# taz.de -- Kommentar Cousteau-Gedenkstätte: Tant pis, Jacques!
       
       > Endlich wird die „Calypso“ von Jacques-Yves Cousteau restauriert. Wir
       > brauchen eine Pilgerstätte für den Vater von Greenpeace & Co.
       
 (IMG) Bild: Eine Legende: Cousteau im August 1986 in Miami mit seinem Schiff „Calypso“.
       
       Er hat Haie massakriert und Oktopusse unter Drogen gesetzt – für das schöne
       Bild, für ein bisschen mehr Drama in seinen mehr als 120 Fernsehdokus und
       Kinofilmen. Tant pis, sei’s drum! So gut wird es auch Flipper oder Keiko,
       dem Orca aus „Free Willy“, beim Dreh nicht ergangen sein.
       
       Dafür hat Jacques-Yves Cousteau mit seinen Bildern von Riesenkraken,
       Seeanemonen und Monsterfischen in Tausenden Metern Tiefe, von gesunkenen
       Kriegsschiffswracks, Galeonen und Goldschätzen Generationen fasziniert. Der
       Meeresforscher, Dokumentarfilmer, Erfinder und Schriftsteller hat für viele
       eine neue Welt entdeckt. Klar, da stecken Jungsträume aus den 60ern oder
       70ern drin.
       
       Aber der Mann mit roter Mütze und Hakennase ist auch einer der – sorry,
       Pathos – größten Ökopioniere der Welt. Cousteau hat nämlich immer Respekt
       vor den Ozeanen gefordert. Und, ganz wichtig, unterhalten musste das auch
       noch.
       
       Nun hat die Cousteau-Gesellschaft das Geld zusammen, um die seit Jahren in
       einem Hafen der Bretagne vor sich hinrostende „Calypso“ zu retten. Wurde
       Zeit. Endlich wird das weltbekannte Forschungsschiff Cousteaus wieder
       seetauglich gemacht. Wahrscheinlich schon Ende des Jahres ist der ehemalige
       Minensucher wieder ein Cousteau-Ort, eine Pilgerstätte für die Fans. Die
       Societé will damit sogar erneut die Meere erforschen.
       
       Cousteau hat mit seinen Filmen Oscar und Goldene Palme gewonnen, er hat in
       den 40ern die „Aqualunge“ erfunden, den Vorgänger des Geräts, mit dem heute
       Millionen Hobbytaucher ins Wasser gehen. Außerdem hat er in den 60ern
       verhindert, dass die Franzosen ihren Atommüll im Mittelmeer zwischen Nizza
       und Korsika verklappen. Greenpeace und Sea Shepheard sind wichtig für den
       Schutz der Ozeane, aber ohne Cousteau wären sie wenig.
       
       Bei ihm konnten sie lernen: Ja, die Schätze der Natur sind wichtig – aber
       ohne einen Plot bekommt das einfach keiner mit.
       
       10 Jan 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kai Schöneberg
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Naturschutz
 (DIR) Meeresschutz
 (DIR) Ökologie
 (DIR) Plastikmüll
 (DIR) Sylt
 (DIR) Europa
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Schiff sammelt Plastikmüll: Die „Seekuh“ räumt auf
       
       In Lübeck wird ein Katamaran gebaut, der als „Meeres-Müllabfuhr“ eingesetzt
       werden soll. Das Prinzip ist einfach – aber nicht unumstritten.
       
 (DIR) Schutz der Schweinswale: Sylter Außenriff wird geschützt
       
       Auf Druck der EU hin will die Bundesregierung mit dem Naturschutz in dem
       Seegebiet ernst machen.
       
 (DIR) Meeresschutz in der EU: Europa fischt im Trüben
       
       Die Umweltbehörde der EU warnt, dass Europa zentrale Ziele beim
       Meeresschutz verfehlt. Die meisten marinen Ökosysteme seien unter Druck.