# taz.de -- Stoppschild für Kinderporno-Seiten: Riesenerfolg für Internetsperr-Petition
       
       > In weniger als 48 Stunden mobilisieren Netzaktivisten mehr als 18.000
       > Nutzer für die Unterzeichnung einer Bundestags-Petition gegen das
       > geplante Gesetz zur Sperrung von Kinderporno-Sites.
       
 (IMG) Bild: Protestieren auch physisch: Demonstration von Netzaktivisten gegen die von der Leyen-Pläne im April.
       
       Eigentlich klar, dass die deutschen Netzaktivisten auf ihrem eigenen
       Terrain schnell mobilisieren können. Aber mehr als 18.000 Unterzeichner in
       nicht einmal 48 Stunden - das ist schon ein gewaltiges Echo für eine
       [1][Petition] beim Deutschen Bundestag gegen das geplante Gesetz zur
       Sperrung von kinderpornographischen Internetseiten.
       
       "Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren und
       von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig und
       unkontrollierbar, da die "Sperrlisten" weder einsehbar sind noch genau
       festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt
       werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf
       Informationsfreiheit", so die Begründung der Petition. Dabei stellt sie
       klar: " Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren
       Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie zu verhindern
       stellen, wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser
       aller Interesse." Allerdings seien die vorgesehenen Maßnahmen für dieses
       Unterfangen ungeeignet: "Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie
       keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische
       Unversehrtheit mißbrauchter Kinder."
       
       Für die deutsche Netzaktivisten-Community ist der Erfolg der Petition
       Anlass zum Jubel. Markus Beckedal, Blogger bei [2][netzpolitik.org],
       spricht von einem "hervorragenden Ergebnis" und schreibt, dass der Link zur
       Petition sich vor allem über Twitter, aber auch über Blogs und
       Online-Medien schnell verbreitet hat. Auch bei taz.de gingen per Mail eine
       ungewöhnlich große Zahl von Lesermails ein, die dazu aufforderten, über die
       Petition zu berichten. Ähnlich viel Aufmerksamkeit hatte zuletzt die
       Petition zum [3][Grundeinkommen].
       
       Und die Zahl der Neu-Unterzeichner nimmt nicht ab: Laut einem Mashup, das
       der User [4]["Mitzeichner"] bei dem Microblogging-Dienst Twitter
       eingestellt hat, unterzeichnen pro Minute zwischen 12 und 14 Menschen die
       Petition.
       
       Wenn es so weitergeht, dürfte es tatsächlich kein größeres Problem
       darstellen, die 50.000 Unterzeichner zusammenzubringen, die notwendig sind,
       damit der Petitionsausschuss über das Gesetzesvorhaben berät, die
       Hauptpetentin, Franziska Heine, einlädt und sie anhört.
       
       5 May 2009
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://tinyurl.com/dceu73
 (DIR) [2] http://netzpolitik.org/2009/fast-10000-unterstuetzer-der-anti-zensursula-petition/
 (DIR) [3] /1/politik/deutschland/artikel/1/ueber-50000-fuer-grundeinkommen/
 (DIR) [4] http://twitter.com/mitzeichner
       
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