# taz.de -- Grünen-Parteitag in Dulsberg: Grüne unter neuer Leitung
       
       > Hamburgs Grüne stellen sich personell neu auf und üben heftige Kritik an
       > „Mehr Demokratie“.
       
 (IMG) Bild: Konkurentinnen um den Parteivorsitz: Anna Gallina (li.) und Sava Stomporowski.
       
       Ihre Wahl kam erwartet, das Ergebnis weniger: Mit ernüchternden 55,9
       Prozent der Stimmen ist Anna Gallina am Samstag zur neuen Parteichefin der
       Grünen gewählt worden. Von 152 gültigen Stimmen entfielen nur 85 auf die
       31-Jährige. Der neue Vize-Vorsitzende Michael Gwosdz fuhr mit 93,2 Prozent
       ein ungleich klareres Votum ein.
       
       Das Minus-Ergebnis für Gallina lag nicht an einer starken Gegenkandidatur:
       Mitbewerberin Sava Somporowski brachte sich mit einer thematisch zwischen
       Wiener Kongress und Wiener Walzer angesiedelten Bewerbungsrede - gipfelnd
       in der wenig lokalpolitischen Forderung: „lasst uns zusammen eine neue
       Weltordnung entwickeln“ - selbst um alle Chancen. Immerhin 28 Stimmen gab
       es für Somporowski, 31 Stimmberechtigte lehnten beide Kandidatinnen ab.
       
       In ihrer teilweise verstörend laut vorgetragenen Bewerbungsansprache hatte
       Gallina zuvor klare Kante gegen SPD-Bürgermeister Olaf Scholz und mehr
       eigenes Profil in der Bildungspolitik gefordert. Ihre KritikerInnen konnte
       sie damit nicht überzeugen: Die sehen in der Politologin eine
       profilschwache Parteikarrieristin, der sie zudem übelnehmen, die
       profilierte Linke Antje Möller per Kampfabstimmung als Eimsbütteler
       Bürgerschaftskandidatin ausgestochen zu haben.
       
       Inhaltlich gestritten wurde auch: um das von den Grünen mitinitierte
       „Referendum“ - eine vom Senat zu veranlassende Volksbefragung, die im
       November erstmals zum Thema Olympia stattfinden wird und vergangenen
       Donnerstag von der Bürgerschaft in der Landesverfassung verankert wurde.
       
       Kritisiert hatte dieses „Hauruck-Verfahren“ insbesondere „Mehr
       Demokratie“-Vorstand Manfred Brandt, ansonsten eher ein Bündnispartner der
       Grünen. Anjes Tjarks, neuer Chef der Bürgerschaftsfraktion, kofferte zurück
       und nannte Brandts Kritik „nicht demokratiefördernd“, „unlauter“ und „sowas
       von Kindergarten“. Auch die frisch gebackene Parteichefin befand, die
       Einwände Brandts seien schlicht „absurd“.
       
       31 May 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
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