# taz.de -- Wieder sinkende Kurse: Ernüchterung an den Aktienmärkten
       
       > Rezessionsängste in Europa und den USA machen sich bemerkbar. Der DAX
       > sank wieder unter 5.000 Punkte.
       
 (IMG) Bild: Gleich zu Handelsbeginn am Mittwoch sackte der DAX ab.
       
       BERLIN rtr/afp Am deutschen Aktienmarkt ist die Freude über die
       Rettungspakete für die Finanzbranche verflogen. Laut Händlerangaben trat am
       Mittwoch wieder die Angst vor einer Rezession in den Vordergrund. Der DAX
       fiel bis zum Nachmittag um 3,8 Prozent auf 4.999 Punkte und durchbrach
       damit wieder die psychologisch wichtige 5.000-Punkte-Marke. Seit
       Wochenanfang hatte der Index angesichts der Hilfezusagen mehrerer
       Regierungen für die Finanzbranche insgesamt 14 Prozent zugelegt -
       allerdings nach einem Kurssturz von über 20 Prozent in der Vorwoche.
       
       Nach der Finanzkrise stehe nun die Lage der Wirtschaft im Fokus, erklärte
       ein Börsianer. Sowohl für Europa wie für die USA wird von einer Rezession
       ausgegangen. Das gilt auch für Deutschland, obwohl der deutsche
       Einzelhandel derzeit noch keine Auswirkungen der Finanzkrise sieht: "Die
       Verbraucher reagieren mit großer Besonnenheit", sagte der Geschäftsführer
       des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr,
       am Mittwoch in Berlin.
       
       An den US-Börsen weiteten sich am Mittwoch die Verluste aus. Der
       Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel im Vormittagshandel um gut 3 Prozent
       auf 9.015 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 3,7 Prozent auf 960
       Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor gut 2 Prozent auf
       1.739 Punkte.
       
       Dagegen widersetzten sich die VW-Aktien erneut der Entwicklung am
       Gesamtmarkt. Sie führten die Reihen der Gewinner mit einem Plus von fast 8
       Prozent auf 380 Euro an. "VW ist mittlerweile eine eigene Anlageklasse",
       sagte ein Händler. Die Aktie habe sich völlig von fundamentalen Faktoren
       abgekoppelt.
       
       Staatsfonds aus Asien und den ölreichen Golfstaaten kaufen sich derzeit
       verstärkt bei europäischen und US-Unternehmen ein. Die Firmen seien
       aufgrund der Finanzmarktkrise günstig zu haben, heißt es in einer am
       Mittwoch veröffentlichten Studie des Zentrums für Europäische
       Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Im vergangenen Jahr investierten
       Staatsfonds Asiens sowie der Erdöl exportierenden Länder in Nahost demnach
       mehr als 43 Milliarden Euro in Firmen in Europa und in den USA. Im ersten
       Halbjahr 2008 waren es bereits knapp 22 Milliarden Euro.
       
       16 Oct 2008
       
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