# taz.de -- Bürgerwehr-Protest gegen US-Regierung: Freispruch für bewaffnete Besetzer
       
       > Anfang Januar besetzte eine Gruppe Bewaffneter Gebäude in einem Naturpark
       > in den USA. Nun endete der Prozess gegen sieben Beteiligte – mit
       > Freispruch.
       
 (IMG) Bild: Ryan Bundy (mittig), Bruder des Anführers Ammon, läuft im Januar durch den Naturpark
       
       Portland dpa | Sie trugen Waffen und Cowboyhüte und hielten die Polizei im
       US-Staat Oregon [1][41 Tage lang in Atem]: Neun Monate nach der Besetzung
       eines Naturschutzgebietes ist nun der Prozess gegen sieben Beteiligte
       zuende gegangen. Die sechs Männer und eine Frau wurden vom Vorwurf des
       Waffenbesitzes und der Verschwörung freigesprochen. Zwölf Geschworene
       fällten das überraschende Urteil am Donnerstag nach einem mehrwöchigen
       Prozess, wie US-Medien berichteten.
       
       Die selbst ernannte Bürgerwehrgruppe um ihren Anführer Ammon Bundy hatte
       sich Anfang Januar bewaffnet Zugriff zu einem Gebäudekomplex in dem
       Naturpark Malheur National Wildlife Refuge verschafft. Das Areal und die
       Häuser gehören dem Staat. Die Gruppe wollte zwei Rancher unterstützen,
       Vater und Sohn, die Haftstrafen wegen Brandstiftung antreten mussten. Sie
       sollen auf Land der Bundesregierung Feuer gelegt haben, um Spuren von
       Wilderei zu verwischen.
       
       Ende 2015 urteilte ein Bundesrichter, die Haft sei nach Bundesrecht zu kurz
       gewesen, die Männer müssten nochmals einsitzen. An dem neuen Urteil
       entzündete sich der Protest. Er richtete sich auch gegen die Kontrolle
       durch die Bundesregierung. Die Besetzer warfen der Regierung vor, den
       Leuten Land und Rohstoffe wegzunehmen.
       
       Die Sicherheitsbehörden ließen sie zunächst gewähren. Nach einigen Wochen
       kam es jedoch in der Nähe zu einem Polizeieinsatz, bei dem Bundy und
       weitere Beteiligte festgenommen wurden. Der Sprecher der Gruppe wurde dabei
       erschossen.
       
       In dem Prozess wurde ihnen unter anderem vorgeworfen, sich verschworen zu
       haben, Mitarbeiter des Landverwaltungsamtes und der Natur-Behörde Fish and
       Wildlife Service bei ihrer Arbeit zu behindern. Die Anklage argumentierte,
       die radikale Gruppe habe mit Gewaltanwendung gedroht. Die Verteidigung
       sprach von einer rechtmäßigen Protestaktion.
       
       Regierungsvertreter, die Bundespolizei FBI und die Polizei in dem
       betroffenen Bezirk Harney County zeigten sich enttäuscht über den
       Freispruch. Die Gouverneurin von Oregon, Kate Brown, schrieb in einer
       Mitteilung: „Die Besetzung des Malheur-Parks durch Außenstehende spiegelt
       nicht wider, wie wir in Oregon respektvoll zusammenarbeiten, um Differenzen
       beizulegen“.
       
       28 Oct 2016
       
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