# taz.de -- Gaza: Geisel mit Sprengstoffgürtel gezeigt
       
       > BBC-Reporter Johnston warnt in einer Videobotschaft seiner Entführer vor
       > einer Befreiungsaktion. Der abgesetzte Premier Hanija verurteite die
       > Entführung
       
 (IMG) Bild: Demo für die Freilassung Johnstons am 3. Mai vor dem UN-Gebäude in New York
       
       GAZA ap Der im Gazastreifen verschleppte britische Journalist Alan Johnston
       hat in einem dramatischen Appell vor einer gewaltsamen Befreiungsaktion
       gewarnt. Videoaufnahmen, die am Montag im Internet erschienen, zeigen den
       BBC-Korrespondenten mit einem angeblichen Sprengstoffgürtel. Dieser werde
       zur Explosion gebracht, falls es einen Befreiungsversuch geben sollte,
       sagte Johnston. Die Situation sei "sehr ernst". Das gut eineinhalb Minuten
       lange Video wurde auf einer einschlägigen Website veröffentlicht.
       
       "Sie sagen, sie sind bereit, das Versteck in eine Todeszone zu verwandeln,
       wenn es einen Versuch geben sollte, mich mit Gewalt zu befreien", erklärte
       der sichtlich nervöse Johnston. Er appelliere an die Hamas und an die
       britische Regierung, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, die seinen
       Informationen zufolge kurz vor einem Erfolg stünden. Das britische
       Außenministerium verurteilte das Video und erklärte, es verstärke die
       Ängste von Johnstons Familie noch. Die BBC forderte die Entführer auf, den
       Journalisten umgehend freizulassen.
       
       Der als Ministerpräsident abgesetzte Hamas-Politiker Ismail Hanija
       verurteilte die Entführung Johnstons. Sie schade den palästinensischen
       Interessen, sagte Hanija am Sonntagabend und erwähnte auch das jüngste
       Video. Der Hamas-Führer Mahmud Sahar erklärte am Samstag, Johnstons
       Entführer fürchteten offenbar Vergeltung, sollten sie ihre Geisel
       freilassen. Die Hamas bemühe sich derzeit, die Gruppe vom Gegenteil zu
       überzeugen und habe dafür sogar "schriftliche Garantien" gegeben.
       
       Der 45-jährige Johnston war am 12. März in Gaza-Stadt entführt worden. Zu
       der Tat bekannte sich eine Gruppe namens Armee des Islams, die offenbar
       Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida hat. Sie haben erklärt, sie
       forderten im Gegenzug für die Freilassung des Journalisten die Entlassung
       eines palästinensischen Extremisten aus britischer Haft.
       
       25 Jun 2007
       
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