# taz.de -- Vorwurf von Grünen und SPD: Rüttgers-Äußerung ist Rassismus
       
       > CDU-Ministerpräsident Rüttgers entschuldigt sich für Bemerkungen über
       > Rumänen und Chinesen. Er steht aber weiter unter Druck: SPD und Grüne
       > kritisieren seine Entgleisungen scharf.
       
 (IMG) Bild: Rassismus pur? CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers klopfte Sprüche über Rumänen und Chinesen.
       
       BERLIN dpa/taz | Nach abfälligen Äußerungen über Rumänen und Chinesen in
       Wahlkampfreden ist der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen
       Rüttgers (CDU) unter Druck geraten. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter
       Steinmeier sprach von einem großen Schaden, den die deutsche Außenpolitik
       nur schwer beheben könne. Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast warf dem
       CDU-Politiker "Rassismus pur" vor. Rüttgers hatte sich am Freitag nach
       Bekanntwerden der Äußerungen entschuldigt.
       
       Rüttgers hatte am 26. August im Wahlkampf in Duisburg mit Blick auf die
       Abwanderung des Bochumer Nokia-Werks nach Rumänien gesagt: "Und im
       Unterschied zu den Arbeitnehmern im Ruhrgebiet kommen die in Rumänien nicht
       morgens um sieben zur ersten Schicht und bleiben bis zum Schluss da.
       Sondern sie kommen und gehen, wann sie wollen, und sie wissen nicht, was
       sie tun." Über chinesische Investoren sagte er: "Wenn die dann nicht
       endlich in Duisburg investieren wollen, dann werden die auch noch gewürgt,
       so lange, bis sie Duisburg schön finden." Ähnliche Aussagen dokumentiert
       auch ein von der NRW-SPD im Internet veröffentlichtes [1][Video über eine
       Rüttgers-Wahlkampfrede] am 28. August in Münster. Laut den Westfälischen
       Nachrichten hat Rüttgers die abwertenden Sätze über Rumänen auch in Dülmen
       sowie in Bonn wiederholt.
       
       Integrationsminister Armin Laschet (CDU) wies den Rassismusvorwurf als
       "absurd" zurück. "Wer Jürgen Rüttgers Rassismus vorwirft, vergiftet das
       Klima für Integration und banalisiert wirklichen Rassismus", sagte er.
       Rüttgers sei ein überzeugter Europäer und Erfinder einer
       Integrationsoffensive, die in NRW von allen vier Fraktionen getragen werde.
       Steinmeier sagte dagegen nach Angaben eines Sprechers bei einem
       Wahlkampfauftritt in Duisburg, Rüttgers richte so großen Schäden an, dass
       es der Außenpolitik schwer falle, sie zu beseitigen. Die Äußerungen seien
       Wasser auf die Mühlen von Extremisten.
       
       Künast forderte CDU-Chefin Angela Merkel in der Leipziger Volkszeitung auf,
       rasch Konsequenzen zu ziehen: "So einer ist als stellvertretender
       CDU-Vorsitzender nicht tragbar." Rüttgers hatte sich für seine Äußerungen
       mit den Worten entschuldigt: "Ich wollte niemanden beleidigen, wenn das
       doch geschehen ist, tut mir das leid."
       
       7 Sep 2009
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.youtube.com/watch?v=MNNUXx4_UJE
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) 
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Rüttgers-Skandälchen in der Presse: Der freundliche Rheinländer
       
       Jürgen Rüttgers lästert über rumänische Arbeiter - und niemand merkt`s:
       Kalkulierten Rassismus beherrscht er so gut wie das nachträgliche
       Einwickeln der Presse.
       
 (DIR) Kommentar Jürgen Rüttgers Sprüche: Kalkulierte Entgleisung
       
       Jürgen Rüttgers schlägt aus politischem Kalkül ausländerfeindliche Töne an,
       so, wie er es schon bei seiner "Kinder statt Inder"-Kampagne im
       Landtagswahlkampf 2000 tat.