# taz.de -- Kommentar Zuwanderungsgesetz: Eine produktive Hürde
> Das Zuwanderungsgesetz erleichtert trotz Kritik die Integration. Gerade
> Neuankömmlinge machen sich ohne Sprachkenntnisse von ihrem Partner
> abhängig.
(IMG) Bild: Deutsch lernen in Deutschland würde auch gehen - doch das Zuwanderungsgesetz will es anders.
Das neue Zuwanderungsrecht, das - offiziell bestätigte - Deutschkenntnisse
von nachziehenden Ehepartnerinnen fordert, ist bei seiner Einführung heftig
kritisiert worden.
In manchen Punkten sicherlich zurecht: So kann es nicht angehen, dass
Herkunftsländer wie Japan und die USA von den Bestimmungen ausgenommen
sind. Und, noch gewichtiger: Tatsächlich reicht die Einforderung von
Sprachkenntnissen alleine nicht aus, um Zwangsheiraten zu verhindern.
Völlig zurecht weisen die KritikerInnen darauf hin, dass ein eigenständiges
Aufenthaltsrecht unabdingbar ist, wenn es tatsächlich darum geht, den
Frauen zu helfen.
Was bleibt, ist die Frage, ob die Forderung nach Deutschgrundkenntnissen
für nachziehende Ehepartner unzumutbar ist. Sicherlich erschwert sie den
Zuzug. Aber sie erleichtert Integration. Weder den Zuwanderern noch der
aufnehmenden Gesellschaft, ist damit gedient, wenn sich die Neuankömmlinge
nicht in Deutschland orientieren können. Sie geraten damit fast automatisch
ins soziale und berufliche Abseits - und in vollständige Abhängigkeit vom
Ehepartner.
Es ist richtig, an den Schulen Deutschkurse für Mütter anzubieten. Es ist
vorausschauend, diese Kompetenz so früh wie möglich einzufordern. Dass
nicht in jeder Stadt ein Goethe-Institut ansässig ist, stimmt. Deshalb gibt
es kostenlose Kursangebote im Internet. Das schließt Härtefälle nicht aus -
die das Anliegen nicht diskreditieren.
2 Jan 2009
## AUTOREN
(DIR) Friederike Gräff
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