# taz.de -- Kommentar US-Strategie in Afghanistan: Konsequent erfolglos
       
       > Mit seiner neuen Strategie wird es Obama wohl nicht schaffen, wieder mehr
       > Rückhalt für den Afghanistan-Einsatz zu bekommen.
       
 (IMG) Bild: Soldaten der Bundeswehr nach dem Anschlag.
       
       Jahrelang hatten Kritiker der Kriegsführung in Afghanistan geklagt, den
       US-Militärs ginge es vor allem darum, so viele militante Gegner wie möglich
       zu töten. Tatsächlich wurde der Erfolg an der Zahl der feindlichen Leichen
       gemessen. Wenn immer möglich, setzten die US-Militärs Abstandswaffen aus
       großer Höhe ein. Das Risiko für die eigenen Truppen blieb relativ gering.
       
       Doch erreicht wurde damit bekanntlich wenig. Präsident Obama machte den
       Afghanistankrieg deshalb zu seiner außenpolitischen Priorität. Eine neue,
       erfolgreiche Strategie sollte her. Das jetzt vorgelegte Papier des
       US-Befehlshabers in Afghanistan macht den Strategiewandel konkret: mehr
       Bodentruppen und mehr Risiko.
       
       Das ist konsequent. Wenn die USA und ihre Verbündeten weiter auf ein
       militärisches Vorgehen setzen, die Bombenstrategie aber für falsch halten,
       dann müssen sie mehr Truppen schicken. Die Zahl der Toten unter den
       Soldaten der USA und der Nato aber wird damit steigen. Wer sein geschütztes
       Camp verlässt, wer nicht aus großer Höhe bombt, wer in die Dörfer geht, wer
       Kontakt aufnimmt - der macht sich verwundbar.
       
       Als Schritt hin zu einer Beendigung des Krieges wird die Strategie deshalb
       in der US-amerikanischen Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden. Zumal
       die propagierte Perspektive für den Abzug der Truppen allein darin besteht,
       in Afghanistan eine Regierung mit höchst zweifelhafter Legitimität samt den
       mit ihr verbündeten Warlords massiv aufzurüsten.
       
       Nach Erfolg klingt das nicht. Den aber braucht Obama: Der Rückhalt für den
       Afghanistankrieg schwindet unter seinen konservativen Gegnern wie seinen
       liberalen Unterstützern. Selbst wenn Obama sonst alles gelänge, hier wird
       er scheitern. Die Entscheidung, den Afghanistankrieg mit einer
       Truppenaufstockung gewinnen zu wollen, dürfte sich am Ende als größter
       Fehler der Obama-Präsidentschaft erweisen.
       
       3 Sep 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Eric Chauvistré
       
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