# taz.de -- Morde an Albinos in Afrika: ""Die UNO muss aktiv werden"
       
       > Der berühmte Musiker Salif Keita aus Mali über Menschenopfer an
       > afrikanischen Albinos.
       
 (IMG) Bild: Verleiht den Albinos in Afrika eine Stimme: Salif Keita.
       
       taz: In den letzten Monaten hat in Tansania und anderen Ländern Afrikas
       eine Serie brutaler Morde an Albinos, also Menschen mit genbedingt
       unpigmentierter Haut, Schlagzeilen gemacht. Sie setzen sich für die Rechte
       der Albinos in Afrika ein - was sagen Sie dazu? 
       
       Salif Keita: Ich bin froh, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Seit 2001
       spreche ich davon. Diese Dinge geschehen in vielen afrikanischen Ländern.
       Die Albinos werden Opfer, bevorzugt im Vorfeld von Wahlkämpfen. Ich bin
       froh, dass es jetzt endlich unwiderlegbare Beweise dafür gibt.
       
       Wie erklären Sie sich die Gewalt gegen Albinos? 
       
       Es liegt an Unwissenheit. Die Menschen verstehen nicht, wie es sein kann,
       dass zwei schwarze Eltern ein weißes Kind zeugen. Niemand erklärt es ihnen.
       Albinos zu töten hat auch einen kulturellen Hintergrund. Seit Jahrhunderten
       werden Albinos rituell geopfert, es ist eine Tradition.
       
       Inzwischen gibt es vielerorts Aufklärungskampagnen. Kommt die Botschaft
       nicht an? 
       
       Das ist eine Frage der Persönlichkeit. Manche Leute wollen einfach nicht
       verstehen. Es ist Bösartigkeit. Wie kann ein Mensch einen anderen töten und
       dessen Blut benutzen?
       
       Was müsste nun geschehen? 
       
       Die internationale Gemeinschaft muss sich einschalten. Die UNO und
       internationale Organisationen müssen gegen die Menschenopfer aktiv werden.
       
       Gibt es irgendwo Fortschritt? 
       
       Ja, in Burundi sind Albinomorde vor Gericht gelandet. Mörder sind
       angeklagt. Das ist gut, das muss weitergehen. Die bislang geheimen Fälle
       müssen ans Tageslicht gebracht werden.
       
       Und in Ihrer Heimat Mali? 
       
       Auch dort hat es Übergriffe gegeben. Deswegen sind wir ja aktiv. Unsere
       Stiftung kümmert sich um die soziale Eingliederung marginalisierter
       Albinos, um ihre medizinische Versorgung. Es geht uns darum, dass die
       Menschenopfer aufhören.
       
       3 Jun 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
 (DIR) Dominic Johnson
       
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