# taz.de -- Brandalism in Paris: Werbeflächen gekapert
       
       > Auf über 600 Plakaten in Paris werden nun Sponsoren des Klimagipfels
       > kritisiert – denn einige davon sind selbst ziemlich große
       > Umweltverschmutzer.
       
 (IMG) Bild: Wenn Werbung die Wahrheit sagen würde...
       
       Berlin taz | Die Liste der Sponsoren der COP21, der Weltklimakonferenz in
       Paris, liest sich wie ein Scherz: Bei dem Ereignis geht es darum die, Welt
       zu retten. Und dann wird es ausgerechnet von denen bezahlt, die schuld sind
       an der Misere?
       
       An dieser Doppelmoral stören sich auch die Anti-Werbe-Aktivisten von
       Brandalism. Deshalb haben sie pünktlich zum Auftakt der COP21 600
       Werbeflächen gekapert und mit Fake-Werbung bespielt.
       
       Über 80 Künstler aus 19 Ländern haben die Plakate gestaltet und das
       Ergebnis sieht nicht nur hübsch aus, die Aktion zielt vor allem direkt auf
       die Finanziers des Klimagipfels.
       
       Über den Support der COP21 durch privates Kapital sagt Joe Elan, einer der
       Brandalism-Initiatoren: „Durch das Sponsoring können sich große
       Umweltverschmutzer wie Air France und GDF-Suez-Engie als Teil der Lösung
       darstellen, dabei sind sie Teil des Problems.“
       
       Vor allem die Feinheiten der Aktion sind amüsant: Nach Angaben von
       Brandalism gehören die Werbeflächen der Firma JC Decoux, einer der größten
       Außenwerbeunternehmen weltweit und offizieller Sponsor der COP21. Neben Air
       France und GDF-Suez-Engie kriegt vor allem Dow Chemicals sein Fett weg – VW
       darf aus aktuellem Anlass natürlich auch nicht fehlen.
       
       Die [1][Künstlergruppe Brandalism] hat sich 2012 in London zusammengetan
       und ist bekannt für ihr aufwändiges Adbusting – der überspitzten Imitation
       realer Werbekampagnen. Ihr Tun richtet sich vornehmlich gegen die Macht von
       globalen Konzernen.
       
       In Paris will die Gruppe mit den Plakaten, die nun quer durch die Stadt
       verteilt sind, auf die enge Verbindung zwischen Werbung, Konsum, der
       Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und dem Klimawandel aufmerksam
       machen. Unter den Künstlern finden sich Namen wie Neta Harari, Jimmy Cauty
       oder auch der Banksy-Kollaborateur Paul Insect.
       
       30 Nov 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.brandalism.org.uk
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Saskia Hödl
       
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