# taz.de -- Proteste gegen Nato-Gipfel: Polizei setzt auf Hotelblockade
> Nato-Gegner kündigen Massendemonstrationen gegen den Jubiläumsgipfel an.
> Die Polizei belegt alle Hotels in der Tagungsregion und kündigt
> gigantischen Einsatz an.
(IMG) Bild: Anti-Nato-Demonstranten bei der Sicherheitskonferenz in München
BERLIN taz Die baden-württembergische Polizei wappnet sich für den größten
Einsatz in ihrer Geschichte. Nach Plänen des Innenministeriums in Stuttgart
sollen mindestens 14.000 Beamte den Nato-Jubiläumsgipfel vor
DemonstrantInnen abschirmen, der am 3. und 4. April in Straßburg,
Baden-Baden und Kehl stattfindet.
Lokalzeitungen berichten, dass die Polizei bereits rund 300 Hotels zur
Unterbringung ihrer Einsatzkräfte reserviert hat. Auch Freizeitheime,
Turnhallen und Jugendherbergen seien in der Woche zwischen dem 26. März und
dem 5. April durch die Polizisten "blockiert".
Die DemonstrantInnen sehen dem Buchungswahn der Ordnungsbehörden gelassen
entgegen - setzen sie doch auf ihre eigene Infrastruktur. "Wir planen ein
internationales Camp in Straßburg mit Außenstellen in und um Kehl", sagte
Reiner Braun, Sprecher des Aktionsbündnisses "Nein zur Nato", am Mittwoch
auf einer Pressekonferenz in Berlin. Zur erwarteten Teilnehmerzahl auf
Demonstrantenseite wollte Braun keine Angaben machen. "Nur so viel: Wir
werden an Heiligendamm anknüpfen", sagte Braun. Zu den Protesten gegen den
G-8-Gipfel in Heiligendamm kamen 2007 über 70.000 Menschen.
Der Nato-Jubiläumsgipfel Anfang April in Straßburg, Baden-Baden und Kehl
findet anlässlich des 60. Geburtstags statt. Die Friedensbewegung und
Antimilitaristen wollen den Tag nutzen, um gegen das Nordatlantische
Militärbündnis zu demonstrieren. Einst als Verteidigungsbündnis gegen die
Bedrohung des Ostblocks gegründet, habe sich die Nato im Kampf gegen den
internationalen Terrorismus "weitreichendere Aufgaben als bisher
zugeschrieben" und "sich auf globaler Ebene selbst ermächtigt", sagte Peter
Strutynski vom Bundesausschuss Friedensratschlag. Er spricht von einer
"neuen Spirale der Aufrüstung". Jonas Frykman von der Interventionistischen
Linken (IL) befürchtet, dass sich angesichts der zuspitzenden
Weltwirtschaftskrise die sozialen Konflikte ausweiten werden, die
Nato-Staaten jedoch vor allem "militärische Antworten" hätten. "Die Nato
ist ein wachsendes Hindernis für den Frieden in der Welt", heißt es in dem
gemeinsamen Aufruf des Aktionsbündnisses. "Sechzig Jahre Nato sind mehr als
ge- nug", sagte Bündnis-Sprecher Braun. Das Bündnis setzt sich nach Angaben
der Veranstalter aus rund 500 Organisationen aus dem In- und Ausland
zusammen. Aus Deutschland gehören dazu Friedensorganisationen, zahlreiche
linke und linksautonome Gruppen, die Linkspartei sowie Grüne Jugend und die
Jusos. Dies sei das größte Friedensbündnis seit den Demonstrationen gegen
den Irakkrieg 2003, heißt es.
So plant das Bündnis einen Gegenkongress am 3. und 5. April in Straßburg.
Für den 4. April wollen die Nato-Gegner mit einer Großdemonstration in
Straßburg, sowie Blockaden bei den Feierlichkeiten in Baden-Baden auf sich
aufmerksam machen. Zeitgleich zu den Protesten im Elsass sind zudem
internationale Demonstrationen geplant, unter anderem in New York und
Istanbul.
12 Feb 2009
## AUTOREN
(DIR) Felix Lee
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