
       Der russische UN-Botschafter kommentierte die Schlappe nach Angaben der
       Nachrichtenagentur Tass mit den Worten: „Das war ein sehr knappes Rennen
       zwischen gleichermaßen geeigneten Kandidaten. Kroatien und Ungarn haben
       Glück und sind weniger den Winden der internationalen Diplomatie ausgesetzt
       als Russland. Wir waren jahrelang in diesem Rat, und ich bin sicher: Wir
       werden bald wieder dabeisein.“
       
       Auf die Frage, ob Moskau an seiner Syrien-Politik gescheitert sein könnte,
       ging Tschurkin nicht ein. Es war das erste Mal in der zehnjährigen
       Geschichte des Menschenrechtsrates, dass eine Vetomacht des
       UN-Sicherheitsrates bei der Wahl unterlag. Menschenrechtsorganisationen
       hatten sich zuvor lautstark gegen eine Wiederwahl Russlands eingesetzt, vor
       allem wegen der Unterstützung des syrischen Assad-Regimes.
       
       Auch gegen eine Wiederwahl Saudi-Arabiens gab es Protest. Dennoch gelang es
       der Regierung in Riad erneut, die ausreichende Stimmenzahl für einen Sitz
       der asiatischen Ländergruppe in dem Genfer Gremium zu bekommen. Die 193
       Länder der UN-Vollversammlung erteilen das Mandat jeweils für drei Jahre.
       
       Insgesamt wurden 14 Länder in den Menschenrechtsrat gewählt, neben Ungarn,
       Kroatien und Saudi-Arabien unter anderem auch Brasilien, Großbritannien,
       China, Kuba, Irak, Japan, Südafrika und die USA. Insgesamt hat das Gremium,
       das die Menschenrechtssituation auf der Welt überwachen soll, 47
       Mitglieder. Auch Deutschland ist derzeit vertreten.
       
       29 Oct 2016
       
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