# taz.de -- Kommentar Falsche Religion: Gefühlskalte Christen
       
       > Zwei Monate durfte sich eine neuapostolische Christin um behinderte
       > Menschen bei der Stiftung Alsterdorf kümmern. Als die Personalabteilung
       > bemerkte, dass sie sich nicht zum evangelischen Glauben bekennt, wurde
       > sie rausgeworfen.
       
 (IMG) Bild: Die zwölf Jünger beim letzten Abendmahl: Neuapostolische Christen glauben, dass ihre heutigen Apostel ähnlich wirken.
       
       Zwei Monate durfte sich eine neuapostolische Christin um behinderte
       Menschen bei der Stiftung Alsterdorf kümmern. Als die Personalabteilung
       bemerkte, dass sie sich nicht zum evangelischen Glauben bekennt, wurde sie
       rausgeworfen.
       
       "Neuapostolisch": Die 14 Buchstaben ihrer Konfession brennen den
       Personalern auf der Seele, wie dem Teufel das Weihwasser auf der Haut.
       Hysterisch wird das Wort Sekte bemüht, pädagogisch wird von der richtigen
       Einstellung zum Menschen gelabert. Die fehlt den Stiftungsleuten
       anscheinend selbst. Denn dass die junge Dame ihre Arbeit zwei Monate lang
       gut gemacht hat, interessiert niemanden.
       
       Genauso wenig interessiert die Alsterdorfer, an welchen Gott die
       Steuerzahler glauben, die ihre Einrichtung mitfinanzieren. Wenns ums
       Geldkriegen geht, ist ihnen jede Glaubensrichtung recht.
       
       Die Arbeitsverträge der Stiftung werden nicht von Religionsprüfern, sondern
       Bürohengsten gemacht. Allein der formale Eintritt in die richtige Kirche
       genügt, um der Stiftung dienen zu dürfen. Ob man daran glaubt, ist ohne
       Belang.
       
       Eine Glaubensprüfmaschine müsste her: Dann könnte überprüft werden, ob
       Pastoren selber an Gott glauben. Und vor allem, ob die Alsterdorfer
       Stiftung wirklich an die christlichen Werte glaubt, auf die sie sich allzu
       gerne beruft.
       
       1 Feb 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Christopher Ost
       
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 (DIR) Gleichbehandlung: Keine Arbeit ohne rechten Glauben
       
       Für die Evangelische Stiftung Alsterdorf in Hamburg kümmerte sich Christina
       Hansen* um Behinderte. Bis zu dem Tag, an dem die Personalabteilung
       herausfand, dass sie der falschen Kirche angehört. Ob ihr das
       Gleichbehandlungsgesetz hilft, ist offen.