# taz.de -- Til Schweiger und sein Flüchtlingsheim: Guter Til, schlechter Til
       
       > Til Schweiger kann einfach nichts richtigmachen. Er positioniert sich
       > deutlich und leistet aktiv Hilfe – und trotzdem prügeln alle auf ihn ein.
       
 (IMG) Bild: Warum fällt es so schwer, diesen Mann zu mögen?
       
       Es gibt Dinge, die begreift man nicht, wenn man nicht aus Deutschland
       kommt. Etwa, dass dieses große, reiche, geeinte Land in sich so zerrissen
       ist. Ost gegen West. Alle gegen die Schwaben. Man wundert sich, beobachtet
       und hält sich als Österreicherin raus. Aber wie hier mit Til Schweiger
       umgegangen wird, darüber kann man nur den Kopf schütteln.
       
       Als der Schauspieler am Dienstagabend zum Talk bei Sandra Maischberger
       [1][zum Thema „Die Flüchtlingskrise: Politiker ratlos, Gesellschaft
       gespalten“] zugeschaltet wird, platzt ihm bald der Kragen. „Sie gehen mir
       auf den Sack“, sagt er zu CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und spricht
       damit aus, was sich einige Zuschauer wohl auch schon gedacht haben. Scheuer
       fragt ihn nach seiner privaten Initiative, ein Flüchtlingsheim in Osterode
       eröffnen zu wollen. Wann man denn nun damit rechnen könne, fragt er, als
       wäre das tatsächlich Aufgabe des Schauspielers.
       
       Der sagt dann, dass noch verhandelt werde und er vorhabe, mit seiner
       Stiftung erst nach Osnabrück zu gehen. Er spricht von Sprachunterricht,
       einer Fahrrad- und einer Holzwerkstatt für Flüchtlinge. Ihm geht das Thema
       sichtlich an die Nieren. Der Journalist Roland Tichy ist auch zu Gast und
       schlägt einen Ton an, der offenlegt, dass es Schweiger ist, der ihm auf den
       Sack geht. Später wird er auf Twitter fragen, ob der Schauspieler betrunken
       gewesen sei.
       
       Nach der Ausstrahlung nimmt alles den gewohnten Lauf. Via Twitter [2][wird
       auf Schweiger eingeprügelt]. Als zu emotional, zu cholerisch, mediengeil
       und Egotrip wird sein Bemühen eingeordnet. Es gibt auch Applaudierende,
       aber die wollen stets betont wissen, dass sie ihn eigentlich nicht mögen.
       
       Wieso fällt es so schwer, ihn zu loben? Schweiger ist einer der wenigen
       deutschen Prominenten, die sich mit klaren Worten zum Thema positionieren
       und aktiv Hilfe leisten wollen. Die restliche Prominenz und auch die linken
       Medien geben sich derweil passiv. Woher dieser Hass? Die paar Filme können
       doch nicht der Grund sein. Andere machen auch schlechte Filme. Ganz
       bestimmt ist er auch nicht der erste Mensch, der sich betrunken
       danebenbenommen hat. Er steht in der Öffentlichkeit, deshalb wiegen seine
       Fehler schwerer. Aber dieses Prinzip kann nicht nur in eine Richtung gehen.
       
       19 Aug 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/menschen-bei-maischberger-528.html
 (DIR) [2] http://twitter.com/hashtag/Schweiger?src=hash
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Saskia Hödl
       
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