# taz.de -- „Deepwater“-Ölkatastrophe im Golf: BP muss 20 Milliarden Dollar zahlen
> Sechs Jahre liegt die Katastrophe auf der Ölplattform „Deepwater Horizon“
> mittlerweile zurück. BP wird die Katastrophe rund 53 Milliarden Dollar
> kosten.
(IMG) Bild: Löschschiffe versuchen das Feuer auf der brennenden Ölplattform „Deep Horizon“ einzudämmen (Archivbild vom 21.4.2012)
New Orleans ap | Der Mineralölkonzern BP muss nach der endgültigen
richterlichen Zustimmung geschätzt 20 Milliarden Dollar für
Umweltverschmutzungen an der Golfküste durch die Katastrophe auf seiner
Ölbohrinsel „Deepwater Horizon“ zahlen. Diese abschließende Anweisung über
den Zahlungsausgleich in Höhe von umgerechnet knapp 17,55 Milliarden Euro
veröffentlichte Bundesrichter Carl Barbier am Montag. Damit wurde ein
jahrelanger Rechtsstreit über die Folgen des Unglücks vom 20. April 2010
beigelegt, bei der elf Arbeiter getötet wurden.
Damals strömten 473 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko. Der im Juli
bekanntgegebene Vergleich zwischen dem Unternehmen und mehreren US-Staaten
umfasst Strafzahlungen, Kosten für die Wiederherstellung der Umwelt und
Ausgleich für wirtschaftliche Nachteile. Das Geld soll über einen Zeitraum
von 16 Jahren ausgezahlt werden. Zu den betroffenen Staaten zählen Florida,
Alabama, Mississippi und Louisiana.
Es handelt sich um den größten Vergleich in einer Umweltangelegenheit sowie
den größten zivilen Zahlungsausgleich mit einem einzigen Rechtsträger. 2012
erzielte BP eine ähnliche Einigung mit privaten Anwälten von Firmen und
Anwohnern, die angeführt hatten, dass die Ölpest ihnen Geld gekostet habe.
Der Deal führte zu einem langwierigen Kampf vor Gericht über Folgezahlungen
an Unternehmen. Viele der Anschuldigungen sind noch immer nicht gelöst.
BP hat geschätzt, dass sich seine Kosten inklusive der ursprünglichen
Säuberungsarbeiten und die verschiedenen Vergleiche und Strafen auf mehr
als 53 Milliarden Dollar (rund 46,5 Milliarden Euro) belaufen werden. In
einer E-Mail teilte Konzernsprecher Geoff Morrell am Montag mit, BP sei
zufrieden damit, dass der im Juli erzielte Vergleich finalisiert worden
sei.
Auch US-Justizministerin Loretta Lynch lobte den Zahlungsausgleich. „Der
heutige Schritt macht BP mit der größten Umweltstrafe aller Zeiten haftbar,
während eine der umfassendsten Umweltsanierungsbemühungen unternommen
wird“, teilte sie am späten Montagabend mit.
Louisianas Gouverneur John Bel Edwards erklärte, die Entscheidung ebne den
Weg des Staates, um wichtige Mittel zur Wiederherstellung der Küste zu
erhalten. Alabamas Generalstaatsanwalt Luther Strange lobte die Einigung
ebenfalls. Laut David Uhlmann, einem Rechtsprofessor der University of
Michigan, der früher die Abteilung für Umweltverstöße im
US-Justizministerium leitete, sagte, das Urteil von Barbier beende „ein
lange, trauriges Kapitel in der amerikanischen Umweltgeschichte“.
5 Apr 2016
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