# taz.de -- Tod der Blues-Legende B.B. King: Töchter vermuten Vergiftung
       
       > B.B. King sei von seinen Mitarbeitern vergiftet worden, behaupten dessen
       > Töchter. Womöglich ist das nur die zweite Runde einer juristischen
       > Schlammschlacht.
       
 (IMG) Bild: Blueslegende B.B. King bei einem Konzert am 11. November 2011 in Los Angeles.
       
       Las Vegas ap | Zwei Töchter der verstorbenen Blueslegende B.B. King
       ([1][taz-Nachruf auf den Musiker]) vermuten, dass ihr Vater von zwei
       Vertrauten vergiftet wurde. Den Vorwurf erheben die Erbinnen Karen Williams
       und Patty King in einem Schriftsatz, der der Nachrichtenagentur AP
       vorliegt. Beschuldigt werden darin die Managerin und der Assistent des
       Musikers. Der Anwalt von Kings Nachlassverwaltung, Brent Bryson, wies die
       Vorwürfe als lächerlich zurück.
       
       Drei Ärzte hätten bestätigt, dass King angemessen von medizinischen
       Fachkräften betreut und rund um die Uhr beobachtet und versorgt worden sei
       – „bis er friedlich im Schlaf verschied“, sagte der Jurist AP.
       
       Doch Kings Töchter behaupteten, dass Familienmitglieder von Manager LaVerne
       Toney und vom Assistenten Myron Johson davon abgehalten worden seien, ihren
       berühmten Vater zu besuchen. Zudem hätten sie den Tod Kings beschleunigt.
       „Ich glaube, dass mein Vater ermordet wurde“, hieß es wortgleich in der
       eidesstattlichen Erklärung von Karen Williams und Patty King.
       
       Kings Managerin Toney wurde auf dessen letzten Wunsch hin als
       Testamentsvollstreckerin eingesetzt. Gerichtsdokumenten zufolge beläuft
       sich das Erbe der Blueslegende auf viele Millionen Dollar. Assistent
       Johnson stand am Krankenbett Kings, als [2][er starb]. Es waren keine
       Familienmitglieder anwesend.
       
       ## Ergebnisse der Autopsie in acht Wochen
       
       Die Polizei widersprach indes der Darstellung von Kings Töchtern, dass
       bereits Ermittlungen zu dessen Tod liefen. Jegliche Untersuchung sei vom
       Ausgang der Autopsie abhängig, sagte Ermittler Ray Steiber.
       
       Der zuständige Rechtsmediziner John Fudenberg sagte am Montag, dass am
       Vortag eine Autopsie am einbalsamierten Körper des Verstorbenen vorgenommen
       worden sei. Es könne bis zu acht Wochen dauern, bis Ergebnisse vorlägen.
       Kings Körper sei in ein Leichenschauhaus gebracht worden. Die Ermittlungen
       würden die für diese Woche geplanten Trauerfeierlichkeiten in Memphis und
       Indianola nicht verzögern, sagte der Rechtsmediziner.
       
       Der Bluesmusiker war am 14. Mai im Alter von 89 Jahren in Las Vegas
       gestorben. Er hatte zuvor lange an Diabetes gelitten. Fudenberg hatte kurz
       nach dem Tod gesagt, King sei an einer Serie kleiner Schlaganfälle
       gestorben.
       
       ## Vorwürfe schon lange vor dem Tod
       
       Zu den Vorwürfen seiner Töchter wollten sich die Beschuldigten nicht im
       Detail äußern. „Sie erheben ständig Vorwürfe. Was ist daran neu?“, fragte
       Managerin Toney, die 39 Jahre für King gearbeitet hatte.
       
       Tatsächlich schwelt der Streit schon seit längerem. Eine Woche vor Kings
       Tod wies ein Richter in Las Vegas einen Antrag Williams‘ auf Übernahme der
       Betreuung des Ausnahmemusikers ab. Zuvor hatte es in einer am 29. April
       eingereichten Klage geheißen, Toney habe Kings Freunden den Zugang zum Star
       verwehrt und ihre Verwandte auf dessen Gehaltsliste gesetzt.
       
       Doch ein Richter erklärte am 7. Mai, dass Polizei und Sozialbehörden nach
       Ermittlungen keinen Grund sähen, Toney ihre Befugnisse als Bevollmächtigte
       zu entziehen. Williams, Patty King und eine andere Tochter Kings – Rita
       Washington – kündigten daraufhin an, nicht aufgeben zu wollen. „Wir haben
       die Schlacht verloren, aber nicht den Krieg“, erklärte Williams.
       
       26 May 2015
       
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