# taz.de -- Gewalt gegen Schwarze in den USA: Mordanklage gegen Polizisten
       
       > Die Staatsanwaltschaft in Cincinnati klagt ihn an, weil er einen
       > Schwarzen bei einer Verkehrskontrolle grundlos erschoss. Der Fahrer hatte
       > kein Nummerschild am Auto.
       
 (IMG) Bild: Eine Frau demonstriert für die Verurteilung des Polizisten, der Samuel Dubose erschoss
       
       Cincinnati dpa | Ein weißer US-Polizist hat bei einer Verkehrskontrolle
       einen Afroamerikaner erschossen – nun steht der Beamte unter Mordanklage.
       Wie die Staatsanwaltschaft in Cincinnati (Bundesstaat Ohio) am Mittwoch
       erklärte, habe der Polizist der Universität von Cincinnati den 43-Jährigen
       völlig grundlos niedergeschossen. Das Opfer habe keine Gewalt begangen,
       sagte Staatsanwalt Joseph Deters. [1][Nach einer Serie von Übergriffen
       weißer Polizisten auf Schwarze in den vergangenen Monaten] berichteten
       US-Medien landesweit über den jüngsten Fall.
       
       „Wenn Sie sehen, glauben Sie nicht, wie schnell er (der Polizist) seine
       Waffe zog und ihn in Kopf schoss“, sagte Deters mit Blick auf Videos der
       Körperkamera des Universitäts-Polizisten, die US-Medien veröffentlichten.
       „Vielleicht eine Sekunde“, fügte er hinzu. Viele US-Universitäten verfügen
       über eigene Polizeibeamte.
       
       Der Polizist habe den Mann am 19. Juli in Cincinnati angehalten, weil sein
       Auto vorn kein Nummernschild gehabt habe. Die Polizei habe ihn darauf
       verfolgt und gestellt und nach seinem Führerschein gefragt. Eigentlich
       handele es sich dabei um „Kleinkram“ (“chicken crap“), meinte Staatsanwalt
       Deters weiter. „Sie müssen ihn nicht in den Kopf schießen“, aber das ist
       das, was passiert ist.“
       
       Seit einem Jahr erschüttern Gewalttaten weißer Polizisten die USA. [2][Im
       vergangenen August war der unbewaffneten Michael Brown in Ferguson] – einer
       Vorstadt von St. Louis – erschossen worden. Sein Tod war ein Fanal und
       hatte schwere Unruhen ausgelöst. Auch Präsident Barack Obama hatte sich
       eingeschaltet und latenten Rassismus in den USA gebrandmarkt.
       
       30 Jul 2015
       
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