# taz.de -- Protest gegen Fehmarnbelt-Tunnel: Die Beltretterin
       
       > Ananda Julia Albert will den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels verhindern. Der
       > zerstöre die Natur und vertreibe Touristen. Daran hängt ihre Existenz.
       
 (IMG) Bild: Soll bald mit der dänischen Insel Lolland verbunden sein: Fehmarn.
       
       Hamburg taz | Von ihrem Fenster aus schaut Ananda Julia Albert über Weizen-
       und Rapsfelder. Dahinter liegt die Europastraße 47. Ein Teil der
       sogenannten Vogelfluglinie zwischen Hamburg und Kopenhagen. „Wenn der Wind
       ungünstig steht, können wir den Verkehr hier hören“, sagt sie.
       
       Das ist allerdings nichts gegen den Lärm, der den Fehmaranern bevorsteht,
       sollte der geplante Tunnel durch den Belt nach Lolland gebaut werden. Dann
       sollen 79 Güterzüge pro Tag über die Insel donnern und die Straße soll auf
       vier Spuren verbreitert werden. Dagegen wehrt sich die 29-Jährige.
       
       Die Insulanerin engagiert sich in der [1][Initiative „Beltretter“]. Die hat
       sich Anfang Juni aus vierzehn kleinen Naturschutz- und Anwohnerinitiativen
       zusammengeschlossen. Zum Auftakttreffen kamen rund 300 Interessierte.
       
       Gemeinsam prüfen sie nun eine Klage gegen den Tunnel und informieren
       Anwohner entlang der Trasse. „Wir wollen den Tunnel verhindern“, sagt
       Albert. Ihre Forderung: „Deutschland muss aus dem Staatsvertrag mit
       Dänemark aussteigen.“
       
       Die gelernte hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin sorgt sich vor allem um
       das Ökosystem Ostsee, die Natur auf der Insel – und um die Touristen. Sie
       selbst arbeitet auf dem Biohof ihrer Eltern. Acht Ferienwohnungen vermieten
       sie an Urlauber, gerade ist Hochsaison.
       
       Da arbeitet sie bis zu zwölf Stunden am Tag, kümmert sich um Buchungen,
       steht im Hofladen hinter dem Tresen, meditiert mit den Gästen oder gibt
       [2][Kochkurse in vegetarischer Ernährung]. „Aber wer will hier noch Urlaub
       machen, wenn hier Nordeuropas größte Baustelle entsteht?“, fragt sie.
       
       Für Albert ist die Frage existenzbedrohend. Sie und ihre Schwester wollen
       den [3][Hof „Nature Homes“] übernehmen. „Mit der Planungsunsicherheit
       können wir aber nicht investieren.“
       
       Unnötig sei die Verbindung zwischen Fehmarn und Lolland obendrein. „Nicht
       einmal die Fähren sind ausgelastet.“ Viele Fehmaraner hätten trotzdem
       resigniert. Albert will sie aufrütteln: „Noch ist nichts entschieden,
       nichts zu spät.“
       
       17 Jun 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://beltretter.de/
 (DIR) [2] http://buddhabrot.net/?page_id=2
 (DIR) [3] http://www.biohof-fehmarn.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andrea Scharpen
       
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