# taz.de -- Algerischer Autor Kamel Daoud: Nur noch Literatur
       
       > Nach Kritik an seinen Äußerungen über die Kölner Silvestergewalt will
       > sich der algerische Autor Kamel Daoud nun nicht mehr öffentlich äußern.
       
 (IMG) Bild: Die Vorfälle der Silvesternacht in Köln ...
       
       Paris AFP | Nach scharfer Kritik an seinen Äußerungen über die Übergriffe
       auf Frauen in der Silvesternacht in Köln will sich der algerische
       Schriftsteller Kamel Daoud nicht mehr öffentlich äußern. Daoud schrieb in
       der französischen Zeitung Le Monde vom Samstag, [1][er werde sich künftig]
       nur noch mit Literatur beschäftigen und seine journalistische Arbeit „in
       Kürze“ beenden.
       
       Daoud hatte nach der Kölner Silvestergewalt unter anderem in Le Monde und
       der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über das „kranke Verhältnis zur Frau,
       zum Körper und zum Begehren“ i[2][n den arabischen Ländern geschrieben.]
       Frauen würden dort „verleugnet, abgewiesen, getötet, vergewaltigt,
       eingeschlossen oder besessen“. „Das Geschlecht ist das größte Elend in der
       Welt Allahs“, schrieb Daoud.
       
       In der vergangenen Woche warf eine Gruppe von Historikern, Soziologen und
       Philosophen dem Autor und Journalisten [3][in einem offenen Brief vor], mit
       seinem Text Islamfeindlichkeit zu schüren. Daoud bezeichnete die Kritik als
       „illegitim“, weil sie aus westlichen Hauptstädten und von Caféterrassen
       komme, „wo Bequemlichkeit und Sicherheit herrschen“.
       
       „Das ist so, als ob ein algerischer Akademiker von einem italienischen
       Intellektuellen verlangen würde, nicht mehr über dieses Land zu schreiben“,
       sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
       
       Trotzdem will er sich nun aus der öffentlichen Debatte zurückziehen. Er
       werde lesen und forschen und sich aus dem „Spiel der Wellen und der Medien“
       heraushalten“, erklärte Daoud, der in der algerischen Zeitung Le Quotidien
       d‘Oran [4][eine Kolumne schreibt]. Für seinen ersten Roman „Der Fall
       Meursault – Eine Gegendarstellung“ hatte er im Jahr 2015 den Prix Goncourt,
       den wichtigsten französischen Literaturpreis, erhalten.
       
       21 Feb 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.lemonde.fr/idees/article/2016/02/20/kamel-daoud-et-les-fantasmes-de-cologne-retour-sur-une-polemique_4868849_3232.html
 (DIR) [2] http://www.lemonde.fr/idees/article/2016/01/31/cologne-lieu-de-fantasmes_4856694_3232.html
 (DIR) [3] http://www.lemonde.fr/idees/article/2016/02/11/les-fantasmes-de-kamel-daoud_4863096_3232.html#2SyWuhsRlSIGv7iT.99
 (DIR) [4] http://www.lequotidien-oran.com/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Rassismus
 (DIR) Sexismus
 (DIR) Köln
 (DIR) Sexismus
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Sexualisierte Gewalt gegen Frauen: Seit Köln ist alles wieder da
       
       Ja, es gibt importierten Sexismus unter Migranten. Wir dürfen die Gründe
       dafür nicht verschweigen, nur weil wir Angst vor Rassismus haben.