# taz.de -- Deutschlands G 8-Forderungen: Für Klimaschutz und Schuldenstopp
       
       > Merkel will sich beim G 8-Gipfel zu dem Ziel bekennen, die Erderwärmung
       > auf zwei Grad zu beschränken. Um Einzelheiten wird aber noch gerungen.
       
 (IMG) Bild: Plus zwei Grad Erderwärmung - mehr soll das Klima nach Wunsch der Deutschen nicht verkraften müssen.
       
       BERLIN taz | Wieder einmal war es Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der
       den meisten Wirbel machte: "Der G-8-Gipfel muss sich klar dazu bekennen,
       dass die globale Erderwärmung zwei Grad Celsius nicht überschreiten darf",
       forderte er am Dienstag bei einem vorbereitenden Umweltministertreffen der
       16 größten Industrie- und Schwellenländer in Rom. Um die weltweiten
       Emissionen bis zum Jahr 2050 zu halbieren, sollten sich die Industrieländer
       zu einer Verringerung um 80 bis 95 Prozent verpflichten. Im Gegenzug
       sollten sich Länder wie China, Indien oder Brasilien auf ein Minus von 15
       bis 30 Prozent festlegen.
       
       Ganz so konkret wollte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Vorfeld noch nicht
       werden, anders als Gabriel muss sie zuvor geweckte Erwartungen auf dem
       Gipfeltreffen in L'Aquila auch erfüllen. Ein Bekenntnis zum 2-Grad-Ziel
       kündigte auch sie vorige Woche in einer Regierungserklärung an, doch wird
       um die Einzelheiten noch gerungen. "Da geht es wirklich um die
       Verhandlungen hinter dem Komma und vor dem Komma", sagte Merkels
       Gipfel-Sherpa Bernd Pfaffenbach in einem Radiointerview.
       
       Bei dem Treffen, das dieses Jahr in einer schmucklosen Ausbildungsstätte
       der italienischen Finanzpolizei mitten im Erdbebengebiet der Abruzzen
       stattfindet, wollen die Staats- und Regierungschefs zu Vorfestlegungen für
       die Klimakonferenz Ende des Jahres in Kopenhagen kommen. Vor zwei Jahren
       hatten die G-8-Staaten in Heiligendamm lediglich beschlossen, sie wollten
       eine Halbierung der Emissionen bis 2050 "ernsthaft prüfen". Beim
       Klimagespräch in L'Aquila sind am Donnerstag insgesamt 16 Staaten dabei,
       was beinahe schon der Zusammensetzung der G-20-Runde entspricht.
       
       Die Regulierung der Finanzmärkte soll gleich ganz diesem größeren Gremium
       vorbehalten werden, das Ende September im amerikanischen Pittsburgh tagt.
       Deshalb ist bei diesem Thema in LAquila nicht mehr zu erwarten als eine
       Bekräftigung der Ziele, auf die sich die 20 Staats- und Regierungschefs
       schon Anfang April in London geeinigt hatten. Allerdings will gerade die
       deutsche Regierung in Italien erste Gespräche über eine gemeinsame
       "Exit-Strategie" führen, den Ausstieg aus den kreditfinanzierten
       Konjunkturprogrammen nach dem erhofften Ende der Rezession. Ähnlich wie bei
       den Klimazielen sind die Deutschen bei solch einer globalen Schuldenbremse
       die treibende Kraft - auch wenn sich die Sozialdemokraten auf diesem Feld
       nicht ganz so einig sind wie beim Umweltschutz
       
       8 Jul 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ralph Bollmann
       
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