# taz.de -- Kampf gegen das Zika-Virus: USA und Brasilien arbeiten zusammen
       
       > Kann das sich Zika-Virus eingedämmt werden? Gemeinsam mit den USA will
       > Brasilien einen Impfstoff entwickeln. Die Olympia-Organisatoren setzen
       > auf kühleres Wetter.
       
 (IMG) Bild: Kampf an mehreren Fronten: Brasiliens Präsidentin Rousseff besucht Armeeangehörige, die gegen die Larven der Aedes ageypti vorgehen.
       
       Brasília/Bogota dpa/afp | Wegen der millionenfachen Ausbreitung des gerade
       für schwangere Frauen gefährlichen Zika-Virus wollen die USA und Brasilien
       rasch einen Impfstoff entwickeln. Dazu werden US-Präsident Barack Obama und
       Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff eine hochrangige Expertengruppe
       einsetzen, wie beide laut Rousseffs Büro in einem Telefonat vereinbarten.
       Es gehe darum, den „Kampf zu verstärken und einen Impfstoff gegen das
       Zika-Virus zu entwickeln“.
       
       In Kolumbien haben sich nach Behördenangaben vom Samstag bislang 2.116
       Schwangere mit dem für Ungeborene gefährlichen Zika-Virus infiziert.
       Insgesamt seien 20.297 Infektionen registriert worden, erklärten die
       Gesundheitsbehörden in Bogotá. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berät
       am Montag in einer Krisensitzung über die Ausbreitung des Virus.
       
       Allein in Brasilien könnten bis zu 1,5 Millionen Menschen bereits mit dem
       Erreger infiziert sein, der auch in die USA eingeschleppt worden ist.
       Gleichzeitig hat sich in Brasilien die Zahl von Schädelfehlbildungen
       dramatisch erhöht – 4.180 Verdachtsfälle seit Oktober. Daher gehen die
       Behörden davon aus, dass die sogenannte Mikrozephalie ausgelöst werden
       kann, wenn Schwangere sich mit dem Zika-Virus infizieren. Erkrankte Kinder
       sind in der Regel geistig stark behindert. „Wir werden diesen Krieg
       gewinnen“, sagte Rousseff nach Beratungen mit Gouverneuren betroffener
       Bundesstaaten.
       
       An einem Aktionstag am 13. Februar sollen landesweit bis zu 220.000
       Soldaten zur Bekämpfung der Moskitoart Aedes aegypti eingesetzt werden, die
       Zika überträgt. Das Virus hat sich bereits in fast 25 Ländern, vor allem
       Süd- und Mittelamerikas, verbreitet. Für Deutschland besteht keine Gefahr
       einer starken Zika-Ausbreitung, da die betreffende Moskitoart hier nicht
       vorkommt.
       
       Bisher gibt es nur vereinzelte Fälle durch rückkehrende Touristen.
       Allerdings gehen Experten davon aus, dass Zika auch durch ungeschützten Sex
       übertragen werden kann. Bisher galt das 1947 im Zikawald in Uganda
       entdeckte und bis letztes Jahr kaum verbreitete Virus als harmlos. Symptome
       sind leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen.
       
       ## Gefährlicher Karneval in Rio
       
       Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Thema auch durch zwei nahende
       Großereignisse: Nächste Woche werden Hunderttausende Menschen zu den
       Karnevalsfeiern erwartet, im August stehen die Olympischen Spiele in Rio de
       Janeiro an. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) steht wegen der
       Epidemie in Brasilien in engem Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation
       (WHO). All das werde sehr sorgfältig mit der WHO beobachtet, sagte
       IOC-Präsident Thomas Bach am Samstag in Schönau am Königssee am Rande der
       Rodler-Weltmeisterschaft.
       
       Grund für Angst und Panik angesichts der Olympischen Spiele im August in
       Rio de Janeiro sieht Bach nicht. „Man muss auch sehen, dass die Spiele
       stattfinden werden im brasilianischen Winter“, sagte er. „Das heißt, dass
       die klimatischen Bedingungen verschieden sein werden, auch die
       Brutbedingungen für das Insekt.“
       
       Die WHO prüft, einen globalen Gesundheitsnotstand auszurufen, das war
       zuletzt im August 2014 wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika der Fall.
       Dann würden für die betroffenen Länder die Warn- und Vorsichtsmaßnahmen
       deutlich verschärft, womöglich müssten Flugreisende sich auf verschärfte
       Gesundheitskontrollen einstellen.
       
       30 Jan 2016
       
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