# taz.de -- Kommentar Braunkohlepläne: Durchbruch gegen Klimakiller
       
       > Die Braunkohlepläne der Regierung stoßen zu Recht auf viel Kritik.
       > Dennoch sind sie insgesamt eine gute Nachricht, die das Ende der Kohle
       > einläutet.
       
 (IMG) Bild: Der Dreckschleuder bei Grevenbroich droht über kurz oder lang nun auch das Aus.
       
       Ohne Frage gibt es an den Braunkohleplänen von Wirtschaftsminister Sigmar
       Gabriel im Detail viel zu kritisieren. Bevor die klimaschädlichen
       Kraftwerke endgültig stillgelegt werden, bekommen die Betreiber Geld dafür,
       dass sie sie in Bereitschaft halten, obwohl sie für die Stromversorgung
       nicht gebraucht werden. Vergütet werden auch Kraftwerke, die ohnehin
       stillgelegt worden wären. Und um das deutsche Klimaziel für das Jahr 2020
       zu erreichen, langt der Umfang der Stilllegung mit großer
       Wahrscheinlichkeit nicht.
       
       Das alles bemäkeln Umweltverbände und Opposition völlig zu Recht. Doch in
       dem Ärger darüber, dass nicht eine zwischenzeitig geplante günstigere und
       umfassendere Lösung umgesetzt wurde, sollte nicht untergehen, dass auch der
       nun gefundene teure Kompromiss einen Durchbruch in der Kohlefrage bedeutet.
       
       Denn zum ersten Mal werden jetzt in Deutschland per Gesetz Kohlekraftwerke
       stillgelegt. Und zwar von einer schwarz-roten Bundesregierung und einem
       SPD-Wirtschaftsminister, der noch vor Kurzem alle Forderungen nach einem
       schrittweisen Kohleausstieg als realitätsfremde Spinnerei betrachtet hat.
       Selbst Union und SPD bestreiten nicht länger, dass die deutschen Klimaziele
       nicht zu erreichen sind, ohne Kohlekraftwerke abzuschalten. Dahinter kann
       niemand mehr zurückfallen. Ab sofort geht es darum nicht mehr um das Ob,
       sondern allein um das Wie des Ausstiegs.
       
       Beim ersten Schritt auf diesem Weg ist es den Betreibern RWE und Vattenfall
       noch gelungen, die Entscheidung in ihrem Sinne abzumildern. Langfristig
       stehen ihre Chancen hingegen schlecht. Um den Klimawandel aufzuhalten,
       werden deutlich mehr Kohlekraftwerke vom Netz gehen müssen als jetzt
       beschlossen – das wird die Regierung schon bald merken. Und die Verbraucher
       werden es auf Dauer nicht hinnehmen, dass sie zur Kasse gebeten werden, um
       längst abgeschriebenen Dreckschleudern das Ende zu vergolden.
       
       25 Oct 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Malte Kreutzfeldt
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Braunkohle
 (DIR) Erneuerbare Energien
 (DIR) Energiewende
 (DIR) Sigmar Gabriel
 (DIR) Braunkohle
 (DIR) Sigmar Gabriel
 (DIR) Braunkohle
 (DIR) Braunkohle
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Protest gegen Tagebaue in der Lausitz: Aktivisten besetzen Braunkohle-Kran
       
       Die Lausitzer Braunkohlesparte soll bald verkauft werden. Um gegen die
       Weiternutzung des Klimakillers zu protestieren, besetzte Robin Wood einen
       Kran.
       
 (DIR) Klimaschädliche Kraftwerke: Schneller weg vom Dreck
       
       Umweltministerin Hendricks will einen Kohleausstieg in 20 bis 25 Jahren
       erreichen. Das dürfte Streit mit ihrem Parteichef geben.
       
 (DIR) Greenpeace macht Vattenfall Angebot: Braunkohle nicht mal für geschenkt
       
       Greenpeace will für die Übernahme von Vattenfall-Kraftwerken Geld haben
       statt zahlen. Das sei nötig, um die Altlasten zu beseitigen.
       
 (DIR) Energiewende und SPD: Frührente für Braunkohle
       
       Was tun, wenn Sonne und Wind keinen Strom liefern? Sigmar Gabriel legt nun
       ein Gesetz vor, das zentrale Fragen der Energiewende klären soll.