# taz.de -- Kommentar Fachkräftemangel: Die kostbare Ressource Mensch
       
       > Bislang haben sich westliche Bundesländer gern an den Jahrgängen des
       > Ostens bedient, wenn es um Lehrlinge und Fachkräfte ging.
       
 (IMG) Bild: Da kommt Sehnsucht nach "MV" auf: der Kreidefelsen auf Rügen.
       
       Man kennt das Phänomen vielerorts: Sowohl die mit der Rentenentwicklung als
       auch die mit der Schülerzahl befassten Stellen scheinen immer wieder
       überrascht von der demographischen Entwicklung. Als seien die Jahrgänge,
       über die diskutiert wird, nicht vor mehr als 15 Jahren geboren, sondern
       hätten gestern das Licht der Welt erblickt.
       
       Bislang haben sich westliche Bundesländer gern an den Jahrgängen des Ostens
       bedient, wenn es um Lehrlinge und Fachkräfte ging. Die östlichen
       Bundesländer versuchten, ihre Jugendlichen wenigstens zu qualifizieren -
       zur Not eben anderswo. Nun rangelt man gemeinsam um die kostbar gewordene
       Ressource Mensch und das mit ungleichen Möglichkeiten. Noch immer kann man
       im Westen bessere Gehälter und oftmals auch mehr Aufstiegschancen bieten.
       
       Was bedeutet das für den Osten? In Mecklenburg-Vorpommern hat man früh die
       Notwendigkeit erkannt, mögliche Rückkehrer zu umwerben. Doch das kann nur
       gelingen, wenn man das mit Nachdruck betreibt. Vier Mitarbeiter können da
       nicht viel stemmen. Spätstarter Thüringen schickt immerhin fünfmal so viele
       Mitarbeiter los, um die Landeskinder zurückzuholen. All das entbindet die
       Unternehmen aber nicht von der Pflicht, Personalpolitik aktiv zu betreiben.
       Und wenn kein Geld da ist? Dann muss Not erfinderisch machen. Beim Fördern
       zum Beispiel.
       
       12 Feb 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Friederike Gräff
       
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 (DIR) Mecklenburg-Vorpommern: Sehnsucht nach der Fachkraft
       
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       als erste Fachkräfte zurück in den Osten vermittelt. Inzwischen sind ihr
       angesichts drastisch gesunkener Geburtenzahlen andere Bundesländer gefolgt.