# taz.de -- Great Barrier Reef in Gefahr: Korallenfressende Killer-Seesterne
       
       > Sie werden bis zu 40 Zentimeter groß und lassen kahle Riffe zurück. Die
       > derzeitige Seesternplage führt zu einer alarmierenden Sitution am Great
       > Barrier Reef.
       
 (IMG) Bild: Mit Giftspritzen gehen Taucher gegen die Killer-Seesterne vor.
       
       SYDNEY/BERLIN dpa | Wegen einer Seestern-Plage bangen Naturschützer um das
       Great Barrier Reef in Australien. Aktuell würden vier bis zwölf Millionen
       Dornenkronenseesterne dort Korallen fressen und kahle Riffe zurücklassen.
       Die Situation sei „alarmierend“, teilte die Umweltstiftung WWF am
       Donnerstag mit. Zur Bekämpfung spritzen Taucher bisher einzelnen Tieren
       Gift und entfernen diese - so kann man jedoch nur einem Bruchteil zu Leibe
       rücken.
       
       Solche Plagen seien früher ein Jahrhundertereignis gewesen und häuften sich
       inzwischen, berichtete der WWF. Die Killer-Seesterne werden den Angaben
       zufolge bis zu 40 Zentimeter groß. Sie vertilgten demnach in den
       vergangenen 30 Jahren eine Korallenfläche, die 84 000 Fußballfeldern
       entspricht.
       
       „Massenausbrüche gibt es immer wieder einmal“, sagte Prof. Gert Wörheide
       von der Ludwig-Maximilians-Universität München am Donnerstag. Ob sie
       häufiger und größer seien als früher, lasse sich aber wegen fehlender
       Aufzeichnungen nicht unbedingt belegen. Auch die Ursachen sind ihm zufolge
       nicht endgültig verstanden.
       
       Der WWF sieht als Verursacher die Landwirtschaft: Es gelange zu viel Dünger
       ins Meer, was das Plankton-Wachstum fördere. Davon ernähren sich
       Seesternlarven. Um das Riff zu retten, „muss man verhindern, dass sich die
       Larven explosionsartig vermehren“, erklärte WWF-Meeresschutzexperte Philipp
       Kanstinger.
       
       ## Korallendecke um die Hälfte geschrumpft
       
       Mit verbesserter Wasserqualität und weniger Fischerei könne das Ökosystem
       generell widerstandsfähiger werden, schreibt ein Team um den australischen
       Forscher Morgan S. Pratchett in einer Studie. Das sei insbesondere
       nützlich, solange viele Fragen offen seien.
       
       Das weltbekannte Great Barrier Reef entlang der Ostküste Australiens wird
       auch durch andere Einflüsse wie etwa Klimawandel und Stürme gefährdet. Seit
       1985 ist die Korallendecke um die Hälfte geschrumpft.
       
       18 Dec 2015
       
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