# taz.de -- Hilfsmaßnahmen für Griechenland: London macht nicht mit
       
       > Großbritannien will sich nicht an der Finanzspritze für Griechenland
       > beteiligen. Die EU-Skepsis wächst, bis 2017 gibt es auf der Insel ein
       > Referendum über einen Brexit.
       
 (IMG) Bild: Dunkle Wolken über dem Bankenviertel „Canary Wharf“ in London.
       
       London dpa | Großbritannien weigert sich strikt, sich an finanziellen
       Hilfsmaßnahmen für Griechenland zu beteiligen. „Unsere Kollegen in der
       Eurozone haben die Botschaft laut und deutlich erhalten, dass es nicht
       akzeptabel ist, dass britische Unterstützung für Rettungsmaßnahmen in der
       Eurozone wiederbelebt wird“, zitieren mehrere britische Zeitungen am
       Dienstag eine Quelle aus dem Londoner Finanzministerium.
       
       Vor dem Treffen der EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel habe der
       britische Ressortchef George Osborne zu den Hilfsmaßnahmen eine Reihe von
       Telefonaten mit seinen europäischen Kollegen geführt, berichteten am
       Dienstag die Zeitung Financial Times und andere Medien.
       
       Den Berichten zufolge will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker
       Instrumente des alten Rettungschirmes EFSM wiederbeleben. Demnach würde der
       EU-Haushalt – und damit auch Geld des Nettozahlers Großbritannien – als
       Sicherheit herhalten müssen, falls Griechenland seine Kredite nicht
       zurückzahlt. London schätzt das Risiko als hoch ein.
       
       Die Downing Street gab sich offiziell diplomatischer. Man gehe davon aus,
       dass die Vereinbarung von 2010, die EFSM nicht mehr zur Rettung von
       Euro-Ländern heranzuziehen, steht, sagte ein Sprecher. „Wir haben keinen
       solchen Vorschlag bekommen und es liegt auch keiner auf dem Tisch.“
       
       ## Die EU-Skepsis wächst
       
       „Unsere Kollegen von der Eurozone haben klar und deutlich die Botschaft
       erhalten, dass es nicht hinnehmbar wäre, in dieser Angelegenheit eine
       britische Unterstützung wiederaufzugreifen“, verlautete aus dem
       Finanzministerium in London. „Die Vorstellung, das Geld britischer
       Steuerzahler für die neuste Vereinbarung mit Griechenland zu verwenden, ist
       ein Rohrkrepierer“, hieß es weiter.
       
       2010 hatte der britische Premierminister David Cameron die Zusage erhalten,
       dass der damalige Europäische Stabilitätsmechanismus (EFSM) aller
       EU-Staaten keine Hilfsprogramme für Euro-Länder mehr gewährt. Vielmehr
       sollen nur die 19 Euro-Länder für solche Hilfsprogramm gerade stehen.
       
       Cameron sieht sich einer wachsenden EU-Skepsis der Briten gegenüber.
       Deshalb hatte er vor seiner Wiederwahl im Mai versprochen, bis spätestens
       Ende 2017 ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU
       abhalten zu lassen. Um sein Land in der EU zu halten, bemüht er sich
       derzeit, günstigere Bedingungen für Großbritannien auszuhandeln.
       
       14 Jul 2015
       
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