# taz.de -- Berichte über russischen Medienexperten: Ex-Putin-Berater starb gewaltsam
       
       > Ermittler in Washington fanden im November die Leiche von Michail Lessin.
       > Berichte von US-Medien legen nun nahe, dass er wohl keines natürlichen
       > Todes starb.
       
 (IMG) Bild: Der damalige russische Informationsminister Michail Lessin auf der Frankfurter Buchmesse 2003.
       
       Washington/Moskau dpa | Der frühere Berater des russischen Präsidenten
       Wladimir Putin, Michail Lessin, ist US-Berichten zufolge gewaltsam ums
       Leben gekommen und nicht an einem Herzanfall gestorben. Die Leiche des
       59-Jährigen war am 5. November 2015 in einem Washingtoner Hotel entdeckt
       worden.
       
       Die Washington Post und andere Medien zitierten nun aus einem Gutachten des
       obersten Gerichtsmediziners der US-Hauptstadt. Die Todesursache sei demnach
       Gewalteinwirkung gegen Lessins Kopf. Außerdem führe der Bericht
       Verletzungen im Nacken, am Oberkörper sowie an Armen und Beinen auf.
       
       Das russische Außenministerium forderte von den US-Behörden nähere
       Informationen. „Eine solche Anfrage haben wir mehrfach gestellt“, teilte
       Sprecherin Maria Sacharowa am Freitag in Moskau mit.
       
       Der studierte Bauingenieur Lessin gilt als einer der Architekten des
       russischen Machtapparats. Er war von 1999 bis 2004 Informationsminister und
       später einer von Putins Beratern. Kritikern zufolge spielte er eine
       wesentliche Rolle bei der Knebelung unabhängiger Medien in Moskau. Bis Ende
       2014 leitete er den kremlnahen russischen Konzern Gazprom-Media Holding.
       
       ## Russia Today sprach von Herzattacke
       
       Die Washingtoner Polizei erklärte am Donnerstag, der Fall werde weiter
       untersucht. Ein Sprecher wollte der Washington Post zufolge nicht sagen, ob
       es sich bei der Gewalteinwirkung um ein Verbrechen gehandelt habe.
       
       Die russische Botschaft in Washington teilte mit, die Diplomaten seien im
       ständigen Kontakt mit den US-Behörden. Was Informationen angehe, sei aber
       auch die Privatsphäre der Familie zu achten, sagte Botschaftssprecher Juri
       Melnik der Agentur Interfax.
       
       Der Kreml hatte den Tod Lessins im November bestätigt. Der staatliche
       TV-Sender Russia Today, bei dessen Gründung Lessin geholfen hatte, nannte
       eine Herzattacke als Ursache. Davon hatte angeblich auch Lessins Familie
       gesprochen und sich auf langjährige Beschwerden berufen. Was genau Lessin
       in Washington wollte, gilt als unklar.
       
       11 Mar 2016
       
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