# taz.de -- Vor der Partie Frankreich gegen Rumänien: Der Erste der neuen Generation
       
       > Frankreich wird jung, Frankreich wird schnell - und vielleicht wird
       > Frankreich sogar wieder atemberaubend: Mit dem 20 Jahre alten Stürmerstar
       > Karim Benzema.
       
 (IMG) Bild: Karim Benzema soll der Protagonist einer neuen goldenen Generation des französischen Fußballs werden.
       
       TENERO taz Er verdient schätzungsweise 400.000 Euro im Monat. Gerade wurde
       er zum französischen Fußballer des Jahres gewählt. Er ist 20 Jahre alt.
       Karim Benzema, Stürmer beim französischen Meister Olympique Lyon, gilt als
       Superstar im Wartestand. Mit 20 Toren war er 2007/08 bester Torschütze in
       der als extrem torarm verschrienen Ersten Liga Frankreichs. Er ist der
       bestbezahlte Fußballer im französischen Oktogon. Bei der EM ist er einer
       der großen Hoffnungsträger der Franzosen. Ihm soll der Sprung auf die große
       internationale Fußballbühne gelingen. Mit ihm soll der lang ersehnte
       Generationswechsel im Nationalteam vollendet werden.
       
       Französische Sportjournalisten werden nicht müde herauszustreichen, dass
       Benzema gerade mal 8 Jahre alt war, als sich die goldene Generation des
       französischen Fußballs aufmachte, die Sportwelt zu erobern. Sie wollen
       sagen: Da kommt was wirklich Neues. 1996 spielte Zinedine Zidane sein
       erstes großes Turnier, führte die Franzosen bei der EM in England ins
       Halbfinale und brachte Frankreich auf den Weg zur führenden Fußballnation
       des Kontinents. Das Vorrunden-Aus bei der WM 2002 rüttelte die Nation auf.
       Für die WM 2006 sollte Trainer Raymond Domenech ein Team der Zukunft
       zusammenschrauben. Es misslang. Nur weil er die alten Kämpen Zidan, Claude
       Makelele und Lilian Thuram teils gegen deren Willen reaktivierte, darf sich
       Frankreich heute Vizeweltmeister nennen. In diesem Jahr ist nur noch ein
       96er dabei: Liliam Thuram. Es soll das Geburtsjahr einer neuen Generation
       werden. Benzema könnte ihr Protagonist sein.
       
       Als 17-Jähriger hatte er in der Saison 2004/05 seinen ersten Auftritt in
       der französischen Liga für Lyon, den Verein, in dessen Nachwuchsteams er
       immer zu den Besten gehörte. Daran wird in diesen Tagen gerne erinnert.
       Benzema wurde in der Schlussphase des Spiels gegen den FC Metz
       eingewechselt. Noch keine Minute war er auf dem Feld, da spielte er seinem
       Kollegen Bryan Bergougnoux den Ball so vor die Füße, dass der keine
       Probleme mehr hatte, das Siegtor zu erzielen. Benzema gehörte nun zum Team.
       Der Junge sollte sich, so war es bei Olympique Tradition, mit einer kleinen
       Ansprache bei den Kollegen einführen. Die Herren Eric Abidal, Sylvain
       Wiltord, Giovane Elber, Sidney Govou, Michael Essien, Florent Malouda und
       Mahamadou Diarra konnten sich das Kichern über den unbeholfenen Buben nicht
       verkneifen. Da soll Benzema gesagt haben: "Euch wird das Lachen noch
       vergehen. Ich bin hier, um euch den Stammplatz streitig zu machen!" Da hat
       sich also einer aufgemacht, der es wissen will. Das ist die Geschichte, die
       über diese Anekdote transportiert werden soll. Um seinen Platz in der
       Mannschaft des französischen Dauermeisters muss er schon lange nicht mehr
       bangen. Bis 2013 noch läuft sein Vertrag in Lyon.
       
       Elfmal hat er mittlerweile auch für das Nationalteam gespielt. Drei Tore
       hat er dabei geschossen, das erste in seinem ersten Länderspiel gegen
       Österreich. Trainer Domenech würde ihn wohl gerne zusammen mit Thierry
       Henry, der sich leicht angeschlagen nach dem letzten Testspiel gegen
       Kolumbien (1:0) im Schonprogramm an das Turnier herantrainiert, auf den
       Platz schicken. Sollte es dazu kommen, das Spiel der Équipe könnte ganz
       anders aussehen als in den vergangenen Jahren, als die Franzosen das
       langsame, sichere, nach Dominanz strebende Spiel im Mittelfeld bevorzugten.
       Es könnte richtig schnell gehen, wenn die Franzosen den Ball gewinnen.
       Franck Ribéry hätte zwei flinke Stürmer vor sich, zwei, die auch wissen,
       wie man den jeweils anderen bedient. Die neue Generation der französischen
       Fußballer, die - so sie erfolgreich ist - vielleicht einmal die 08er
       genannt wird, sie könnte den Hochgeschwindigkeitsfußball in ihrem Team
       etablieren. Lilian Thuram, der alte 96er, könnte von hinten zusehen. Ihm
       könnte gefallen, was sich vor ihm abspielt - dank Benzema.
       
       9 Jun 2008
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
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