# taz.de -- ESA nominiert sechs Astronauten: Reiseziel Mond
       
       > Obwohl Menschen im All eher Ballast als Nutzlast sind, nominiert die ESA
       > sechs neue Astronauten. Und das nicht nur für die ISS. Nein: Es soll
       > irgendwann auch zum Mond gehen.
       
 (IMG) Bild: Gestatten Sie, die Astronauten: Italiens Luca Parmitano, der Deutsche Alexander Gerst, der Däne Andreas Mogensen, die Italienerin Samantha Cristoforetti, der Brite Timothy Peake and der Franzose Thomas Pesquet.
       
       PARIS afp/dpa/taz | Die Europäische Raumfahrtagentur ESA will eines Tages
       einen Deutschen zum Mond schicken. Die Organisation nahm den 33-jährigen
       Hamburger Alexander Gerst mit fünf weiteren jungen Kollegen in ihr
       Astronautencorps auf, wie sie am Mittwoch in Paris mitteilte.
       
       Die einzige Frau im Team, die 1977 in Mailand geborene Samantha
       Cristoforetti, ist ausgebildete Kampfpilotin. Die Italienerin hat unter
       anderem an der TU München, am Luftfahrtstandort Toulouse und in Moskau
       Luftfahrttechnik studiert.
       
       "Diese jungen Männer und Frauen sind die nächste Generation europäischer
       Weltraumforscher", sagte die Leiterin des bemannten Raumfahrtprogramms der
       ESA, Simonetta Di Pippo. Die sechs Astronauten hätten "eine phantastische
       Karriere" vor sich. Sie würden alle Möglichkeiten haben, eines Tages "als
       Teil einer weltweiten Erforschungsanstrengung zum Mond und zurück und
       darüber hinaus zu reisen".
       
       Dass sie tatsächlich über den Mond hinaus reisen müssen, will man den
       Astronauten nicht wünschen - dann da kommt lange erst mal nichts. Zum Mars
       jedoch ist es so weit, dass die ESA erst mal testen muss, ob die
       Astronauten so eine Reise [1][psychisch überhaupt durchhalten]. Ganz zu
       schweigen von den zu erwartenden Strahlenschäden auf langen Reisen
       außerhalb des magnetischen Schutzschirms der Erde.
       
       ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain sagte, der Mond sei "der nächste
       Schritt" nach der Internationalen Raumstation ISS. Die NASA plane für 2020
       eine neue Mondmission. Er werde alles tun, damit europäische Astronauten
       dabeisein könnten.
       
       Deutschland beteiligt sich in den kommenden Jahren mit 2,7 Milliarden Euro
       an den ESA-Programmen und ist damit der größte Geldgeber.
       
       Neu im bisher achtköpfigen Astronautencorps der ESA sind nun auch der
       Italiener Luca Parmitano, der Däne Andreas Mogensen, der Brite Timothy
       Peake und der Franzose Thomas Pesquet.
       
       Alle sechs neuen Mitglieder wurden aus über 8400 Kandidaten ausgewählt, die
       sich im vergangenen Jahr für den Job im Weltall beworben hatten. Die neuen
       Astronauten müssen jetzt zunächst eine 18-monatige Ausbildung machen und
       könnten ab 2013 ins All fliegen.
       
       Er sei schon als kleines Kind vom Weltall fasziniert gewesen, sagte Gerst,
       der in Künzelsau in Baden-Württemberg geboren wurde. "Mein Großvater, der
       Funkamateur war, schickte meine Worte ins All, als ich sechs Jahre alt war.
       Ich fühlte mich damals, als würde ich selbst Teil des Weltraums." Gerst hat
       Geowissenschaften in Neuseeland studiert und arbeitet seit 2005 als
       Forscher, derzeit in Hamburg.
       
       Bisher ist für Deutschland der in Überlingen geborene Hans Schlegel im
       ESA-Astronautenteam. Mit 57 Jahren gehört er aber bereits zu den Veteranen.
       Er war 1993 zum ersten Mal im All. Erster Deutscher im Weltraum überhaupt
       war 1978 Siegmund Jähn aus der DDR. Insgesamt sind bisher zehn Deutsche ins
       All geflogen.
       
       20 May 2009
       
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