# taz.de -- Bundestagspräsident über Verhandlungen: Lammert droht mit Nein zu TTIP
       
       > Bundestagspräsident Norbert Lammert äußert sich kritisch über die
       > Verhandlungen. Der begrenzte Zugang der Abgeordneten zu Dokumenten sei
       > „indiskutabel“.
       
 (IMG) Bild: Will mehr parlamentarische Mitsprache bei TTIP: Norbert Lammert
       
       Berlin AFP | Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat mit einem Nein
       zum Freihandelsabkommen TTIP gedroht. Er halte es für ausgeschlossen, „dass
       der Bundestag einen Handelsvertrag zwischen der EU und den USA ratifizieren
       wird, dessen Zustandekommen er weder begleiten noch in alternativen
       Optionen beeinflussen konnte“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der
       Funke Mediengruppe.
       
       Lammert forderte mehr Transparenz. Gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister
       Sigmar Gabriel (SPD) halte er den „bisherigen äußerst begrenzten Zugang
       über die jeweiligen US-Botschaften für indiskutabel – sowohl für die
       Regierung wie für das Parlament“.
       
       Mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sei er sich einig, dass die
       relevanten Verhandlungsdokumente, insbesondere Ergebnisse im
       Verhandlungsprozess, „allen Mitgliedstaaten der EU und dort neben den
       Regierungen auch den Parlamenten zugänglich sein müssen“, sagte Lammert.
       „Und ich werde darauf bestehen.“
       
       Die Verhandlungen über eine transatlantische Freihandelszone hatten im Juli
       2013 begonnen. Die Schaffung der Freihandelszone soll der Wirtschaft auf
       beiden Seiten des Atlantiks einen Schub geben, indem Zölle und
       Handelshemmnisse abgebaut werden.
       
       Kritiker befürchten jedoch eine Erosion von Sozial-, Umwelt- und
       Verbraucherschutzstandards sowie eine Schwächung demokratischer
       Institutionen.
       
       Ein wichtiges Argument der Befürworter ist, dass der transatlantische
       Freihandelsraum globale Maßstäbe für den Verkehr von Waren und
       Dienstleistungen setzen werde. Sie befürchten, dass Europa sonst Einfluss
       bei der Regulierung des Welthandels einbüßen könnte.
       
       28 Oct 2015
       
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