# taz.de -- Machtkampf in Südafrika: Zuma gewinnt gegen Mbeki
> Demütigende Niederlage für Südafrikas Präsidenten Thabo Mbeki. Er muss
> seinen Posten räumen. Der Weg ist frei für seinen machthungrigen
> Kontrahenten Jacob Zuma.
(IMG) Bild: Steht vor einem Comeback: Jacob Zuma.
KAPSTADT taz Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hat sich dem Druck seiner
Partei gebeugt: Er tritt zurück und wird voraussichtlich am morgigen
Dienstag sein Amt aufgeben. Nach einer Krisensitzung des regierenden
Afrikanischen Nationalkongress (ANC) am Wochenende hatte das
ANC-Führungskomitee bekannt gegeben, dass Thabo Mbeki sich zur Kooperation
mit der Parteiführung bereit erklärt habe und in seinen erzwungenen
Rücktritt eingewilligt habe.
Die ANC-Führung bat die Kabinettsmitglieder der Regierung Mbeki, ihre
Posten vorerst weiterzuführen und damit die Stabilität des Landes zu
sichern. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich einige Kabinettsmitglieder
Mbeki gegenüber loyal verhalten und bei seinem Rücktritt ihre Ämter
niederlegen werden.
Vizepräsidentin Pumzile Mlambo-Ngcuka könnte laut Verfassung Mbekis
Nachfolge antreten, doch sie hat bereits ihren Rücktritt angekündigt. In
diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten: Parlamentssprecherin Baleka Mbete
könnte die Präsidentschaft übergangsmäßig für die nächsten 30 Tage
übernehmen und das Parlament auflösen. Dann müssten innerhalb von 90 Tagen
Neuwahlen stattfinden. Diese Version gilt als unwahrscheinlich, weil dem
ANC nicht genug Zeit für einen notwendigen Wahlkampf bleibt. Es liegt daher
nahe, dass ANC-Vizepräsident Kalema Motlanthe in den kommenden Tagen vom
Parlament zum Präsidenten gewählt wird und dann Wahlen wie vorgesehen im
April stattfinden.
Die dramatischen Entwicklungen hatten sich in der vergangenen Woche
angedeutet, nachdem Mbekis politischer Gegner Jacob Zuma von einer
Korruptionsanklage freigesprochen worden war. Das Gericht hatte die im
Dezember 2007 direkt nach Zumas Wahl zum ANC-Präsidenten eingereichte
Anklage für ungültig erklärt. Zu dieser Zeit hatte Mbeki sich um eine
dritte, nicht vorgesehene Amtszeit als ANC-Präsident bemüht - und eine
Niederlage erlitten.
Der Richter legte jetzt in seiner Urteilsbegründung nahe, dass Mbeki
politischen Einfluss auf die Strafverfolgungsbehörde genommen hatte.
Indirekt bestätigte er damit eine Verschwörungstheorie, die die linken
Anhänger von Zuma immer gegen Präsident Mbeki ins Feld geführt hatten.
Einschränkend hatte das Gericht allerdings bemerkt, dass Zumas Unschuld
nicht bewiesen sei. Die Klage sei aus rein formalen Gründen abgelehnt
worden, weil Zuma sich vor Gericht zum Fall hatte äußern dürfen. Der
Machtkampf zwischen den beiden Kontrahenten hatte angefangen, als Mbeki
seinen Stellvertreter Zuma im Jahre 2005 wegen Korruptionsverdacht feuerte.
Den jetzigen Richterspruch nahm der ANC nun zum willkommenen Anlass, Thabo
Mbeki aus dem Amt zu drängen und den Weg für die vorzeitige Übernahme der
Präsidentschaft durch Jacob Zuma zu ebnen. Mbeki hätte im April 2009 sein
Amt nach zwei Wahlperioden abgeben müssen. Nach seinem Freispruch vor
Gericht wäre Zuma dann mit großer Wahrscheinlichkeit sein Nachfolger
geworden.
Der ANC hatte nach dieser Entscheidung erklärt, die Absicht der
Strafverfolgungsbehörden, besser bekannt unter dem Spitznamen "Skorpione",
Zuma erneut wegen seiner angeblichen Verwicklungen in ein internationales
Waffengeschäft der Regierung von 1999 anzuklagen, sei besorgniserregend.
"Wenn das kommt, bedeutet es eine weitere Spaltung des ANC", sagte
Generalsekretär Gwede Mantashe am Samstag.
Nach Meinung der Oppositionsparteien steht der ANC in Südafrika vor der
größten Herausforderung seit der Apartheid. "Wenn eine große Zahl von
Beamten mit den Ministern die Regierung verlässt, dann stehen wir
sicherlich vor einer Krise", sagt Steven Friedman, Direktor des Zentrums
für Demokratiestudien. Die Situation des Landes würde dadurch sehr instabil
werden. Investoren vertrauen indes darauf, dass Finanzminister Trevor
Manuel im Amt bleiben wird. Seine Finanzpolitik hatte in den vergangenen
zehn Jahren entscheidend zu Südafrikas Wirtschaftswachstum beigetragen.
22 Sep 2008
## AUTOREN
(DIR) Martina Schwikowski
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(DIR) Porträt Jacob Zuma: Südafrikas neuer Zampano
Er gibt sich volksnah, aber vergangene Vorwürfe der Korruption und sogar
einer Vergewaltigung trüben sein Image. Folklore allein wird nicht reichen,
um Zumas Macht zu festigen.
(DIR) Kommentar Südafrika: Die Destabilisierung geht weiter
Das vorzeitige Ende von Thabo Mbeki stürzt den ANC in die tiefste Krise
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den Wahlurnen zahlen.