# taz.de -- EMtaz: Viertelfinale: Deutschland – Italien: Schock-Horror-Krimi-Thriller
       
       > Neuer, Hector, Rakete: Italien und Deutschland erfanden im
       > Elfmeterschießen ein neues Fußballgenre. Gewonnen hat Deutschland.
       > Endlich mal.
       
 (IMG) Bild: Sieht aus wie ein gallisches Dorf und weiß jetzt auch, wie man Welsche besiegt: deutsche Nationalmannschaft
       
       Die Startbedingungen: Italien ist fussballerisch Favorit, hat die
       schmissigere Hymne und sieht besser aus. Deutschland geht mit voller
       Dreierkettenhose ins Spiel. Auf Dauer hilft da nur nur ein Bayxit – den
       „mia“ wissen wie man gegen [1][Welsche] gewinnt.
       
       Das Vorurteil: Italiener schießen ein Tor und liegen dann am Boden rum,
       Khedira verletzt sich schwer bei dem Versuch Sturaro schwer zu faulen.
       Müller trifft, aber zu spät.
       
       Das Spiel: Nach fünf Minuten zweite Ecke Italien. Deutsches Mittelfeld
       steht sich wund. Khedira zieht einmal an und ist dann – verletzt. Schweini
       kommt in der 15. Minute, jetzt haben auch wir die Haare schön. Nach 25
       Minuten aber die Frage: Spielt Schweini mit? Blut fließt, Spiel „catcht“
       langsam. Ab Minute 35 läuft der erwartete Großangriff der Italiener. Neuer
       ist „da“. Zur Belohnung gibt es die erste echte Chance für Deutschland
       durch Gomez (40.). Dann die erste echte deutsche Riesenchance, aber Müller
       schießt das Tor lieber später. Dann geht Italien in Führung – oder warum
       jetzt nicht? Wegen Boateng. Pause.
       
       Der Italiener eröffnet die zweite Halbzeit klug wie die Russen 1944 – mit
       einem Angriff auf die deutschen Außengrenzen. Das wird über kurz oder lang
       zum Erfolg führen. Müller schießt sich in der 53. Minute auf sein zu spätes
       Tor ein. Die Deutschen, analfixiert, „drücken“ jetzt. Sturaro sieht gelb,
       De Sciglio sieht Gelb, dann Parolo, Löw macht ausnahmsweise mal was Nettes
       mit seinen Fingern. Gomez atmet. „Gute Phase“, findet der Staatsfunk. Und
       er hat – von wegen Lügenpresse Recht: In der 64. Minute schießt ÖZIL ihn
       rein, nach genialer Vorarbeit von GOMEZ! Chiellini erledigt nach Khedira
       den zweiten Deutschen: „Hacke“ Gomez geht. Vaya con Dios! Dann muß der
       Mann, der die Deutschen im Spiel gehalten hat, eine Wahl treffen: Foul oder
       Hand. Boateng entscheidet sich für Hand. Bonucci trifft, allerdings
       regelwidrig abstoppend. Kurz vor Schluss beginnen die Italiener gewohnt zu
       krampfen.
       
       Verlängerung. Pellè ist leider auch ein Drecksack: Lass meinen Nachbarn in
       Ruhe, sagen wir hier in Berlin! Chiellini ist leider auch ein Schauspieler,
       Müller beendet das auf zünftige Art und hey – Özil kann auch mimen und will
       dem Parolo die rote Karte bieten. Insgesamt unentschiedene erste Hälfte
       dieser ersten Verlängerunsghälfte. Italien sieht die fünfte Gelbe, dürfte
       jedenfalls ein Pyrrhussieg werden (schaust' bei [2][Wikipedia]!). Mit der
       107,57 Minute ist Deutschland selbst schuld an der fehlenden Führung, der
       Konter ensteht auf italienische Art, en passant gesagt. Und: Aus, Aus, Aus.
       Deutschland hat noch nicht verloren. Elf. Meter. Schießen. Auf die blaue
       Wand. Müller schießt sein spätes Tor nicht. Dann wird alles sehr…schlimm.
       Dann Neuer. Dann Hector. Dann Rakete.
       
       Ergebnis: 1:1 n.V, 6:5 i.E., Deutschland ist im Halbfinale.
       
       Der entscheidende Moment: Buffons Tränen.
       
       Der Spieler des Spiels: Boateng, Nachbar forever.
       
       Die Pfeife des Spiels: Prima Schiedsricher Viktor Kassai. Muss nur den
       Bonucci-Elfmeter abpfeifen.
       
       Das Urteil: Danke, grazie, ragazzi, Jungs. Ci vediamo!
       
       3 Jul 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Welsche
 (DIR) [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrrhussieg
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ambros Waibel
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) EMtaz Bericht/Analyse
 (DIR) Fußball
 (DIR) Italien
 (DIR) Deutsche Fußball-Nationalmannschaft
 (DIR) Public Viewing
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) Schwerpunkt Fußball-EM 2024
 (DIR) EMtaz Meinung
 (DIR) EMtaz Bericht/Analyse
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) EMtaz: Pöbelnde Schland-Fans: „Nie wieder Public Viewing“
       
       M. guckt in einer deutschen Kneipe ein EM-Spiel – und wird beleidigt und
       bedroht. Der Deutsch-Italiener über Nationalismus, Aggressionen und
       Fansein.
       
 (DIR) EMtaz: Läuft nicht beim DFB-Stürmer: Es müllert nicht mehr
       
       Thomas Müller wartet weiter auf sein erstes Tor. Gegen Italien traf er
       nicht mal vom Elfmeterpunkt. Er macht dennoch auf locker.
       
 (DIR) EMtaz: Die Optionen fürs Halbfinale: Löws Orakel aus dem Spielerlazarett
       
       Gegen Frankreich fallen mit Hummels, Gomez, Khedira und womöglich
       Schweinsteiger vier wichtige Spieler aus. Die Chance aufs Finale ist
       trotzdem da.
       
 (DIR) EMtaz: Wie man Elferschießen gewinnt: Großreinmacherei
       
       Das Elfmeterschießen ist ein eigenständiges Spiel nach dem Spiel. Nicht
       selten gewinnt jene Mannschaft, die das wirklich verstanden hat.
       
 (DIR) EMtaz: Halbfinale Frankreich – Schland: Les Bleus müssen verlieren
       
       Triumphieren ist keine französische Spezialität. Man hat es nie recht
       gelernt. Wenn die Franzosen gewinnen, weiß man schon: Das wird böse enden.
       
 (DIR) EMtaz: Elfmeterschießen sind großartig: Ungerecht, aber sexy
       
       Drama, Baby: Elfmeterschießen entsprechen der Logik des Fußballs. Weil sie
       überraschend, unfair und beschissen sind.
       
 (DIR) EMtaz: Löws Taktik gegen Italien: Epischer Wettstreit aus elf Metern
       
       Wie 2012 änderte Deutschland die Aufstellung gegen Italien. Mit Erfolg:
       Italien hatte kaum Chancen. Es wäre trotzdem fast schiefgegangen.
       
 (DIR) EMtaz: Deutschland vor der Reifeprüfung: Actio und Reactio
       
       Wenn die DFB-Elf am Samstagabend auf Italien trifft, steht für Joachim Löw
       viel auf dem Spiel. Es geht um die Aufarbeitung eines Traumas.
       
 (DIR) EMtaz: Sportsoziologe über Frankreich: „Sich danebenzubenehmen war mal“
       
       Der Soziologe Albrecht Sonntag über Frankreich als Fußballnation, die
       verhaltene EM-Begeisterung im Land und den Hauptunterschied zu Deutschland.
       
 (DIR) EMtaz: Historische Presseschau: Germania, Germania, vaffanculo!
       
       Italiener und Deutsche haben sich schon viermal zu großen K.-o.-Duellen bei
       WM oder EM getroffen. Der Klassiker ist auch ein Fest für Zeitungsmacher.
       
 (DIR) EMtaz: Die Deutschen und Italiens Fußball: Ist es wirklich wahre Liebe?
       
       Die deutschen Fans haben großen Respekt vor Italien. Seit dieser EM erfreut
       sich das Conte-Team hierzulande auch noch größter Beliebtheit. Warum bloß?
       
 (DIR) EMtaz: Italien vor dem Viertelfinale: Der Star ist der Trainer
       
       Falls Deutschland im Viertelfinale erneut gegen seinen Angstgegner
       verliert, liegt das nicht an einem Fluch. Antonio Contes Team ist eben auch
       gut.