# taz.de -- "Destruktive Personaldebatte": Führungsstreit in der NPD
> In der ältesten neonazistischen Partei sind alte Konflikte aufgebrochen.
> Neu ist der Putsch gegen den Parteichef.
(IMG) Bild: NPD-Parteichef Voigt soll vom Thron gestoßen werden
HAMBURG taz Geschlossenheit: Das ist der Tenor einer Erklärung des
NPD-Bundeschefs Udo Voigt. Doch nach 12 Jahren Amtszeit will nicht jeder in
der Szene von NPD und Kameradschaften seine Botschaft mittragen. Zumindest
nicht mit ihm. Der nun bekannt gewordene Gegenkandidat Andreas Molau erhält
aber auch nicht bloß Zuspruch.
In der ältesten neonazistischen Partei Deutschlands sind alte Konflikte neu
aufgebrochen. Für die Partei war es schon immer ein taktischer Spagat,
vermeintlich nur "deutsch-national" und dennoch "system-radikal" zu sein.
Klare Fronten zwischen Partei versus Kameradschaften oder zwischen
einzelnen Landesverbänden sind bisher aber nicht auszumachen. Auf dem
Bundesparteitag 2008 versuchte die Führung die schwelenden Konflikte über
die Strategie nicht aufbrechen zu lassen. Jetzt ermahnt Voigt die Partei
etwas hilflos zu einer "konstruktiven Kritik". Die Kandidatur Molaus zum
kommenden Parteitag im Frühjahr hat ihn kalt erwischt - vor allem, dass die
Kandidatur von den Landtagsfraktionschefs in Sachsen und
Mecklenburg-Vorpommern, Holger Apfel und Udo Pastörs, und
Parteigeneralsekretär Peter Marx mitgetragen wird.
Molau war "Bildungsbeauftragter" der Partei. 2006 nahm er an einem
Wettbewerb für Holocaust-Karikaturen in Teheran teil. Sein Beitrag: Das
Mahnmal für die ermordeten Juden als Raketensilo. Für die militanten
Kameradschaften ist Molau dennoch kein Hoffnungsträger. Will er doch im
"national und konservativen Bereich" stärker werben.
Ohne den Namen seines Gegners Molau zu nennen, kontert Voigt in seiner
Erklärung: Innerparteilich beginne das Jahr mit einer "destruktiven
Personaldebatte". Er hofft, dass auf dem Bundesparteitag im Frühjahr
"personelle Klarheit" geschaffen wird - und die "Irritationen mit den
Freien Kräften" doch noch ausgeräumt werden können.
3 Jan 2009
## AUTOREN
(DIR) Andreas Speit
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