# taz.de -- CCC-Sprecher zum iPhone-Hack: „Es gibt weitere Lücken“
       
       > Das iPhone-Betriebssystem galt als sicher. Nun knackte eine Spyware das
       > System von Apple. Kein Wunder, meint Linus Neumann vom Chaos Computer
       > Club.
       
 (IMG) Bild: Das iPhone und die Hände von Ahmed Mansoor. Er wurde gezielt attackiert, fiel aber nicht darauf rein
       
       Herr Neumann, mit einem Link in einer SMS wurde der Menschenrechtler Ahmed
       Mansoor [1][auf seinem iPhone gezielt attackiert]. Könnte die Software auch
       massenhaft iPhones angreifen? 
       
       Linus Neumann: Für den Angriff reicht es aus, dass eine bestimmte Datei im
       Webbrowser geöffnet wird. Die Angreifer könnten diese auch als Werbeanzeige
       schalten und auf beliebigen Seiten anzeigen lassen. So könnten sie in
       kurzer Zeit viele iPhones mit beliebiger Schadsoftware infizieren.
       
       Das Apple-Betriebssystem iOS gilt als sicherer als Android. Wieso konnte es
       trotzdem überlistet werden? 
       
       Auf dem iPhone lassen sich nur Programme installieren, die Apple zuvor
       zugelassen hat. Die Attacke war sehr professionell ausgeführt und hat es
       geschafft, über den Browser an das Betriebssystem des iPhone und dann an
       Administratorrechte zu gelangen. Danach konnte die Software auf dem Gerät
       alles machen.
       
       Apple bietet bereits ein Update an. Ist das iPhone dann wieder sicher? 
       
       Die Sicherheitslücken, die genutzt wurden, sollten mit dem Update
       geschlossen sein. Aber es sind wohl nicht die einzigen Lücken gewesen, die
       es gibt. Nutzer sollten das Update schnell runterladen, aber aufmerksam zu
       sein wie Herr Mansoor ist viel wichtiger. Computer werden immer
       Schwachstellen haben, die meisten lassen sich mit gesundem Menschenverstand
       umgehen.
       
       Anfang dieses Monats hat Apple angekündigt, künftig bis zu 200.000 Dollar
       für Hinweise auf Systemlücken zu zahlen. Ist das ein richtiger Schritt? 
       
       Definitiv. Wer Sicherheitslücken entdeckt, hat sonst nur die Möglichkeit,
       sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Gut nutzbare Lücken im
       Apple-Betriebssystemen können dort eine Viertelmillion oder mehr wert sein.
       Durch Apples Angebot wird es möglich, das moralisch Richtige zu tun und
       Apple dabei zu helfen, die Sicherheitslücke los zu werden und trotzdem
       nicht auf eine Entlohnung zu verzichten. Davon profitieren wir alle.
       
       26 Aug 2016
       
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