# taz.de -- Rot-rotes Machtgerangel: Künast gegen Jamaika-Koalition
> Im Saarland könnte die CDU mit Hilfe der Grünen an der Macht bleiben.
> Renate Künast ist gegen eine schwarz gelb-grüne Regierungskoalition. SPD
> will Ministerpräsidenten stellen.
(IMG) Bild: Die Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, Renate Künast, erteilt der Jamaika-Fraktion eine Absage.
BERLIN rtr | Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast,
hat sich gegen sogenannte Jamaika-Koalitionen nach den Landtagswahlen
ausgesprochen. Union und FDP entfernten sich immer weiter von den Grünen,
sagte Künast der Leipziger Volkszeitung vom Montag. "Da braucht niemand von
Jamaika zu träumen."
Die CDU hatte am Sonntag in Thüringen und im Saarland ihre absolute
Mehrheit verloren. In Thüringen könnte sie nur in einer großen Koalition an
der Macht bleiben, im Saarland steht ihr dafür rechnerisch auch eine
sogenannte Jamaika-Koalition als Option offen. Allerdings will die SPD in
beiden Bundesländern Linksbündnisse bilden.
"Die SPD wird in Thüringen und im Saarland regieren", sagte
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil im Deutschlandfunk. Im Saarland hätte die
SPD, die ihr schlechtestes Wahlergebnis einfuhr, zusammen mit der
Linkspartei und den Grünen eine Mehrheit, ebenso in Thüringen, wo es auch
für Rot-Rot reicht.
Für eine Regierungsbeteiligung der Linken in Erfurt verlangt die SPD
allerdings von der stärkeren Linkspartei den Verzicht von Spitzenkandidat
Bodo Ramelow auf das Amt des Ministerpräsidenten. Ramelow kritisierte die
Haltung der SPD. "Es hat eine gewisse Form der demokratischen Unkultur",
sagte er im Bayerischen Rundfunk. Es seien die Spielregeln des
Parlamentarismus, dass der stärkere Partner über den Ministerpräsidenten
entscheide", sagte Ramelow. Der SPD-Chef Christoph Matschie werde
"keinesfalls einen Auftrag bekommen, Ministerpräsident zu werden, weder bei
uns noch von der CDU".
31 Aug 2009
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Siegerkür in Thüringen vertagt: Viele Optionen für Althaus-Nachfolge
Weder allein noch mit der FDP kann Dieter Althaus (CDU) weiter regieren. Ob
sich SPD, Linke und Grüne aber auf einen Ministerpräsidenten einigen
können, ist noch offen.
(DIR) Bodo Ramelow über mögliche Koalitionen: "Herr Matschie steht im Abseits"
Bodo Ramelow, Chef der thüringischen Linken, drängt auf einen
Politikwechsel. Die Wähler hätten seiner Partei den Regierungsauftrag
gegeben. Dass die CDU zu Gesprächen einlädt, findet er dreist.
(DIR) Debatte Rot-rot-grüne Mehrheiten: Wenn sie klug sind
Die Ergebnisse in Thüringen und im Saarland bringen endlich Leben in den
Wahlkampf. Kommt es jetzt doch noch zu einem Linksbündnis?
(DIR) Bodo Ramelow will regieren: Dunkelroter Sieger
Der Chef der Thüringer Linken, Bodo Ramelow, ist im Wahlkampf zum stärksten
Herausforderer des CDU-Ministerpräsidenten Dieter Althaus geworden. Jetzt
will er in Thüringen an die Macht.