# taz.de -- Kandidatur für Fifa-Präsidentschaft: Platini macht einen Fallrückzieher
       
       > Der Präsident der Europäischen Fußball-Union kandidiert nicht als
       > Weltverbandspräsident. Er ist nach dem Fifa-Skandal für acht Jahre
       > gesperrt.
       
 (IMG) Bild: So schön, schön war die Zeit …
       
       Berlin dpa | Michel Platini sagt „Bye bye FIFA“. Der ohnehin für acht Jahre
       gesperrte Präsident der Europäischen Fußball-Union zieht seine Kandidatur
       für das Amt des Weltverbandspräsidenten als Nachfolger von Joseph Blatter
       zurück. Das bestätigte der 60 Jahre alte Franzose am Donnerstag der
       Sportzeitung L'Équipe und der US-Nachrichtenagentur AP.
       
       „Ich kann nicht mehr, ich habe weder die Zeit noch die Mittel, die
       Wahlberechtigten zu sehen, Leute zu treffen, mich mit den anderen
       (Kandidaten) zu messen“, sagte er L'Équipe. Platini war ebenso wie Blatter
       am 21. Dezember vergangenen Jahres von der Ethik-Kommission der FIFA für
       acht Jahre gesperrt worden.
       
       Nur wenn er gegen diese Strafe vor dem Internationalen Sportgerichtshof
       rechtzeitig erfolgreich wäre, hätte er sich der Wahl am 26. Februar im
       FIFA-Hauptquartier in Zürich stellen können. „Das Timing ist nicht gut für
       mich“, sagte Platini AP. „Mir wird nicht die Chance gegeben, das Spiel
       mitzumachen.“ „Bye bye FIFA“, bye bye FIFA-Präsidentenamt, so Platini.
       
       Im Jahr der Heim-EM in Frankreich vom 10. Juni bis 10. Juli, 32 Jahre nach
       dem Europameistertitel für den genialen Spielmacher Platini, heißt es nun:
       Rien ne va plus. Der dubiose Zwei-Millionen-Franken-Deal mit Blatter
       beendete jegliche Träume, den ebenfalls schwer gestürzten Schweizer im
       höchsten Fußball-Amt zu beerben.
       
       ## Er bedauert nichts
       
       Platini und Blatter behaupten, bei dem Geld handele es sich um eine
       verspätete Honorarzahlung für Platinis Dienste für die FIFA aus den Jahren
       1998 bis 2002. „Ich kann nichts bedauern an dieser Geschichte“, betonte
       Platini noch einmal in dem AP-Interview. Er habe nichts Falsches getan. Er
       versuche es zu verstehen, meinte der Franzose und deutete eine Intrige an.
       Womöglich haben jemand nicht gewollt, dass er sich bewerbe.
       
       Die ermittelnde Kammer der Ethikkommission hatte sogar lebenslange Sperren
       für Platini und Blatter gefordert. Gegen ihre Sperre von acht Jahren können
       sie vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne und das
       Schweizer Bundesgericht ziehen. Der CAS hatte einen Einspruch Platinis
       gegen die zuvor bereits verhangene 90-Tagessperre abgelehnt.
       
       Ein Neuanfang der FIFA, die mitten in ihrem schwersten Korruptionsskandal
       steckt, wäre mit einem vorbelasteten Platini ohnehin nicht vorstellbar
       gewesen. Auch wenn dieser in der Zeitung L'Équipe noch einmal betonte, dass
       nach Blatters Rücktrittsankündigung 150 Verbände ihm ihre Unterstützung
       zugesagt hatten. Als Favorit für die Neuwahlen gilt derzeit Scheich Salman
       bin Ibrahim Al Chalifa, trotz Vorwürfen der Menschenrechtsverletzungen in
       Bahrain.
       
       Allerdings schließt Platini nicht aus, zu einem späteren Zeitpunkt doch
       noch zum weltweiten Fußball-Chef aufzusteigen. Es gebe keine
       Altersbegrenzung. „Also komme ich vielleicht in 20 Jahren wieder. Wer
       weiß?“
       
       8 Jan 2016
       
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