# taz.de -- Erstmals höchste Smog-Warnstufe: Pekings Schulen bleiben zu
       
       > 300 Mikrogramm Feinstaub finden sich aktuell in einem Kubikmeter Luft in
       > Chinas Hauptstadt. Die Fabriken sind geschlossen, der Straßenverkehr
       > wurde eingeschränkt.
       
 (IMG) Bild: Im Hintergrund sehen sie nicht den Platz des Himmlischen Friedens.
       
       Peking ap | Erstmals gilt in Peking wegen Smogs die höchste Warnstufe: Am
       Dienstag blieben in der chinesischen Hauptstadt Schulen und Fabriken
       geschlossen. Auf den Straßen herrschte deutlich weniger Verkehr, da die
       Hälfte der Fahrzeuge nicht fahren durfte. Am Montag hatte das
       Umweltministerium die höchste Alarmstufe Rot angekündigt. Ziel sei, „die
       öffentliche Gesundheit zu schützen und den Grad der starken
       Luftverschmutzung zu senken“, hieß es. Die Bildungskommission ordnete an,
       dass die Schulen bis Donnerstag zu bleiben sollen.
       
       Schon vergangene Woche hatte die Konzentration gefährlichen Feinstaubs in
       der chinesischen Hauptstadt mit ihren 22,5 Millionen Einwohnern bedenkliche
       Werte erreicht. Zu Alarmstufe Rot – der höchsten von vier Stufen des
       Umweltalarms – kam es, weil noch mindestens drei weitere Tage heftigen
       Smogs vorhergesagt sind.
       
       Dieser entsteht, wenn sehr starke Luftverschmutzung und hohe
       Luftfeuchtigkeit zusammen kommen und kaum Wind herrscht. Die Konzentration
       der für die Lunge schädlichen Kleinstpartikel lag nach offiziellen Angaben
       bei 300 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – ein Vielfaches des Richtwerts der
       Weltgesundheitsorganisation von 25 Mikrogramm.
       
       Gesichtsmasken waren in Pekinger Läden der Renner. Um weniger Schmutz in
       die Luft zu blasen, darf nun jedes Auto nur noch jeden zweiten Tag fahren,
       je nach den Ziffern auf dem Nummernschild. Dafür sollen mehr Busse und
       U-Bahnen eingesetzt werden. Einwohnerin Li Huiwen sagte: „Man muss alles
       tun, um sich selbst zu schützen. Aber auch wenn ich die Maske trage, fühle
       ich mich unbehaglich und habe nicht genug Energie.“
       
       Die Umweltbelastung in Peking ist seit Jahren sehr hoch, auch wenn sie in
       den ersten zehn Monaten 2015 etwas sank. Trotzdem kommt es immer wieder zu
       Phasen dichten Smogs. Die Folgen sind dramatisch: Nach einer Studie des
       Max-Planck-Instituts, veröffentlicht jüngst in der Zeitschrift Nature,
       sterben schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen jährlich wegen der
       Luftverschmutzung vorzeitig.
       
       Als Hauptverursacher gilt die Kohle, hinzu kommen der starke Verkehr, die
       Bauwirtschaft und Fabriken. China bezieht mehr als 60 Prozent seiner
       Energie aus Kohle.
       
       8 Dec 2015
       
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