# taz.de -- US-Geheimdienste und Social Media: Keine Überwachung von Twitter
       
       > Geheimdienste haben den Zugang zu Dataminr verloren, einem Dienst, der
       > Tweets analysiert. Twitter hatte darauf gedrungen, den Zugang nach zwei
       > Jahren zu kappen.
       
 (IMG) Bild: Voll öffentlich: Dieser Roboter durchsucht Twitter und schreibt Tweets öffentlich auf
       
       New York dpa | Es ist ein weiteres Zeichen für die Spannungen zwischen dem
       Silicon Valley und der US-Regierung: Die amerikanischen Geheimdienste haben
       laut einem Zeitungsbericht den Zugang zu einem Dienst verloren, der die
       Flut von Twitter-Nachrichten analysiert. Auf dieser Basis alarmiert der
       Service Dataminr seine Kunden zum Beispiel bei Terroranschlägen.
       
       Twitter habe darauf gedrungen, den Zugang der US-Geheimdienste zu Dataminr
       nach zwei Jahren zu kappen, berichtete das Wall Street Journal in der Nacht
       zum Montag unter Berufung auf Geheimdienstquellen. Twitter erklärte,
       Auswertern seiner Daten werde grundsätzlich untersagt, an Regierungsstellen
       für Überwachungszwecke zu beliefern. „Die Daten sind größtenteils
       öffentlich und die US-Regierung kann offen zugängliche Profile selbst im
       Blick behalten, so wie jeder Nutzer das kann“, zitierte die Zeitung das
       Unternehmen.
       
       Dataminr ist der einzige Anbieter, der Echtzeit-Zugriff auf die gesamte
       Masse an Twitter-Nachrichten hat und die Auswertungs-Ergebnisse verkaufen
       kann. Zuletzt konnte die Firma ihre Kunden zum Beispiel schnell über die
       Terroranschläge in Paris und Brüssel alarmieren. Twitter hält fünf Prozent
       an Dataminr.
       
       Das Verhältnis zwischen amerikanischen Internet-Unternehmen und der
       Regierung hat sich stark verschlechtert, seit Edward Snowden vor knapp drei
       Jahren die ausufernde Überwachung durch US-Geheimdienst enthüllte. Unter
       anderem setzen die Firmen auf Verschlüsselung, mit der sie keine Inhalte
       mehr als Behörden liefern können.
       
       9 May 2016
       
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