# taz.de -- heute in hamburg: „Der Browser ist ein Motor“
       
       > Digitalisierung „Wir versilbern das Internet“ zeigt Menschen 65+ die Welt
       > der Tablets, Apps und Co
       
       taz: Frau Hirche, was haben Sie zuletzt getwittert? 
       
       Dagmar Hirche: Das war was vom Abendblatt über eine Befragung der Hamburger
       Senioren. Ich twittere täglich zwei bis zehn Tweets über den Accout des
       Vereins. Wir haben auch eine eigene Facebook-Seite, auf der wir regelmäßig
       posten. Dabei dreht sich alles rund um das Thema Alter. Privat nutze ich
       nur Facebook, aber durch meine Aktivität über den Verein weiß ich immer,
       was los ist.
       
       Warum brauchen Senioren das Internet? 
       
       Sie können sich mit dem Smartphone die Welt nach Hause holen, wenn sie
       nicht mehr mobil sind. Angebote wie Online-Sprechstunden wirken dem
       Ärztemangel auf dem Land entgegen und sorgen dafür, dass Senioren länger in
       ihren eigenen vier Wänden wohnen können. Unsere ältesten Teilnehmenden
       waren zwischen 90 und 94 Jahre alt. Sie haben alle Übungen geschafft. Viele
       rufen dann: „Hach, ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Homepage
       aufgerufen“.
       
       Was lernen die Teilnehmenden bei Ihnen? 
       
       Beim Projekt „Wir versilbern das Netz“ lernen wir zuerst das „Einmaleins“,
       also Vokabeln wie Browser, Whatsapp, Provider etc. Dann wird geübt, wie man
       die Tastatur öffnet, Websites aufruft, sich ins W-Lan einwählt und Apps
       herunterlädt. Wir gehen auf googlemaps.com oder bahn.de und planen Routen
       oder Wanderungen. So sehen die Teilnehmenden, welchen Sinn die neue Technik
       überhaupt hat. Facebook beispielsweise würde hier schon zu weit führen. Das
       ist eher für Leute, die mit dem Internet schon vertraut sind, denn die
       Sicherheit und die Privatsphäre der Menschen liegt uns sehr am Herzen.
       
       Wie erklären sie die Medien? 
       
       Mit Geduld! Ältere Menschen kriegen immer zu hören „Mach das so und so, das
       habe ich dir doch schon drei Mal gesagt“.Das ist falsch. Ich lasse die
       Senioren alles selber machen und passe mein Vokabular an. Ältere Menschen
       kennen viele Wörter gar nicht. Die erkläre ich sehr bildhaft und ohne
       komplizierte technische Erläuterungen. Die helfen nämlich nicht. Der
       Home-Button ist beispielsweise der „Nach-Hause-Knopf“, der einen immer
       dahin zurückbringt, wo man gestartet ist. Der Browser ist wie ein Motor,
       der das Internet zum losfahren bringt. Das merkt sich jeder.
       
       Interview:Leonie Habisch
       
       Vortrag „Wir versilbern das Netz. Das 1x1 der Tablets und Smartphones für
       Menschen 65+“: 10:30 Uhr, Macromedia-Hochschule, Gertrudenstraße 3
       
       23 Feb 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leonie Habisch
       
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